Fotografie "Lach doch mal!"
Die Männer der Cortorari arbeiten traditionell als Kupferschmiede. Ihre Nachbarn nennen sie deshalb auch "Kesselflicker" oder "Blechzigeuner".
Fremde lassen sie nur selten in ihre Kultur. Ruppert hat sich das Vertrauen der Bewohner mit viel Geduld erkämpft: Die Fotoserie entstand über einen Zeitraum von rund sechs Jahren.
In ihren Höfen halten sie Schweine und Hühner, die sie selbst schlachten und verarbeiten.
Wie aus dem Bilderbuch: Roma mit Pferd. Ganz kommt auch Irina Ruppert von den Klischees nicht weg. Aber sie löst ihre Porträtierten aus der Umgebung - mit einer Leinwand aus blauem Tuch.
"Irgendwann kommt der Moment, in dem ein Mensch über sich selbst nachdenkt": Um diesen Moment festzuhalten, nahm sich Ruppert viel Zeit - manchmal fünf Stunden.
Wie viele Zigaretten dieser Mann in seiner Wartezeit wohl schon geraucht hat? Genug jedenfalls, um für ein tiefenentspanntes Bild Modell zu stehen.
Wahre Tierliebe: Ein Mädchen, das Alltag und sogar Bett mit seinem Huhn teilt. Dahinter steht eine traurige Geschichte. Die Mutter des Mädchens ist seit Jahren verschwunden. Den Platz hat nun das Huhn eingenommen.
Stuhl ohne Halt: Der Mann in dem rotkarierten Hemd war früher ein angesehener Mitarbeiter der Genossenschaft. Nach 1989 verlor er seinen Job. Sein Niedergang zeigt sich aber nur subtil: in den gebeugten Schultern, dem müden Blick.
Die Roma von Pretai haben sich bis heute ihre Kultur bewahrt. Dazu gehört auch die traditionelle Tracht: Die Frauen tragen lange rote Röcke,...
...die Männer schwarze Hüte. Ganz geht der Wandel der Zeit an den Cortorari aber nicht vorbei. Ruppert ist mit einigen auf Facebook befreundet. Zum Schlapphut tragen manche auch Turnschuhe von westlichen Sportfirmen.
Nanu, Locken von hinten? Die Cortorari-Frauen dürfen ihre Haare eigentlich nicht öffentlich zeigen. Im Alltag sind sie mit Kopftuch verhüllt. Ruppert durfte sie trotzdem ablichten - ohne Gesicht.
Ruppert will die Cortorari auch in Zukunft mit der Kamera begleiten. Sie befürchtet, dass die Kultur verloren gehen könnte, und damit auch das Handwerk.