Chodorkowski: Ex-Oligarch hinter Gittern - DER SPIEGEL
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Chodorkowski Ex-Oligarch hinter Gittern

Russlands Machtelite verschiebt überraschend das Urteil über den Ex-Oligarchen Chodorkowski und lässt so ausländische Beobachter ins Leere laufen. Russische Intellektuelle kämpfen aber weiter für einen Freispruch - sie sehen in dem früheren Superkapitalisten schon einen künftigen Präsidenten.
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Seit mehr als 2600 Tagen in Haft: In Moskau wurde die für Mittwoch angesetzte Urteilsverkündung im Prozess gegen den Ex-Oligarchen und Kreml-Gegner Michail Chodorkowski überraschend verschoben. Richter Wiktor Danilkin will erst Ende Dezember seinen Spruch verkünden: Dann, so das Kalkül, würde eine Verurteilung kaum hohe Wellen in der Öffentlichkeit schlagen, weil ausländische Korrespondenten nicht in Moskau weilen und in Russland während der Neujahrsferien keine Zeitungen erscheinen. Russische Künstler aber kämpfen weiter für den einstigen Magnaten.

Foto: dapd
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Kollage von Dmitrij Wrubel: "Chodorkowski ist zu einem Symbol des modernen Russlands geworden, zu einem Symbol wie sonst nur Putin", sagt der Moskauer Maler.

Foto: Dmitry Vrubel / Victoria Timofeeva
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Bild des Moskauer Künstlers Andrej Budajew: Viele Intellektuelle sind überzeugt, dass Chodorkowski in Wahrheit nicht wegen der ihm zu Last gelegten Betrügereien vor Gericht steht, sondern dass Wladimir Putin auf diesem Wege einen unbequemen Gegner kalt stellen will.

Foto: Andrey Budayev
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Budajew ist mit seinen provokativen Polit-Plakaten einer der Chronisten des modernen Russlands. Einen ganzen Werk-Zyklus hat er Putin und Chodorkowski gewidmet...

Foto: Andrey Budayev
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...oft porträtiert er Putin in der Pose des richtenden Pontius Pilatus...

Foto: Andrey Budayev
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...und den gestürzten Ex-Superkapitalisten Chodorkowski als eine Art Erlöser.

Foto: Andrey Budayev
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Appell für einen Freispruch: Russische Rockmusiker bitten in einem Brief an Präsident Medwedew um Freiheit für Chodorkowski. Der aber...

Foto: Sergei Ilnitsky/ dpa
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... sitzt bereits seit 2003 gemeinsam mit seinem ehemaligen Geschäftspartner Platon Lebendew (r.) im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft fordert sechs weitere Jahre Haft, Lebedew und Chodorkowski sollen 218 Millionen Tonnen Rohöl bei ihrer eigenen Firma Jukos unterschlagen haben. Die Angeklagten geben sich kampfeslustig - glauben aber selbst nicht mehr an einen Freispruch.

Foto: Sergei Chirikov/ dpa
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