Sport-Comebacks Aus der Tiefe an die Spitze
Tiger Woods, Golf: Es war wohl eines der größten und emotionalsten Comebacks der Sportgeschichte. Tiger Woods, der in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Verletzungen und privaten Problemen zu kämpfen hatte, siegt beim Masters im US-amerikanischen Augusta. Elf Jahre lang hatte er kein Major-Turnier mehr gewonnen, zuletzt triumphierte er 2008 bei den US Open. Die Fans feierten ihn mit "Tiger, Tiger"-Sprechchören, Woods umarmte seine Kinder und seine Mutter. "Es ist überwältigend, was passiert ist", sagte Woods hinterher.
Monica Seles, Tennis: Sie war die Nummer eins der Tenniswelt - bis ein psychisch verwirrter Fan ihrer Rivalin Steffi Graf sie bei einem Turnier in Hamburg in den Rücken stach. Seles konnte nach dem Attentat kein Match mehr bestreiten, sie litt unter psychischen Problemen. 1995 wagte sie dann doch ihr Comeback - und feierte bei den Canadian Open direkt einen Turniersieg. 1996 gewann sie bei den Australian Open ihren neunten Grand-Slam-Titel. In der Folge hatte sie jedoch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, konnte aber dennoch Turniere gewinnen. 2008 beendete sie ihre Karriere endgültig.
Michael Jordan, Basketball: Er war der wohl größte Basketballer, den die NBA je gesehen hat. 1993, auf dem Höhepunkt seiner Karriere (er hatte gerade mit den Chicago Bulls den dritten Titel in Serie geholt), beendete er diese in der NBA und wechselte die Sportart. Bei den Chicago White Sox unterschrieb er einen Vertrag, kam aber nie in der MLB zum Einsatz. Kurz zuvor war sein Vater ermordet worden, der immer den Wunsch hatte, dass sein Sohn einmal Baseball-Profi werden würde. Zwei Jahre lang bemühte Jordan sich, doch dann kehrte er 1996 zurück in die NBA - und feierte noch drei weitere Titel.
Muhammed Ali, Boxen: Weil er den Wehrdienst verweigerte, wurde der mittlerweile verstorbene legendäre Boxer 1967 gesperrt und verlor all seine Titel. Drei Jahre lang bekam Ali keine Boxlizenz. Erst 1970 wurde er begnadigt - und feierte noch weitere große Siege, unter anderem 1974 beim "Rumble in the Jungle" gegen George Foreman.
Dara Torres, Schwimmen: Die US-Amerikanerin hat in ihrer Karriere vier Gold-Medaillen bei Olympischen Spielen gewonnen. Ihre erste holte sie 1984 bei den Wettkämpfen in ihrer Heimatstadt Los Angeles - damals war sie gerade 17 Jahre alt. Sie beendete ihre Karriere mit 25 Jahren, kehrte aber sieben Jahre später wieder zurück. In Sydney holte sie weitere Medaillen, bekam dann eine Tochter - und feierte eine erneute Rückkehr: Ihre letzte Olympia-Medaillen holte sie 2008 in Peking, wo sie dreimal Silber gewann.
Ronaldo, Fußball: Auch der brasilianische Superstar hatte nicht nur gute, sondern auch schwere Zeiten in seiner Karriere. Immer wieder hatte er mit Verletzungen zu kämpfen, besonders schlimm war es um die Jahrtausendwende. Nachdem ihm 1999 eine Knieverletzung außer Gefecht setzte, und er sich in seinem Comebackspiel nach wenigen Minuten erneut verletzte, fiel Ronaldo 17 Monate aus. Doch er kämpfte sich zurück - und gewann mit Real Madrid noch einige Titel, sowie den WM-Pokal mit Brasilien 2002.
