Computer als Filmhelden - DER SPIEGEL
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Computer als Filmhelden "Mutter" und ihre Monster

In Sci-Fi-Thrillern und Horrorfilmen sind sie oft die wahren Fieslinge: Computer. Mal massakrieren die unberechenbaren Rechner Raumschiffbesatzungen - mal stürzen sie die Welt in den Abgrund. Fast so wie im richtigen Leben.
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Gefährliche Technik: Tom Skerritt in dem Science-Fiction-Schocker "Alien" von Regisseur Ridley Scott aus dem Jahr 1979. In dem Film kommt es zu einem Massaker, welches durch einen Computer ausgelöst wird, den die Besatzung des Raumschiffs "Nostromo" liebevoll "Mutter" nennt. "Mutter" hatte damals bereits alles, was ein PC heute noch hat - Bildschirm, Tastatur und die Angewohnheit, so ziemlich jeden Befehl des Benutzers falsch zu verstehen oder zu ignorieren.

Foto: ddp images / interTOPICS
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PC-Veteran auf dem Dachboden: Noch vor Commodore C64 und Atari ST konnte man ab 1982 einen "Personal Computer" erstehen: den Sinclair ZX Spectrum. Ganz klar ist heute nicht mehr, was man damit damals machen konnte, denn er hatte nur 48 Kilobyte Arbeitsspeicher und als Datenspeicher dienten weder Diskette noch Festplatte, sondern ein Kassetten-Laufwerk. Es gab aber ein paar Spiele für den Sinclair, und jemand, der es ernst meinte, konnte mit dem Ding auch programmieren.

Foto: Axel Nerger/Jörg Eberhardt
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Er will doch nur spielen: David Lightman (Matthew Broderick) in "War Games", vor seinem Imsai 8080 und einem 1.200 Baud Cermetek-Modem (auf dem Monitor), welches auch direkt über die Telefonleitung mit dem Superrechner "Joshua" der US-Luftverteidigung hätte kommunizieren können - der Akustikkoppler auf dem Schreibtisch diente nur der filmischen Dramaturgie. Der originale Firmenname "Imsai" ist teilweise überklebt (s. Hintergrund), auch damals muss es schon Probleme mit Product Placement gegeben haben.

Foto: MGM/UI/Warner Home Video
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24-Nadel-Drucker: Das war 1987 ein echter Fortschritt - 24 Nadeln. Der Drucker hämmerte und klang mehr nach der Anmeldung in einer Arztpraxis. Aber zu Zeiten, in denen ein Laserdrucker fast soviel wie ein neuer "VW Golf" kostete, ein echter Fortschritt für die Kreativabteilung. Hier der Bruder des Autors im typischen Achtziger-Jahre-Outfit, stolz auf seine Neuerwerbung. Im Kino liefen "Dirty Dancing" und "Predator" - auch so eine typische Achtziger-Mischung. Das Bild ist der Scan von einem Polaroid.

Foto: Axel Nerger
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HAL wird heruntergefahren: In Stanley Kubricks Filmklassiker "2001: Odyssee im Weltraum" zieht Astronaut Bowman, der letzte Überlebende des Raumschiffs "Discovery", dem Bordcomputer HAL die Speicherchips heraus. Der Rechner verdummt schrittweise und singt zum Schluss ein Kinderlied. Die fortschreitende Amnesie lässt den bösen Computer immer menschlicher erscheinen. Heute sehen Speicherbausteine wesentlich langweiliger aus, aber dafür muss man keinen Raumanzug anziehen, um sie zu wechseln.

Foto: MGM/Warner Home Video
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Friedhof der Arbeitstiere: Kaum zu glauben, was auf manchem Dachboden so schlummert: Ausgeschlachtete Apple-Computer aus den frühen neunziger Jahren sind vielleicht nicht so ungewöhnlich, aber dass daneben eine professionelle Sony-Konsole zur analogen (!) Videobearbeitung zu finden ist, dürfte seltener vorkommen. Schließlich kostete diese Ausrüstung vor gar nicht so langer Zeit noch sechsstellige Summen.

