Churchills See-Forts - DER SPIEGEL
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Naval Sea Forts Die siebentürmigen Festungen

Stählerne Hüttendörfer und bemannte Triumphbögen: Aus skurrilen Festungen vor der Küste bekämpfte das britische Militär im Zweiten Weltkrieg deutsche Minenleger. Die gigantischen Forts setzten nicht nur Hitlers Luftwaffe zu - sie trieben auch die eigenen Besatzungen in den Wahnsinn.
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Historische Stahlbetontürme: Die "Red Sands Towers" vor der englischen Ostküste trugen während des Zweiten Weltkriegs den Codenamen "Uncle 6". Insgesamt gab es auf dieser Seite der Insel sieben Seefestungen, davon drei in der Bauart von "Red Sands".

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Verlassen: In den fünfziger Jahren wurden die letzten Besatzungen der Maunsell Forts, benannt nach ihrem Architekten Guy Maunsell, abgezogen. In den Sechzigern besetzten mehrere Piratensender die verlassenen Plattformen, hier eine Innenansicht von 2006 des Turms "Red Sands" bei Whitstable, England.

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Schlafstätte: Aufgenommen im August 2010 in einem der Red-Sands-Türme.

Das Foto wurde von Max Nathan  zur Verfügung gestellt.

Foto: Max Nathan
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Außer Dienst: Das Bild vom 29. September 1945 zeigt das Nore Army Fort. Seine Türme waren mit Laufstegen verbunden, auf den Dächern befanden sich Geschütze. Nachdem die Festung von mehreren Schiffen gerammt worden war, wurden die verbliebenen Reste 1960 demontiert.

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Eingang zu den Waschräumen: Jeweils sechs Wochen verbrachten die Soldaten in den Seefestungen, dann durften sie für zehn Tage an Land. Für viele waren die Enge in den Türmen und die Abgeschiedenheit auf See kaum auszuhalten, sie wurden psychisch krank.

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Kaum Komfort: Unter Deck waren die Schlafräume der auf See stationierten Soldaten - sie übernachteten auf schmalen Holzpritschen mit nur einer dünnen Unterlage oder in Hängematten.

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Durchgerostet: Eines der Badezimmer auf der britischen Seefestung "Red Sands".

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Trainingsrunde: Britische Soldaten marschieren mit Gewehren am 28. Februar 1942 an Deck einer Seefestung. Die auf den Forts stationierten Artilleristen mussten tagtäglich ein hartes Training durchlaufen.

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Fort Knock John: Zwei riesige Betonbeine, darauf eine Plattform mit Geschützen - eines der frühen Maunsell Sea Forts. Die Schlafräume der Besatzungen waren in den Türmen untergebracht und befanden sich damit teilweise unterhalb der Wasseroberfläche.

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Ausgang: Die Treppe führt zum ehemaligen Batteriedeck.

Das Foto wurde von Max Nathan  zur Verfügung gestellt.

Foto: Max Nathan
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Turmzimmer: Die meiste Zeit sind die verbliebenen Maunsell Forts heute unbewohnt. Nur Fotografen kommen gelegentlich vorbei, um den morbiden Charme der Anlagen mit der Kamera festzuhalten.

Das Foto wurde von Max Nathan  zur Verfügung gestellt.

Foto: Max Nathan
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"Time Bandit": Für die Maunsell Forts, hier eine Innenaufnahme in der Küche eines Red-Sands-Turms, ist die Zeit längst abgelaufen. Das "Project Redsand" setzt sich für den Erhalt der historischen Militäranlagen ein.

Das Foto wurde von Max Nathan  zur Verfügung gestellt.

Foto: Max Nathan
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Wasserburgen: Rund 20 Meter ragen die Türme der Maunsell Sea Forts aus der Themsemündung - je nach Wasserstand. Im Krieg sollten sie helfen, die Fahrrinnen der Schiffe frei von Minen zu halten.

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Red-Sands-Türme: Die Forts des britischen Militärs - errichtet während der Zweiten Weltkriegs - sind nach ihren jeweiligen Standorten benannt, hier: die Sandbank Red Sands. Baugleiche Modell wurden vor der englischen Ostküste auf den Sandbänken Nore und Shivering Sands installiert.

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Rostiger Meeresgigant: Auf dieser Nahaufnahme von 2010 lässt sich gut der Zustand einer der Red-Sands-Türme erkennen - aber auch die originelle Konstruktion.

Das Foto wurde von Max Nathan  zur Verfügung gestellt.

Foto: Max Nathan
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Schlechte Aussichten: Zugeklebte und mit Maschendrahtzaun gesicherte Fenster in einem Red-Sands-Tower. Die britische Regierung plant, die baufälligen Maunsell Forts abzureißen.

Das Foto, aufgenommen im August 2010, stellte Max Nathan  zur Verfügung.

Foto: Max Nathan
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Spuren des Zerfalls: Außen rostig, innen bald farblos - die Maunsell Sea Forts rotten vor sich hin.

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Baufällig: 1956 zog die britische Armee die Instandhaltungscrews von den Maunsell Sea Forts ab, danach rotteten die verbliebenen Bauten aus Stahl und Beton vor sich hin. Die Aufnahme entstand 2006 in einem Red-Sands-Tower.

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Werkraum: Kurzzeit-Bewohner richteten in einem der baufälligen Red-Sands-Türme ein "Ersatzteillager" mit Steckern, Schrauben und ähnlichem ein. Die Seefestungen waren während der sechziger Jahre vorübergehend von Piratensendern besetzt worden - die Rundfunkpiraten wollten der britischen BBC Konkurrenz machen.

Das Foto wurde von Max Nathan  zur Verfügung gestellt.

Foto: Max Nathan
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Toiletten: Eines der Badezimmer in einem Red-Sand-Tower, aufgenommen im Juni 2006.

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Ausguck: Private Initiativen in Großbritannien bemühen sich um die Rekonstruktion der verbliebenen Festungstürme und sammeln Spendengelder für den Erhalt der mittlerweile historischen Bauten auf der Nordsee. Aufnahme von 2006 auf Red Sands.

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Skurrile Meeresbauten: Die vom britischen Militär im flachen Wasser der Themsemündung gebauten Türme vor der englischen Ostküste dienten zur Abwehr deutscher Minenleger, die es während des Zweiten Weltkriegs auf die Londoner Hafenanlagen abgesehen hatten.

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Hochsitz im Wasser: Einer der Red-Sands-Tower - er war im Juli 1943 errichtet worden.

Das Foto wurde von Max Nathan  zur Verfügung gestellt.

Foto: Max Nathan
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Stahlhäuser auf Stelzen: Gespenstische Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg - der britische Architekt Guy Maunsell, ein Pionier beim Stahlbetonbau, hatte diese Konstruktion 1941 im Auftrag der britischen Regierung entworfen.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?