Citroën Ami 6: Watschelnder Hingucker - DER SPIEGEL
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Citroën Ami 6 Watschelnder Hingucker

Skurril ist das treffende Wort, dazu ist das Auto inzwischen sehr selten. Doch zu schlechter Laune, die dem Citroën Ami 6 auszustahlen scheint, besteht kein Anlass. Nach der Premiere vor 50 Jahren avancierte die schräge Limousine zum meistverkauften Auto Frankreichs.
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Citroën Ami 6: Vor 50 Jahren kam die Citroën-Limousine Ami 6 auf den Markt. Technische Basis für das Auto war das Modell 2 CV, also die Ente. Das eigenwillige Design stammt vom damaligen Citroën-Designer Flaminio Bertoni.

Foto: Tom Grünweg
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Namensspiele: Ami, das heißt auf deutsch Freund. Ami 6, gesprochen also „l’ami six“, zu deutsch „der Freund 6“ klingt auf französisch wie „la Missis“. Und das wiederum erinnert an das englische Wort Misses - zu deutsch: das Fräulein.

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Zwei Sitzbänke: Der Citroën ist mit zwei durchgehenden Sitzbänken ausgestattet. Die lassen sich mit wenigen Handgriffen ausbauen und schon hat man eine kleine Picknick-Sitzgruppe im Grünen.

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Klare Vorgaben: Citroën fehlte Anfang der sechziger Jahre ein kompaktes Mittelklasseauto. Der Ami 6 füllte diese Lücke. Er sollte fünf Personen Platz bieten und dazu auch deren Gepäck aufnehmen können.

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Einfach lässig: Wie schon der Citroën DS erhielt auch der Ami 6 ein Lenkrad mit nur einer Speiche.

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Bis zum Anschlag: Als neues Auto lief der Citroën Ami 6 trotz eines schwachbrüstigen Zweizylinder-Boxermotors bis zu 120 km/h schnell. Heute fährt Besitzer Stephan Joest seinen Wagen Baujahr 1962 mit eher gemütlichen 90 km/h über Land.

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Schaltknauf: Wie der Griff eines Regenschirms ragt der Schaltknauf des Vierganggetriebes aus dem Armaturenbrett.

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Einzigartige Linie: Nicht ganz. Fans des Citroën Ami 6 können noch zwei Dutzend andere Fahrzeuge mit diesem Gestaltungsmerkmal aufzählen - vom Lincoln Continental bis zum Ford Consul. Dennoch, als prototypisch für die "ligne en Z" steht bis heute in Europa der Citroën Ami 6.

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Simple Technik: Aus technischer Sicht ist der Citroën Ami 6 ein sehr einfaches Auto. Das fängt schon beim Türschloss an und hört bei den dünnen, extrem rostanfälligen Blechen noch lange nicht auf. Wer einen solchen Wagen erhalten will, muss viel Zeit in die Pflege investieren.

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Herrliche Schräglage: Welcher Autodesigner hätte heute noch den Mut zu einer solchen Form? Und welcher Autokäufer heutzutage würde sich ein derart schrullig gestyltes Fahrzeug kaufen?

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Da ist er ja: Der 600-Kubikzentimeter-Zweizylinder-Boxermotor verliert sich fast im Motorraum unter der geschwungenen Fronthaube. 24,5 PS leistet der Motor, anfangs waren es jedoch lediglich 22 PS.

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Verkniffener Abschluss: Wie das Auto vorn beginnt, so endet es auch knapp vier Meter weiter hinten - charakteristisch, formenstark, einzigartig.

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Ein Oldie mit Potenzial: Die Wertentwicklung des Citroën Ami 6 ist stabil. Die Versorgung mit Technik-Ersatzteilen ist recht gut. Dabei hilft der Ami6-Gemeinde die technische Verwandschaft des Autos mit der Ente. Klassische Verschleißteile sind meist schnell zu beschaffen. Ersatzteile für die Karosserie sind dagegen schwierig aufzutreiben.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?