Foto: Axel Nerger/Jörg Eberhardt
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Spiel oder nicht Spiel: Matthew Broderick loggt sich in "War Games - Kriegsspiele" (USA 1983) mit seinem Imsai 8080 in den Großrechner des US-Verteidigungsministeriums ein und löst damit beinahe einen Nuklearkrieg aus - der Großrechner des Pentagon erkennt nämlich den Unterschied zwischen Spiel und Realität nicht an. Regie führte John Badham.

Foto: ddp images
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Die meistverkaufte Butterbrotdose: Der Commodore C64 wurde von 1982 bis 1993 produziert und über 30 Millionen Mal verkauft. Was kaum noch jemand weiß: 1987 gab es bei Deutschlands bekanntestem Discounter für kurze Zeit einen C64 "Aldi". Der C64 wurde ursprünglich als zentrale Einheit für Videospielkonsolen (die Arcade-Teile in den Spielsalons) entwickelt. Dieser Markt brach in den USA Anfang der achtziger Jahre zusammen. Also beschloss Commodore, das Beste aus der Investition zu machen und wie Apple und IBM einen "Personal Computer" anzubieten. In Deutschland beschleunigte der C64 sowohl das Interesse am Programmieren (in der Programmiersprache BASIC) als auch das an Videospielen.

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"Die Fliege": Jeff Goldblum als Wissenschaftler Seth Brundle testet in "Die Fliege" (USA 1986) sein Gerät zur Teleportation. Aufgrund einer undurchdachten Programmierung verschmilzt seine DNA hierbei mit einer zufällig in die Teleportationskammer geratenen Fliege - mit fürchterlichen Folgen. Regie führte David Cronenberg.

Foto: ddp images
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Arbeitsplatz 1999: "Badetasche" mit "Strahlenkanone" - 1999 war der G3 von Apple "State of the Art". Leider sah die erste Baureihe nicht nur aus wie eine Badetasche, sondern einige Baureihen hatten auch nicht mehr Funktionalität. Daneben ein Sony-Trinitron-Bildschirm mit toller Bildqualität, dessen Reststrahlung das Erbgut sämtlicher Topfblumen zerschossen hat. Ende der neunziger Jahre sah man Apple-Computer immer häufiger in US-Serien und Spielfilmen, vor allem den iMac (die erste Baureihe mit dem "Aquarium"-Design). Aber auch sie waren nur noch willfährige Werkzeuge in den Händen der Guten und Bösen. Sehr schön auch das Telefon links: Ein "Sinus" der Telekom. Die Akkus dieser Modelle starben schneller, als man dachte, und waren nicht austauschbar - außer man machte sich mit grobem Werkzeug und Lötkolben an die Arbeit.

Foto: Axel Nerger
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Vollgas in die Vergangenheit: In der Science-Fiction-Klamotte "Zurück in die Zukunft" (USA 1985) erfindet der Wissenschaftler Dr. Emmett L. Brown (Christopher Lloyd) eine Zeitmaschine in Form eines Autos und allerlei andere skurille Apparate. Regie führte Robert Zemeckis.

Foto: ddp images / interTOPICS
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HAL rehabilitiert sich: Der Film "2010 - Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen" (USA 1984) ist die Fortsetzung von Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" aus dem Jahr 1968. Der Computer HAL 9000, der in "2001" den Verstand verliert und schließlich ausgeschaltet werden muss, wird in "2010" wieder reaktiviert und opfert sich freiwilllig, um das amerikanisch-russische Astronautenteam zu retten. Szene mit Roy Scheider, Regie führte Peter Hyams.

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Chip im Hirn: Als Datenkurier schmuggelt Keanu Reeves in "Vernetzt - Johnny Mnemonic" (USA 1995) Informationen auf einem Speicherchip, der in sein Gehirn implantiert wurde. Regie: Robert Longo.

Foto: ddp images
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"Electric Dreams": In dem in Deutschland unter dem Titel "Computer-Träume" 1984 gelaufenen Film, übte ein Computer zeitweise Macht auf seinen User aus. Besonders interessant die damals revolutionäre Idee, der Computer könne den Haushalt überwachen und alle Geräte steuern.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?