Chinas neue Elite - DER SPIEGEL
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KP-Parteitag Chinas neue Elite

Eine neue Elite wird auf dem Parteitag der KP Chinas gekürt. Die meisten der neuen Machthaber sind wie der designierte Generalsekretär Xi graue Anzugträger. Der Unternehmer Liang Wengen ist eine Ausnahme: reich, schillernd und charismatisch.
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Das Emblem der Kommunistischen Partei in China: Auf dem Parteitag in Peking tritt die vierte Generation ab.

Foto: Diego Azubel/ dpa
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Zwei altgediente Männer der KP: Der noch amtierende Generalsekretär Hu Jintao (l.) neben dem früheren Staatschef Jiang Zemin.

Foto: Lee Jin-man/ AP
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Liang Wengen, 56, ist einer der reichsten Männer Chinas - und steht auf dem Sprung in die neue Elite.

Foto: CHINA DAILY/ REUTERS
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Bo Xilai dagegen hat seine Elite-Zeit erst mal hinter sich. Der ehemalige Parteichef von Chongqing sitzt seit Monaten im Hausarrest, wurde wegen Machtmissbrauchs und Bestechlichkeit der Justiz übergeben und ist aus der Partei ausgeschlossen.

Foto: JASON LEE/ REUTERS
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Der neue Staats- und Parteichef - und der große Unbekannte: Westliche Diplomaten wissen nicht allzu viel über Xi Jinping (Mitte). Der 59-Jährige gilt als vorsichtig, realistisch, pragmatisch, ehrgeizig, konzentriert und effizient. Er stützt sich auf ein gutes persönliches Netzwerk.

Foto: WANG ZHAO/ AFP
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Gute Verbindungen: Als Schützling des früheren Staats- und Parteichefs Jiang Zemin, der mit 86 Jahren weiter die Fäden zieht, wurde Xi Jinping 2007 zum Kronprinzen gekürt. Er gibt sich als Vorkämpfer gegen Korruption und fordert, dass Verwandte von Funktionären nicht ihre Beziehungen nutzen dürften, um sich zu bereichern. Mindestens so bekannt wie Xi Jinping ist dessen Ehefrau. Peng Liyuan gilt als eine der berühmtesten Volkssängerinnen Chinas. Nebenbei ist die künftige First Lady auch noch Generalmajorin der Volksbefreiungsarmee.

Foto: Xie Huanchi/ AP
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Li Keqiang: Er wird wohl Ministerpräsident und damit die Nummer zwei im bevölkerungsreichsten Staat der Welt werden. Der 57-Jährige gilt wie Xi als Vertreter einer wirtschaftlichen Öffnung des Landes. Der designierte Ministerpräsident wuchs in einem vergleichsweise liberalen und optimistischen Klima auf, spricht Englisch und studierte anders als die derzeitigen KP-Chefs nicht Ingenieurwesen, sondern Jura und Wirtschaft. Dennoch gilt Li zugleich als vorsichtiger Karriere-Bürokrat, der an die oft schwerfällige und konsensorientierte Kommunistische Partei gebunden ist.

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Zhang Dejiang: Der 65-Jährige zählt zu den konservativen Kräften in der KP. Er wurde dazu auserkoren, den geschassten Bo Xilai als Parteichef in Chongqing abzulösen. Der Skandal um Bo war einer der seltenen Fälle, in denen der Machtkampf in der KP öffentlich wurde. Ihm werden Korruption und Machtmissbrauch vorgeworfen, am vergangenen Wochenende wurde er aus der Partei ausgeschlossen. Zhang studierte in Nordkorea. Unter seiner Ägide als Parteichef konnte die Provinz Guangdong ihren Ruf als Werkbank des Landes wahren.

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Li Yuanchao: Er hat in den USA studiert, wird den Förderern ausländischer Investitionen zugerechnet. Als Parteichef in seiner heimatlichen Provinz Jiangsu gelang es ihm, Konzerne wie Ford, Samsung oder Caterpillar zu Investitionen zu bewegen. Li wird für den Posten des obersten Korruptionsbekämpfers gehandelt. Der 61-Jährige hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Seine Eltern waren im Zuge der Kulturrevolution aufs Land verbannt worden, wo er als ein einfacher Arbeiter in einer Kommune seine Karriere begann.

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Yu Zhengsheng: Über die genauen Vorstellungen des 67-Jährigen ist wenig bekannt. Er wird den vorsichtigen Reformern zugerechnet. Der Parteichef in der Wirtschaftsmetropole Shanghai gehörte unter anderem wegen seines lupenreinen kommunistischen Stammbaums zu den Aufsteigern in der Partei. Dies endete Mitte der achtziger Jahre, als sein Bruder, ein Geheimdienstmitarbeiter, zu den USA überlief. Yu fiel in Ungnade. 2002 gelang ihm ein Comeback, er wurde in das Politbüro aufgenommen.

