Abschlussprüfung in China Pauken, bangen, beten
Eine Mutter betet vor der Maotanchang Middle School in Lu'an im Südosten Chinas. Dort beginnt am Mittwoch die zweitägige Abschlussprüfung Gaokao.
Die Prüfung ist gefürchtet, denn sie entscheidet über den weiteren Bildungsweg von Millionen junger Chinesen.
Vom Ergebnis hängt ab, ob die Schüler eine Universität besuchen dürfen - und wenn ja, welche. Schüler Wang Xiaolong geht auf die Maotanchang Middle School in Lu'an und er hat - wie so viele andere - oft bis in die Nacht fürs Examen gebüffelt.
Mehr als neun Millionen Schüler schreiben in dieser Woche das in der Regel zweitägige Examen. Diese Himmelslaternen sollen dafür Glück bringen.
Restaurantbesitzer Zhang Xunze, 49 (rechts), ist vor drei Jahren nach Lu'an gezogen, um seinen Sohn auf die Maotanchang Middle School schicken zu können.
Die Schule brüstet sich damit, dass mindestens acht von zehn ihrer Schüler die Prüfung bestehen.
Xiang Licheng, 20, ist schon einmal durchgefallen, nun versucht er die Prüfung noch einmal. "Meine Mutter hat ihren Job aufgegeben, um bei mir zu sein", zitiert ihn die Nachrichtenagentur Reuters.
Auch Jiang Zhenghu ist schon mal durchgefallen - und will dieses Jahr bestehen. Er lebt mit seinen Eltern in einer Mietwohnung nahe der Schule.
Eltern und andere Angehörige haben am Montag Schüler verabschiedet, die von der Maotanchang Middle School zur Prüfungsstätte in Lu'an aufgebrochen sind.
Eine andere Prüfungsstätte ist diese Schule in der Stadt Chongqing. Dort kontrollieren Aufseher die Überwachungsmonitore.
An dieser Schule in Qingdao stellen sie vor dem Gaokao sicher, dass auch alle Uhren gleich gehen.
Das Gaokao versetzt die Prüfungsorte jedes Jahr in einen Ausnahmezustand: Gepanzerte Fahrzeuge liefern die Zettel mit den Fragen an, bewacht von bewaffneten Sicherheitsleuten. Aufseher können sich einer Software bedienen, um WLAN-Aktivitäten schummelnder Schüler zu erkennen.
Hier präsentieren Aufseher in Taiyuan, mit welchen Geräten Schüler in den vergangenen Jahren schon beim Schummeln erwischt wurden, unter anderem mit diesen Ohrenstöpseln.
Auch diese manipulierte Uhr flog auf.
Wie auch dieser internetfähige Gürtel. Wer erwischt wird, bekommt einen Akteneintrag, sichtbar für künftige Arbeitgeber und Universitäten. Schlimmstenfalls droht bei einem Betrugsversuch auch Gefängnis.