Chuck Yeager: erster Überschallflug - DER SPIEGEL
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Überschallpionier Chuck Yeager Flug durch Wackelpudding

Er wagte, was Experten für den sicheren Tod hielten: 1947 hob US-Pilot Chuck Yeager ab, um als erster Mensch die Schallmauer zu durchbrechen. Keiner ahnte, dass er mit gebrochenen Knochen ins Cockpit geklettert war. Doch das schmerzhafte Himmelfahrtskommando gelang - dank eines Besenstiels.
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Glamorous Glennis: Pilot Chuck Yeager benannte das Raketenflugzeug nach seiner ersten Ehefrau. Mit der glamourösen Glennis, einer Bell X-1, schaffte es Yeager am 14. Oktober 1947 die Schallmauer zu durchbrechen.

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Bell X-1: Das Experimentalflugzeug wurde eigens für den Rekordversuch, die Schallmauer zu durchbrechen, entwickelt. Im Horizontalflug war dies bis zum 14. Oktober 1947 noch keinem bemannten Flugzeug geglückt.

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Riskanter Job: Als Testpilot gehört zum Können auch viel Glück. Neu entwickelte Flugzeuge werden von den Piloten der Testeinheit der U.S. Air Force erstmals auf ihre Einsatzfähigkeit überprüft. Unfälle sind da nicht selten. Hier ist Chuck Yeager, links, mit seinem Freund und Kollegen Jack Ridley, rechts, zu sehen. Der Mann in der Mitte ist Lieutenant Colonel Fred J. Ascani, der an der Entscheidung, Yeager zum Piloten des Überschallflugs zu machen, beteiligt war.

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Chucks große Liebe: Yeagers Herz schlug zwar immer schon fürs Fliegen, doch seine große Liebe war seine Ehefrau Glennis. Nach ihr benannte er bereits sein Kampfflugzeug im Zweiten Weltkrieg - nur wenige Monate nachdem er Glennis kennengelernt hatte. Die Ehe hielt 45 Jahre, das Paar hatte vier Kinder. Glennis Yeager starb am 22. Dezember 1990 an Krebs.

Foto: AP
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Schnelle Kollegen: Nach Chuck Yeager, links, war Captain James Fitzgerald, rechts, am 24. Februar 1948 der zweite Mann, der die Schallmauer im Horizontalflug durchbrechen konnte. In der Mitte ist Major Gustav "Gus" Lundquist zu sehen, er war der sechste Pilot, dem der Überschallflug gelang.

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Ausgezeichnet: Am 6. September 1949 erhält Chuck Yeager, Mitte, in Cleveland, Ohio, von der Federation Aeronautique Internationale für seinen Rekordflug die Goldmedaille. Begleitet wird er von seiner Ehefrau Glennis. Aus Liebe zu ihr hatte Yeager die Bell X-1 "Glamorous Glennis" getauft.

Foto: AP
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Umsteigen in schwindelerregender Höhe: Um in das Raketenflugzeug Bell X-1 zu kommen, muss der Pilot in 2000 Metern Höhe durch eine schmale Luke von einer Boeing in die unter dem Bauch der B-29 festgemachte Maschine umsteigen. Nicht nur mit zwei gebrochenen Rippen eine heikle Angelegenheit.

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Wie ein Gewehrgeschoss: Um die Schallmauer durchbrechen zu können, musste das Flugzeug so konstruiert werden, dass es der Druckwelle der Schallgeschwindigkeit standhalten konnte. Der Rumpf der Bell X-1 war nach dem Profil eines 0,5-Zoll-Geschosses geformt - Gewehrpatronen überwanden die Schallmauer problemlos.

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Probieren geht über Studieren: Chuck Yeager, dritter von links, hatte nur einen Highschool-Abschluss, trotzdem ergatterte er an der begehrten Schule für Testpiloten auf dem Flugplatz Wright Field nahe Riverside, Ohio, einen Ausbildungsplatz. Sein fliegerisches Talent machte die Defizite auf der Schulbank neben lauter Akademikern wett. Hier sieht man das Team der Testflugeinheit und Piloten der U.S. Air Force, aufgenommen am 1. Januar 1948.

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Das Geheimnis wird gelüftet: Erst am 21. Dezember 1947, mehr als zwei Monate nach dem Überschallflug, wird die Sensation veröffentlicht. Das Projekt der U.S. Air Force fand unter strenger Geheimhaltung statt. Die genaue Geschwindigkeit von 1,06 Mach (1 Mach = Schallgeschwindigkeit) wurde sogar erst im Juni 1948 bekanntgegeben. Deshalb wird darüber in dem Artikel des "Los Angeles Examiner" vom 22. Dezember 1947 auch nur gemunkelt.

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In Stein gemeißelt: Zum 40. Jahrestag seines ersten Überschallflugs bekommt Chuck Yeager in Hamlin, West Virginia, ein eigenes Denkmal. Am 14. Oktober 1987 enthüllt der pensionierte Pilot die Statue.

Foto: AP
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Vom Präsidenten persönlich: Am 23. Mai 1985 verleiht der damalige US-Präsident Ronald Reagan, links, Chuck Yeager in Washington die "Medal of Freedom". Sie ist eine der zwei höchsten zivilen Auszeichnungen der USA.

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Damit geht's sogar einmal um die Welt: Die US-amerikanische Post brachte zum 50. Jahrestag des ersten bemannten Überschallflugs eine Sonderbriefmarke heraus. Das Motiv von 1997: Die "Glamorous Glennis", das Experimentalflugzeug Bell X-1.

Foto: AP
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Die schnellste Frau der Welt: Testpilotin Jacqueline Cochran schaffte am 18. Mai 1953 als erste Frau der Welt den horizontalen Überschallflug. Ihr Kollege und langjähriger Freund Chuck Yeager steuerte an jenem Tag das Begleitflugzeug. Hier sind die beiden am 25. August 1961 auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien zu sehen.

Foto: AP
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Bescheidener Held: Obwohl er in die Geschichte des Fliegens einging und mit Auszeichnungen geehrt wurde, blieb Chuck Yeager bescheiden. Über seinen Sensationsflug sagte er: "Der Flug an sich war ja relativ ruhig. Als ich die Schallmauer dann durchbrach, fühlte es sich so an, als würde man durch Wackelpudding pieksen."

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Passionierter Pensionär: Chuck Yeager beendete am 1. März 1975 seinen aktiven Dienst bei der US-Luftwaffe. Doch auch danach widmete er sein Leben weiterhin der Fliegerei. Yeager hielt Vorträge, gab Interviews und wurde von jüngeren Testpiloten häufig um Rat gefragt. Der heute 89-Jährige ist unter Piloten ein Star.

Foto: AP
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