Hermann Maier, Ski: Der "Herminator" hatte 1997 seinen Durchbruch, ein Jahr später feierte er bei den Olympischen Winterspielen in Naganao zwei Goldmedaillen (im Super-G und Riesenslalom). Doch 2001 hatte er einen Motorradunfall, bei dem er sich sich einen offenen Unterschenkelbruch im rechten Bein und weitere schwere Verletzungen zuzog. Sogar eine Amputation stand im Raum. Maier konnte erst knapp zwei Jahre später wieder skifahren - und meldete sich gleich mit der Vizeweltmeisterschaft 2003 zurück. Bei der WM 2005 in Bormio holte er sogar die Goldmedaille im Riesenslalom.
Roger Federer, Tennis: Eine schwere Knieverletzung warf Roger Federer im Sommer 2016 kurz vor den Olympischen Spielen in Rio zurück. Nicht wenige glaubten an ein baldiges Karriereende des Schweizers. In der Weltrangliste fiel er erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt aus den Top 10. Doch dann das: Bei den Australian Open im Januar 2017 triumphierte er im Alter von 35 Jahren - im Finale ausgerechnet gegen seinen großen Rivalen Rafael Nadal. Es war Federers erster Grand-Slam-Titel seit fast fünf Jahren.
Henry Maske, Boxen: Der in Deutschland sehr beliebte Boxer (bis zu 18 Millionen Menschen sahen seine Kämpfe im TV) hatte seine Karriere nach dem Verlust seines IBF-Titels 1996 in einem umstrittenen Kampf gegen den US-Amerikaner Virgil Hill eigentlich beendet. 2007 stieg er dann doch wieder in den Ring - erneut gegen Hill. In der Olympiahalle in München siegte er nach Punkten. Und erneut verkündete er seinen Rücktritt, diesmal blieb er auch im Box-Ruhestand.
Alain Prost, Formel 1: Der französische Rennfahrer feierte im McLaren drei Weltmeistertitel. Danach wechselte er zu Ferrari, konnte für den italienischen Rennstall aber keinen Titel gewonnen und wurde ausgemustert. Ein Jahr lang fuhr er daraufhin nicht mehr in der Formel 1, 1993 feierte er sein Comeback im Williams - und wurde erneut Weltmeister. Nach dieser Saison war dann endgültig Schluss.
George Foreman, Boxen: Der Ali-Gegner aus dem "Rumble in the Jungle" hatte 1977 bereits seine Karriere beendet und widmete sich sozialen Projekten. Wohl auch wegen finanzieller Schwierigkeiten kam er zehn Jahre später zurück - und konnte 1994 sogar den Weltmeister Michael Moorer entthronen.
Birgit Fischer, Kanu: Eine eindrucksvolle Comeback-Geschichte hat auch die deutsche Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer hingelegt. Ihre erste Goldmedaille gewann sie 1980 in Moskau für die DDR. 1988 beendete sie dann zum ersten Mal ihre Karriere, kam dann aber zurück und holte 1992 in Barcelona erneut Gold. Es folgten einige Rücktritte und Comebacks, ehe sie ihre Karriere endgültig beendete. 2004 in Athen holte sie im Vierer über 500 Meter ihren letzten Olympia-Sieg.
Niki Lauda, Formel 1: Der Österreicher kam 1976 ein Jahr nach seinem ersten WM-Titel bei einem Unfall auf dem Nürburgring (Foto) nur knapp mit dem Leben davon, blieb von schweren Verbrennungen gezeichnet. Nur 42 Tage später feierte der Ferrari-Pilot in Monza sein Comeback - und wurde 1977 erneut Weltmeister.
Ulrike Meyfarth, Hochsprung: Die deutsche Hochspringerin holte ihre erste Olympische Goldmedaille 1972 bei den Spielen in München - mit 16 Jahren! Doch nach ihrem Erfolg lief es sportlich nicht mehr so gut, sie konnte ihre Bestleistung nicht mehr steigern, Titel kamen keine mehr hinzu. Erst zehn Jahre nach ihrem Olympiasieg fand sie zu ihrer Form zurück: Bei der EM 1982 holte sie Gold mit einer Höhe von 2,02 Metern. Mit dieser Höhe konnte sich Meyfarth zwei Jahre später in Los Angeles auch ihr zweites Olympiagold sichern.