Chronologie Opels holpriger Weg
Einmal mehr kämpft Opel um seine Zukunft. Neue Verkaufspläne der Konzernmutter GM fachen die Diskussion um die deutsche Marke erneut an. Die Querelen der Vergangenheit im Fotoüberblick.
14. November 2008: Schwerer Gang für den damaligen Opel-Chef Hans Demant. Er bittet Bund und Länder um eine Staatsbürgschaft. Opel hat einen Absatzeinbruch von 14 Prozent zu verkraften, zudem verschärft die schlimme Lage bei GM die Situation.
30. Januar 2009: Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sieht nach einem Besuch beim Mutterkonzern in Detroit die Chance, Opel aus GM herauszulösen.
31. März 2009: Bei einem Besuch des Rüsselsheimer Opel-Werks verspricht Bundeskanzlerin Merkel Staatsbürgschaften für einen Investor. Eine Staatsbeteiligung schließt sie aus.
25. April 2009: Der Austro-Kanadier Frank Stronach, Chef des Autozulieferers Magna, wirft seinen Hut als möglicher Opel-Käufer in den Ring.
30. Mai 2009: Zwischenzeitlich interessieren sich auch Fiat und der Finanzinvestor Ripplewood für den Autobauer. Doch die Regierungen und GM einigen sich schließlich auf Magna als Investor.
1. Juni 2009: GM meldet Insolvenz an. Amerika ist geschockt, auch wenn die Nachricht nicht ganz unerwartet kam. US-Präsident Barack Obama will den Konzern mit staatlichen Geldspritzen langfristig retten.
3. November 2009: Der Verwaltungsrat von GM beschließt, Opel nun doch nicht an Magna zu verkaufen.
10. Juni 2010: Der damalige Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) lehnt Staatsbürgschaften für Opel offiziell ab. Damit gerät Kanzlerin Merkel unter Druck. Um ihr Hilfsversprechen an die Opelaner halten zu können, setzt sie auf Staatshilfen auf Länderebene.
16. Juni 2010: Opel-Chef Nick Reilly dauert das alles zu lange. Er verkündet, dass Opel auf Staatsbürgschaften verzichten will. Anderthalb Jahre nach dem ersten Hilferuf ist die Ausgangslage wieder hergestellt.
4. Oktober 2010: Opel saniert sich selbst - und schließt das Werk im belgischen Antwerpen.
18. November 2010: Nur 17 Monate nach dem Konkurs kehrt der US-Autokonzern GM an die Wall Street zurück. Beim größten Börsengang der Geschichte nimmt GM mehr als 23 Milliarden Dollar ein.
11. April 2011: GM tauscht den Opel-Chef aus: Reilly geht - aber nur ein bisschen. Er wechselt als Chefkontrolleur in den Aufsichtsrat der europäischen GM-Tochter Opel/Vauxhall. Karl-Friedrich Stracke wird neuer Vorstandschef.
5. Mai 2011: GM macht zwar Fortschritte bei der Opel-Sanierung, doch die deutsche Tochter steckt immer noch tief in den roten Zahlen. Für das erste Quartal 2011 weist GM für das Europa-Geschäft einen Verlust von 400 Millionen US-Dollar aus.
März 2012: General Motors und Peugeot vereinbaren eine breit angelegte Allianz. Sie wollen Fahrzeugarchitekturen künftig gemeinsam nutzen und beschließen einen gemeinsamen Einkauf. GM beteiligt sich mit sieben Prozent an dem französischen Partner.
2013: Opel wird 150 Jahre alt. die Jubiläumsfeiern fallen angesichts bröckelnder Umsätze und steigender Verluste eher zurückhaltend aus.
April 2013: Die Konzernmutter GM teilt mit, dass sie bis zum Jahr 2016 umgerechnet vier Milliarden Euro in die deutschen und europäische Standorte von Opel und Vauxhall investieren wolle. Das Geld soll für 23 neue Modelle sowie 13 neue Motoren verwendet werden. Neuer Opel-Chef wird der frühere VW-Manager Karl-Thomas Neumann.
Dezember 2013: GM steigt als Aktionär bei Peugeot ein, nachdem die Franzosen den chinesischen Staatskonzern Dongfeng als Ankeraktionär ins Boot geholt haben.
Dezember 2014: Opel schließt nach monatelangen Verhandlungen gegen den massiven Protest der Belegschaft sein Werk in Bochum - mehr als 3000 Beschäftigte verlieren ihren Job.
März 2015: Opel beschließt wegen der Wirtschaftskrise in Russland den Rückzug aus dem dortigen Markt.
Juli 2016: Der VW-Dieselskandal droht auch Opel einzuholen. Opel hatte nach Tests einräumen müssen, dass die Abgasreinigung beim Modell Zafira unter bestimmten Bedingungen abgeschaltet wird; dies sei zum Schutz des Motors technisch notwendig und entspreche den rechtlichen Vorgaben.
August 2016: Opel kündigt nach dem Brexit-Votum Kurzarbeit für die Werke Rüsselsheim und Eisenach an. Für die Modelle Insignia und Corsa ist Großbritannien der größte Markt.
Februar 2017: Opel stellt sich auf ein weiteres Jahr in den roten Zahlen ein. Die versprochene Rückkehr in die Gewinnzone verpasste das Unternehmen im Jahr 2016, vor allem wegen des Brexit-Votums. Das Ziel, erstmals seit 1999 wieder schwarze Zahlen zu schreiben, soll jetzt 2018 erreicht werden. Im Hintergrund laufen Gespräche mit dem PSA-Konzern: Es geht um den Verkauf von Opel.