Christian Wulff: Der sanfte Strippenzieher - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Christian Wulff Der sanfte Strippenzieher

Der Niedersachse Christian Wulff ist für seinen eher zurückhaltenden Politikstil bekannt. Seit Juni 2010 ist er Bundespräsident. Er führt sein Amt unaufgeregt. Die Opposition wünscht sich von ihm mehr Klarheit - etwa in Sachen Atomenergie oder Euro.
1 / 25

Ehepaar Bettina und Christian Wulff in Stade: Die Gattin hält eine zweite Amtszeit für möglich.

Foto: Kay Nietfeld/ dpa
2 / 25

Bundespräsident Wulff im Frühjahr 2011: Dosierte Reden, zurückhaltende Amtsführung

Foto: DAVID GANNON/ AFP
3 / 25

Frauen-Fußball-WM 2011, 26. Juni: Steffi Jones und Bundespräsident Christian Wulff vor der Eröffnung des Spieles Deutschland gegen Kanada im Berliner Olympiastadion. Vier Tage später kritisierte Wulff in einem Interview mit der "Zeit" die Entscheidung von Union und FDP, die Atomwende nicht von Parteitagen absegnen zu lassen.

Foto: Martin Rose/ Bongarts/Getty Images
4 / 25

Bundespräsident Wulff und Ex-Fußballerin Steffi Jones: Dank an die Organisatoren für die Ausrichtung des Turniers in Deutschland

Foto: Scott Heavey/ Getty Images
5 / 25

Christian Wilhelm Walter Wulff (hier im Bild 2009) kommt 1959 in Osnabrück zur Welt. Als Wulff zwei Jahre alt ist, trennen sich seine Eltern. Der Junge wächst bei seiner Mutter und seinem Stiefvater auf. Im Alter von 14 Jahren übernimmt Wulff die Pflege seiner Mutter, die an Multipler Sklerose erkrankt ist, und kümmert sich um seine jüngere Schwester - der Stiefvater verlässt die Familie.

Seit 1975 ist Wulff politisch tätig. Er tritt in die CDU ein und wird drei Jahre später Chef der Schüler-Union, der er bis zum Abitur 1980 vorsteht. Er engagiert sich außerdem in den Führungsgremien der Jungen Union.

Foto: MARCO-URBAN.DE
6 / 25

Nach der Schulzeit schlägt er eine Juristenkarriere ein und beginnt in Osnabrück ein Studium der Rechtswissenschaften. Sein Schwerpunkt: Wirtschaft. Als Anwalt wird er erstmals 1990 tätig. Nebenher ist er weiter politisch aktiv, auf kommunaler Ebene ebenso wie im Land Niedersachsen und im Bund.

Im März 1994 tritt er zum ersten Mal als Spitzenkandidat der niedersächsischen CDU gegen seinen sozialdemokratischen Rivalen, den späteren Bundeskanzler Gerhard Schröder (Bild), an. Der Abend der Landtagswahl wird für ihn zur bitteren Niederlage. Die SPD schafft die absolute Mehrheit.

Foto: © Peter Mueller / Reuters
7 / 25

Wulff gibt trotz der verlorenen Landtagswahl 1994 nicht auf. Vier Jahre später versucht er es erneut. Im Sommer 1997 wird er mit einer überwältigenden Mehrheit von 97,2 Prozent abermals zum Spitzenkandidaten der CDU in Niedersachsen gewählt. Hier nimmt er die Glückwünsche der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth entgegen.

Foto: Ingo_Wagner/ picture-alliance / dpa
8 / 25

Niedersachsens Polit-Größen unter sich: Bei der Abschiedsfeier für den ehemaligen niedersächsischen Innenminister Josef Stock versammeln sich drei Generationen von Landesvätern um den CDU-Landespolitiker. Links im Bild ist der damals (1997) amtierende Ministerpräsident Schröder zu sehen, rechts dessen Vorgänger Ernst Albrecht von der CDU. Im Hintergrund Schröders Herausforderer Wulff - dieser wird allerdings deutlich später erst an die Macht kommen.

Foto: Holger_Hollemann/ picture-alliance / dpa
9 / 25

Mit geballter Kraft buhlt Christian Wulff im Wahlkampf des Jahres 1998 um Wählerstimmen. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl ist zum Auftakt gekommen - doch es nützt nichts. Auch diese Wahl geht verloren.

Foto: FABIAN BIMMER/ ASSOCIATED PRESS
10 / 25

Christian Wulff, der den Fraktionsvorsitz im Landtag schon nach der Wahlschlappe 1994 übernommen hat, bleibt in diesem Amt im Parlament in Hannover. Die CDU verliert auch die Bundestagswahl im September 1998 - eine Chance für Wulff, der im November in den CDU-Bundesvorsitz aufrückt. Wolfgang Schäuble löst Helmut Kohl an der Spitze der CDU ab, Wulff wird einer der vier Stellvertreter.

