Gefährlicher Schulweg in China Leitern aus Stahl
Links neu, rechts alt: In der chinesischen Provinz Sichuan wurde der Schulweg für rund 20 Internatskinder ein bisschen sicherer gemacht. Statt über eine Bambusleiter klettern die Kinder nun über robusten Stahl.
Dramatische Bilder von Schulkindern auf dem Weg ins abgelegenen Dorf Atuler: Der chinesische Fotograf Chen Jie wurde bei einem Aufenthalt in der Provinz auf die gefährliche Klettertour aufmerksam.
Bloß nicht nach unten gucken: "Ich war geschockt, als ich das gesehen habe", berichtete der Fotograf im Mai dieses Jahres.
800 Meter in die Höhe: Zu Ferienbeginn klettern die Schülern den extrem steilen Hang nun über eine neue Leiter hinauf. Es ist für sie der einzige Weg, um von ihrem Internat nach Hause zu kommen.
Noch immer Abgrundtief: Der Aufstieg auf der alten Leiter war laut Chen Jie lebensgefährlich. "Der kleinste Zwischenfall, und du fällst direkt in den Abgrund", sagte er im Mai dem "Guardian". Seine Hoffnung, mit seinen Bildern etwas an der "schmerzvollen Realität" des Dorfes ändern zu können, hat sich nun erfüllt.
Aufstieg mit Geländer: Die neue Leiter kostete umgerechnet fast 140.000 Euro.
Provisorium: Langfristig solle es noch eine bessere Lösung geben, kündigte ein Regierungsvertreter bereits im Frühjahr an. Das Dorf solle wirtschaftlich besser angebunden und für den Tourismus geöffnet werden.
Abgehängt: Die rund 70 Familien in Atuler gehören zu einer Bevölkerungsminderheit in China - und zählen zu den ärmsten Menschen des Landes.
Der harte Schulweg für die Kinder von Atuler ist für viele ein Sinnbild für die eklatanten Unterschiede in Chinas Entwicklung: In einigen Teilen zeigt sich das Land als moderne, hoch entwickelte Wirtschaftsnation, andere Gegenden verharren in großer Armut.
Erschöpft: Der Aufstieg dauerte auf der alten Leiter rund anderthalb Stunden.
Noch immer anstrengend: Durch den Neubau ist der Aufstieg nun in einer Stunde zu schaffen.