Foto: Vincent Yu/ AP
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Wang Qishan: Der 64-Jährige gilt als Problemlöser mit großer Erfahrung bei ökonomischen und politischen Angelegenheiten. Der ehemalige Bürgermeister von Peking ist voraussichtlich das einzige Mitglied des künftigen Ständigen Ausschusses, das ein Unternehmen - die China Construction Bank - leitete. Durch seine Erfahrung könnte er dazu beitragen, Chinas ökonomisches Profil zu schärfen. Dies könnte sich auf den Handel und die Bedingungen für ausländische Investoren auswirken. In Verhandlungen mit den USA hat sich Wang als gewiefter Unterhändler erwiesen. Er zählt wie Xi zum Roten Adel als Schwiegersohn des früheren stellvertretenden Ministerpräsidenten Yao Yilin.

Foto: Feng Li/ Getty Images
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Liu Yandong: Über ihre Haltung zu Reformen gibt es keine sicheren Anhaltspunkte. Sie ist die einzige Frau im Bewerberfeld. Ihr werden jedoch nur Außenseiterchancen eingeräumt. Sollte sie den Sprung in den Ständigen Ausschuss schaffen, wäre sie die erste Frau in dem Gremium seit 1949.

Foto: Ng Han Guan/ AP
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Liu Yunshan: Der 65-Jährige gilt als Konservativer, der die Presse an der kurzen Leine gehalten hat. Spekuliert wird, ob er im Ständigen Ausschuss die Verantwortung für Propaganda und Ideologie übernehmen könnte. Liu hat journalistische Wurzeln, er war Reporter der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Seit 2002 war er als Minister für Propaganda zuständig. In dieser Funktion spielte er eine führende Rolle bei Zensurmaßnahmen gegen missliebige Internetseiten.

Foto: Ng Han Guan/ AP
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Zhang Gaoli: Der Parteichef in der Stadt Tianjin gilt als Finanzreformer mit praktischen Erfahrungen in den entwickelteren Landesteilen. Der 65-Jährige ist Befürworter größerer ausländischer Investitionen und hat in Tianjin Maßnahmen ergriffen, um die Stadt zum Zentrum des Finanzmarkts von Nordchina zu machen. Zhang wurde nach Tianjin endsandt, nachdem ein Korruptionsskandal die Stadt erschüttert hatte. Einer der mutmaßlichen Verantwortlichen für die Affäre nahm sich kurz nach Ankunft Zhangs in der Stadt das Leben.

Foto: WANG ZHAO/ AFP
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Wang Yang: Im Westen gilt der 57-Jährige als Reformer. Der Parteichef in der exportorientierten Provinz Guangdong zählt allerdings nicht zu den Top-Favoriten für einen Platz im Ständigen Ausschuss. Als 17-Jähriger brach er seine Ausbildung ab, um als Fabrikarbeiter nach dem Tod seines Vaters seine Familie zu unterstützen. Dies mag eine Ursache für seine vergleichsweise sozial ausgeprägten Vorstellungen gewesen sein. In seiner Provinz entwickelte er das Modell "Glückliches Guangdong", mit dem die Lebensqualität angehoben werden sollte. Nachdem sein soziales Engagement auf Kritik aus konservativen Parteikreisen stieß, ist er wieder auf den autoritären Kurs aus Kontrollen und Bestrafungen eingeschwenkt.

Foto: MARK RALSTON/ AFP
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Spitzenpolitiker der KP auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Aufnahme vom Oktober 2012): Alle fünf Jahre tagen die Delegierten der Kommunistischen Partei.

Foto: How Hwee Young/ dpa
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Hu vergangene Woche bei der Eröffnungsansprache des Parteitags: Die "Krönungsmesse" der neuen Machthaber verläuft in mehreren Etappen.

Foto: Lintao Zhang/ Getty Images
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Chinesische Feldarbeiter vor einem Großplakat mit Hu Jintao, Jiang Zemin, Staatsgründer Mao Zedong und seinem Rivalen Deng Xiaoping (v. l.).

Foto: ? Stringer Shanghai / Reuters/ REUTERS
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Chinas Mächtige (eine Aufnahme vom Oktober 2009): Noch-Staatschef Hu Jintao (5. v. l.), Ex-Präsident Jiang Zemin (5. v. r.), Premier Wen Jiabao (4. v. r.). Die KP bereitet jetzt den Generationenwechsel vor.

Foto: REUTERS/ Xinhua/ Wu Xiaoling
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Die große Politshow: "Diene der Partei und dem Volk", heißt es an dieser Wand neben der Großen Halle des Volkes, vor der Polizisten während des Parteitags vorbeimarschieren.

Foto: MARK RALSTON/ AFP
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Deng Xiaping war im Gegensatz zu den meisten aktuellen KP-Bossen ein charismatischer Führer der Volksrepublik. Er starb 1997 im Alter von 92 Jahren.

Foto: Henriette/ dpa
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Peng Liyuan ist eine beliebte Sängerin im Riesenreich - und bekannter als ihr Gatte Xi Jingping.

Foto: TED ALJIBE/ AFP
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