Foto: Holger_Hollemann/ picture-alliance / dpa
11 / 25

Das Jahr 1999 steht für Christian Wulff im Zeichen der weiteren bundespolitischen Profilierung. Er wird Chef der parteiinternen Kommission "Sozialstaat 21 - Arbeit für alle" und geht als Verhandlungsführer in die Berliner Rentengespräche. Doch auch in Niedersachsen engagiert er sich - hier bei einer Demonstration mit dem neuen Ministerpräsidenten Gerhard Glogowski, der für Kanzler Gerhard Schröder nachgerückt ist.

Foto: Ingo_Wagner/ picture-alliance / dpa
12 / 25

Duell Nummer drei: Wulff tritt bei der Landtagswahl 2003 abermals an, diesmal gegen Sigmar Gabriel, der wiederum Glogowski nach dessen Rücktritt als Ministerpräsident beerbt hat. Im dritten Anlauf klappt es für Wulff: Er wird Ministerpräsident von Niedersachsen.

Foto: ? Reuters Photographer / Reuters/ REUTERS
13 / 25

Endlich am Ziel: Nach zwei Schlappen schafft Wulff den Spung an die Spitze des Landes Niedersachsen. Am 4. März 2003 wird er im Landtag in Hannover vereidigt.

Foto: ? Reuters Photographer / Reuters/ REUTERS
14 / 25

Wulff gewinnt stetig an Macht und Einfluss, auch in der Bundespolitik. Er gehört nun selbst zum Kreis derer, die als Zugpferd für die Wahlkämpfe anderer gebucht werden. An der Seite der Amtskollegen Peter Müller (Saarland) und Roland Koch (Hessen) trommelt er für Jürgen Rüttgers, der 2005 in Nordrhein-Westfalen die Macht übernehmen will.

Foto: MARCO-URBAN.DE
15 / 25

Wulff gilt inzwischen - nach dem angekündigten Rückzug von Roland Koch aus Hessen und der Wahlschlappe von Jürgen Rüttgers aus Nordrhein-Westfalen - als letzter verbliebener innerparteilicher Konkurrent von Kanzlerin Angela Merkel. Auf diesem Bild vom 3. Februar 2003 ist er mit Koch und Merkel zu sehen.

Foto: ? Reuters Photographer / Reuters/ REUTERS
16 / 25

Im Privatleben hat der Katholik Wulff mit seiner Ehefrau Bettina eine zweite Liebe gefunden. Die beiden haben einen gemeinsamen Sohn. Aus seiner ersten Ehe hat er eine Tochter im Teenager-Alter.

Foto: Gero Breloer/ ASSOCIATED PRESS
17 / 25

2006 verkündet Wulff das Scheitern seiner ersten Ehe und gibt die Beziehung zu Bettina Körner bekannt.

Foto: Holger Hollemann/ picture-alliance/ dpa
18 / 25

Inzwischen verheiratet, besuchen die Wulffs mit Sohn Linus Florian den Zoo in Hannover.

Foto: DDP
19 / 25

Wulff gilt als zielstrebig - und überraschte deshalb mit einer indirekten Absage für eine mögliche Kanzlerkandidatur. Dafür fehle ihm der "unbedingte Wille zur Macht und die Bereitschaft, dem alles unterzuordnen".

Foto: Jochen Lübke/ dpa
20 / 25

2008 sitzt Christian Wulff in Niedersachsen fest im Sattel. Bei den Landtagswahlen gewinnt er gegen den sozialdemokratischen Herausforderer Wolfgang Jüttner (hier beim TV-Duell wenige Tage vor der Wahl im Januar).

Foto: ? Morris MacMatzen / Reuters/ REUTERS
21 / 25

Repräsentieren kann Wulff auch auf dem Fußballplatz, wie er im Mai 2009 unter Beweis stellt, als der VfL Wolfsburg Deutscher Meister wird. Darauf stößt der Landesvater mit Trainer Felix Magath an.

Foto: ? Thomas Bohlen / Reuters/ REUTERS
22 / 25

Ein Kind Hannovers ist Lena Meyer-Landrut, die Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2010. Bei der Ankunft in ihrer Heimatstadt wird sie von Hunderten jubelnden Fans empfangen. Und von Christian Wulff - der einen Monat später, am 30. Juni, zum Bundespräsidenten gewählt worden ist.

Foto: DDP
23 / 25

Tag der Entscheidung: Am 30. Juni 2010 soll Wulff zum Bundespräsidenten gewählt werden. Die Wahl gestaltet sich schwierig. Wulff scheitert spektakulär in zwei Wahlgängen. Schwarz-Gelb wackelt, Kanzlerin Angela Merkel muss zittern.

Foto: Andreas Rentz/ Getty Images
24 / 25

Im dritten Wahlgang dann die Erlösung: Die Linke enthält sich, damit ist der Weg für Wulff ins Schloss Bellevue frei. Sein Kontrahent Joachim Gauck, der in den vergangenen Wochen die Republik in einen Rausch versetzte, ist einer der ersten Gratulanten.

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ REUTERS
25 / 25

Ende gut, alles gut - so versucht die Bundesregierung den Abstimmungsmarathon zu deuten. Doch der Eindruck des Fehlstarts bleibt.

Foto: Hannibal Hanschke/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?