"Crazy Horse" in Paris: Legendäres Varieté - DER SPIEGEL
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"Crazy Horse" in Paris Hinter den Kulissen eines legendären Varietés

Strenge Auswahl, harte Proben, fast nackte Tänzerinnen: Das "Crazy Horse" gehört zu den berühmten Nachtklubs in Paris. Geoffroy Van der Hasselt durfte auch im Backstage-Bereich fotografieren. Hier sind seine Bilder.
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"L'art du Nu": Die Kunst des Nackten soll im "Crazy Horse" im Mittelpunkt stehen. Plumpe Erotik will das Pariser Varieté nicht zeigen.

Foto: GEOFFROY VAN DER HASSELT/ AFP
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Das Cabaret liegt an der schicken Avenue George V., auf halber Strecke zwischen Eiffelturm und den Champs-Elysées. Es gehört zu den namhaften Revuetheatern in der französischen Hauptstadt - neben "Moulin Rouge" und "Lido".

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Alain Bernardin eröffnete das "Crazy Horse" 1951 in einem alten Weinkeller. Zunächst war das Etablissement als "Western Saloon" gestaltet - daher auch der Name, der auf einen Indianerhäuptling zurückgeht. Doch schon nach wenigen Jahren wurde es in ein Varieté umgewandelt.

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"Crazy Horse"-Tänzerinnen: Fotograf Geoffroy Van der Hasselt bekam einen seltenen Einblick in den Backstage-Bereich des exklusiven Nachtklubs.

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Hinter dieser Tür liegt "das Allerheiligste des Cabarets", wie Hasselt die Umkleideräume der Tänzerinnen beschreibt. Männern ist der Zutritt normalerweise streng verboten.

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"Am meisten hat mich beeindruckt, wie klein der Backstage-Bereich ist", schildert der Fotograf seine Eindrücke. Es gebe zwei Räume, der eine diene den Tänzerinnen zur Vorbereitung.

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Dort können sie sich schminken und stylen. Den Angaben des Varietés zufolge verbrauchen die Tänzerinnen pro Jahr etwa 500 Liter Make-up und 300 Lippenstifte.

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Eine große Auswahl an Perücken gehört zum Fundus des "Crazy Horse".

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Der zweite Raum wird von einem halbkreisförmigen Sofa dominiert. Dort können die Tänzerinnen zwischen ihren Show-Auftritten entspannen.

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"In den Umkleideräumen wird viel gelacht und herumgealbert", sagt Fotograf Hasselt.

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Während der Proben ist Konzentration angesagt: Hier lauschen die Tänzerinnen den Anweisungen von Regisseurin Svetlana Konstantinova.

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Wer im "Crazy Horse" tanzen will, muss körperliche Voraussetzungen erfüllen: Die Frauen sollen zwischen 1,68 und 1,72 Meter groß sein - wegen der "visuellen Harmonie" auf der Bühne. Auch der Abstand zwischen ihren Brustwarzen ist reglementiert - er sollte 21 Zentimeter nicht überschreiten.

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Etwa 30 Tänzerinnen beschäftigt das "Crazy Horse" eigenen Angaben zufolge derzeit. Die meisten von ihnen sind Französinnen, wie Fotograf Hasselt sagt. Pro Jahr, so heißt es, bekomme das Varieté rund 500 Bewerbungen. Doch nur wenige Kandidatinnen schaffen es wirklich in eine der Shows.

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Jede neue Tänzerin erhalte eine mindestens drei Monate dauernde Ausbildung, berichtet Hasselt. Dazu gehöre auch klassisches Balletttraining.

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Die Show kann beginnen: Für die Tänzerinnen ist eiserne Disziplin eine wichtige Tugend. Jeden Abend stehen zwei Shows auf dem Programm, samstags sogar drei.

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Schattenspiel: "Die Tänzerinnen müssen auf der Bühne Präsenz und Ausstrahlung haben und gewisse schauspielerische Talente", sagte einst eine "Crazy Horse"-Choreografin. Sie treten dabei unter Künstlernamen wie Martha Von Krupp, Dekka Dance, Enny Gmatic, Starlette O’Ara oder Trauma Tease auf.

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Diese Tanzeinlage stammt aus der Show "Rougir de désir" - was in etwa "Erröten vor Begierde" bedeutet.

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Gästeliste im "Crazy Horse": Die Tafel mit den Namen berühmter Besucher hat viele Einträge.

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Szene aus der Show "Upside down": Die Tänzerinnen, die er getroffen habe, vermittelten den Eindruck, ihren Varieté-Job zu lieben, sagt Fotograf Hasselt. "Weil wir Solos und gemeinsame Nummern spielen, haben wir die Chance, unterschiedliche Persönlichkeiten zu entwickeln", habe ihm eine Tänzerin gesagt.

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Szene aus der Show "Undress to kill": Eine andere Tänzerin berichtete Hasselt, die Bühne biete ihr eine Art Maske. "Ich bin eigentlich ziemlich prüde - zeige mich zum Beispiel am Strand nie oben ohne. Aber hier, wo ich von Licht und Schatten umgeben bin, fällt mir das leicht. Ich streife meine Bühnenpersönlichkeit über, also bin nicht ich es, die strippt. Es ist niemals vulgär hier, es steckt viel künstlerische Arbeit in jeder Nummer."

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