China im Foto Von der Revolution zur Totalveränderung
31. Mai 1956: Der Parteivorsitzende Mao Zedong übt sich nach seinem ersten rituellen Bad im Fluss Jangtse in volksnaher Pose. Seine "Leibfotografin" Huo Bo lichtete den "großen Steuermann" in diesem ungewöhnlich privaten Kontext ab.
1966, das Jahr, in dem die "Große proletarische Kulturrevolution" ihren Anfang nimmt: Schulkinder präsentieren sich auf einer Parade zum Nationaltag im nordchinesischen Harbin mit Bajonetten.
Zhang Yaxin, 1971: Als Mao die Kulturrevolution ausrief, übernahm seine Ehefrau Jiang Qing - eine ehemalige Schauspielerin - die Rolle der kulturellen Führerin. Bis auf fünf Theater schloss sie sämtliche Opernhäuser in Peking und kreierte im folgenden einen staatlich gelenkten Kulturapparat, der die Massen mit Propagandafilmen, modernem Revolutionsballett und Symphonien versorgte.
Marshall Ye Jianying hält am Strand eines Seebades in der Provinz Hainan Hof. Ye spielte eine Schlüsselrolle bei der Entmachtung der "Viererbande" nach dem Tod von Mao. Mit der Festnahme von Madam Mao und ihren Mitstreitern fanden die blutigen Wirren der Kulturrevolution ein Ende.
Ein Bild von Du Xiuxian aus dem Jahr 1975: Der als Vizepremier wieder eingesetzte Deng Xiaoping sitzt zur Rechten von Mao in dessen Arbeitszimmer in Zhongnanhai. Links von Mao sitzt sein oberster Leibwächter Huan Dongxing, dahinter stehen seine persönlichen Mitarbeiter.
Eine Aufnahme von Liu Heung Shing aus dem Jahr 1976: Zwei junge Pioniere führen in Shanghai einen Sketch auf, in dem die in Ungnade gefallene Madam Mao angeklagt wird. Nach dem Tod von Mao Zedong im Oktober 1976 wurden die Mitglieder der sogenannten "Viererbande" unter Führung seiner vierten Ehefrau Frau Jiang Qin festgenommen. Madam Mao wurde 1981 zum Tode verurteilt, das Urteil zwei Jahre später in lebenslänglich umgewandelt. 1991 wurde sie aus gesundheitlichen Gründen entlassen, zehn Tage später beging sie Selbstmord.
Der Herausgeber des neuen "China"-Bildbandes, Liu Heung Shing, dokumentierte das Massaker auf dem Pekinger Platz des himmlischen Friedens am 4. Juni 1989: Zwei Verwundete werden während der Zerschlagung des Studentenaufstands von Rikscha-Fahrern abtransportiert. Die Zahl der Opfer bei den blutigen Ausschreitungen kann nur geschätzt werden: Die Behörden sprachen von insgesamt 300 toten Soldaten und Zivilisten, Amnesty International von 700 bis 3000 Opfern. Das chinesische Rote Kreuz meldete am 4. Juni 1989 den Tod von 2600 Zivilisten.
5. Juni 1989: Zwei junge Leute warten unter der Jianguomenwai-Brücke am Rande des Pekinger Diplomatenviertels, während Panzer der Volksbefreiungsarmee über sie hinwegdröhnen. Ende Mai 1989 war das Kriegsrecht ausgerufen worden. Eine Aufnahme von Pulitzer-Preisträger Liu Heung Shing
Der nächtliche Xiangyang-Markt in Shanghai vor seiner Schließung im Juni 2006. In Zeiten explodierender Grundstückspreise musste der berühmte Marktplatz weichen. Eine Aufnahme von Xu Haifeng
Start frei zum zweiten bemannten Weltraumflug der Volksrepublik China. Am 12. Oktober 2005 hob "Shenzhou 6" vom Jiuquan Space Center in der Wüste Gobi ab. Der Fotograf Zheng Pingping dokumentierte das Ereignis.
Pu Jie, der jüngere Bruder des letzten Qing-Kaisers Pu Yi, lässt sich vor seinem ehemaligen Wohnsitz in der Verbotenen Stadt fotografieren. Hier lernten er und sein Bruder bei ihrem schottischen Lehrer Reginald Fleming Johnston Englisch und wie man in den kaiserlichen Hofanlagen Fahrrad fährt. Fleming war Autor des 1934 erschienenen Buches "Twilight in the Forbidden City", das als Quelle für Bertoluccis berühmten Film "Der letzte Kaiser" diente. Ein Foto von Liu Heung Shing
Chinesische Arbeiter ziehen ein Boot den Jangtse hinauf. Um ihre wenigen Kleidungsstücke zu schonen, tun sie dies nackt. Eine Arbeit des Fotografen Qin Wen aus dem Jahr 2005
Sattes Polster: Chinas erster Millionär Li Xiaohua ruht sich auf seinem Mercerdes-Benz aus. Li kam in den achtziger Jahren zu seinem Vermögen, als China seine ersten ökonomischen Reformen einleitete.
Kleines Kind, große Geschichte: Fotograf Zhang Peng zeigt ein Mädchen im traditionellen Kostüm der Peking-Oper mit einem überdimensional großen Kopfschmuck. Eine Aufnahme aus dem Jahr 2007