"Cryosat" Die Eiswelt im Blick
Satellit im Reinraum: Bei IABG steht "Cryosat 2" auf einer speziellen Plattform. Techniker haben ihn hier und in den benachbarten Labors monatelang geprüft: Vibrationen, extreme Hitze und Kälte und Vakuum und anderes mehr musste das 720 Kilogramm schwere Observatorium der Europäischen Weltraumagentur (Esa) über sich ergehen lassen - mit Erfolg: Mittlerweile steht fest, dass "Cryosat 2" mit den rauen Bedingungen des Weltraums klarkommt.
Angekommen im All (künstlerische Darstellung): Nach sechsmonatiger Anlaufzeit soll "Cyrosat 2" der Wissenschaft dabei helfen, eine ebenso fundamentale wie bisher ungeklärte Frage zu beantworten: Wie viel Eis gibt es in den Polarregionen der Erde?
Hohe Arktis (Archivbild vom Juni 2008): "Über die Meereisdicke wissen wir vergleichsweise wenig", sagt Forscher Lars Kaleschke vom Institut für Meereskunde der Universität Hamburg. Deswegen können die Wissenschaftler auch nicht für die gesamte Arktis verlässlich sagen, wie viel Eis tatsächlich schmilzt - und wie viel vom Wind an anderen Stellen besonders hoch aufgetürmt wird.
Meereisdicke in der Arktis (Bilder des Nasa-Satelliten "Icesat"): Bisher haben sich die Wissenschaftler vor allem mit Messungen direkt auf dem Eis oder vom Hubschrauber aus beholfen. Die Daten von "Icesat" sind in manchen Fällen nicht präzise genug.
Ausdehnung des arktischen Meereises: Klar ist, dass die Fläche schrumpft, je nach Jahr unterschiedlich schnell. Doch Volumenänderungen waren bisher nur schwer abzuschätzen.
Kanadische Arktis aus dem All: Drei Jahre soll der wissenschaftliche Teil der "Cryosat 2"-Mission vorerst laufen. Eine Verlängerung auf fünf Jahre ist nach Angaben der Ingenieure technisch möglich - wenn die Esa-Staaten bereits sind, die Kosten zu übernehmen.
Forscher in der Antarktis (im Januar 2009): Auch die Eisschilde in der Antarktis und in Grönland soll der "Cryosat 2" vermessen. "Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt, dass die Antarktis viel dynamischer ist, als wir bis dahin dachten", sagt Duncan Wingham vom Univesity College. Der weißhaarige Brite ist Chef des Wissenschaftlerteams, das die Daten des fliegenden Observatoriums auswerten wird.