Exzessiver Kohleabbau Chinas versinkende Städte
Li Yonghua steht vor ihrem beschädigten Haus im Dorf Helin. Direkt neben dem kleinen Ort befindet sich ein Bergwerk. Der maßlose Kohleabbau führte dazu, dass viele Dörfer in der Provinz Shanxi zu versinken drohen.
Die Bewohner kämpfen gegen den Verfall. Sie bauen neue Wände, kitten Risse und füllen Löcher.
Baumstämme sollen die aufgrund des absinkenden Bodens immer instabiler werdenden Mauern stützen.
Die Bewohner des Dorfes fühlen sich nicht mehr sicher. Andere Orte im Umland der Stadt Xiaoyi wurden bereits evakuiert. Li Yonghua und die anderen Bewohner Helins wissen nicht mehr, was sie noch tun sollen.
Im Dorf Shiyanzhuang sieht es ähnlich aus. Dorfbewohnerin Gao Xiuzhen steht in ihrem Haus nahe dem Bergwerk. Teile der Decke sind bereits heruntergekommen.
Auch das Haus von Zhang Chungou ist stark beschädigt.
In einem zerstörten Zimmer hängen noch ein Hochzeitsfoto und ein Poster von Chinas ehemaligem Staatspräsidenten Mao Zedong.
Auch im Haus von Wang Junqi zeugt nur noch ein Gruppenfoto von der Lebendigkeit, die einst in der Region um das Kohlebergwerk herrschte. Sobald die Regierung das Dorf dazu aufruft, will auch Wang Junqi die Gegend verlassen.
Die meisten Dorfbewohner, die es sich leisten können, sind bereits weggezogen.
Diejenigen, die es sich nicht leisten können zu gehen, leben inmitten der Zerstörung.
Das Theater und andere Einrichtungen des öffentlichen Lebens sind bereits geschlossen. Die Bewohner können ihre Freizeit nur noch vor den verlassenen Gebäuden verbringen.
Während des Kohlebooms wurden die Bergbaufirmen dazu ermutigt, immer weiter und tiefer zu graben. Kleine Betriebe, die es sich nicht leisten konnten, ganze Dörfer umzusiedeln, haben deshalb einfach unter ihnen durchgegraben.
Inzwischen lohnt sich der Kohleabbau wegen der sinkenden Nachfrage immer weniger. Viele Zechen sind verlassen, und Hunderte Gemeinden in der Region mussten bereits evakuiert werden.
China will in den kommenden fünf Jahren 11,27 Milliarden Dollar für die Wiederherstellung der Abbaugebiete ausgeben. Betroffen sind circa zehntausend Quadratkilometer Land.
Die Bewohner der evakuierten Dörfer leben in einer neuen Gegend mit anderen umgesiedelten Bewohnern. Den Großteil der Kosten tragen nicht die verantwortlichen Unternehmen, sondern der chinesische Staat.