"Prinz Friedrich von Homburg" Soldaten sind Selbstmörder
Der draufgängerische junge Feldherr Prinz Friedrich von Homburg (Sabin Tambrea) ist ein Träumer. In Claus Peymanns Inszenierung schläft er anfangs mit nacktem Oberkörper im königlichen Schlossgarten.
Peymanns strenge, stolz sturzkonventionelle Aufführung von Heinrich von Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" ist seine letzte Inszenierung als Intendant des Berliner Ensembles.
Der Bühnen- und Kostümbildner Achim Freyer hat Peymann eine hölzerne, nach hinten ansteigende Holzscheibe gebaut.
Der Homburg des Darstellers Sabin Tambrea ist kein Denker und kein Ritter; er ist ein reiner, zur Kampfmaschine dressierter Tor.
Die Botschaft ist klar. Die Männer, die hier "In den Staub mit allen Feinden Brandenburgs!" brüllen, sind Schreckensfiguren, die ein Mordhandwerk betreiben.