Curnonsky - DER SPIEGEL
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Curnonsky Der Gaumenheld

Er becherte mit Toulouse-Lautrec, stritt mit Verlaine und zog mit Colette durch die Nachtclubs von Paris: Maurice-Edmond Sailland, Gourmet, Literat und Schwerenöter, rettete in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Ruf der französischen Küche - obwohl er selbst nur ein Ei braten konnte.
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Reisender Curnonsky: Für seine zahlreichen Gastrokritiken unternahm Maurice-Edmond Sailland alias Fürst Curnonsky ausgedehnte Reisen durch ganz Frankreich und empfahl seine Entdeckungen in seinen montags erscheinenden Kolumnen. Das Foto zeigt ihn im Kreise seiner Reisegefährten.

Foto: Collection Rolf Heyne
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Curnonskys große Liebe: Germaine Larbaudière kam jung und schüchtern aus Beauchamp nach Paris, um ihr Glück als Tänzerin zu versuchen. Als Curnonsky sie kennenlernte, war sie zarte 17 Jahre alt - der Schwerenöter liebte die jungen Mädchen.

Foto: Collection Rolf Heyne
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Akademie der Köche: Die Mitglieder der Académie Gastronomique versammeln sich bei der Weinlese zum Fototermin. 1930 hatte Curnonsky mit seinen 40 besten Freunden nach dem Vorbild der Académie Française, der großen literarischen Einrichtung, die Institution gegründet.

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Kesse Bella: Schwarze Strümpfe, hohe Schuhe, geraffter Rock, kurzes Hemdchen - diese Postkarte erhielt Frauenliebhaber "Cur" von der aufreizenden "Bella Olimpo".

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Kulinarische Vereinigung: Im Anschluss an die Gründungsfeierlichkeiten der "Chaîne des Rôtisseurs" am 29. August 1950 zeigt sich der hochbetagte Curnonsky im Kreise seiner Freunde. Die Assoziation war beinahe in Vergessenheit geraten, bevor "Cur" der Bruderschaft neues Leben einhauchte. Die "Vereinigung der Grillköche" war ursprünglich im Jahr 1248 von König Ludwig IX. gegründet worden.

Foto: Collection Rolf Heyne
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Talentscout: Mit Sidonie-Gabrielle Colette (hier in ihrer Bühnenrolle des "kleinen Fauns") verband Curnonsky eine lebenslange Freundschaft. Während der Gourmet sich tagsüber als Lohnschreiber für ihren ersten Ehemann "Willy" verdingte, zog er nachts mit Colette um die Häuser. Curnonsky war es auch, der ihr literarisches Talent entdeckte und förderte: Dank seines Betreibens veröffentlichte die Künstlerin 1900 ihren ersten Roman - und avancierte bald zur berühmten Schriftstellerin.

Foto: Collection Rolf Heyne
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Küchentipps für die Front: Während des Ersten Weltkriegs sorgte Curnonsky als Leiter einer Frontzeitschrift für Erheiterung und Aufmunterung der Soldaten - mit lustigen Geschichten sowie praktischen Küchentipps ("Wie zerlege ich einen Hasen perfekt, der mir bei einer Patrouille vor die Büchse läuft?").

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Kurtisane del Baye: Es gab kaum eine Kurtisane, die Curnonsky bei seinen Streifzügen durch das Pariser Nachtleben nicht kannte. Die glamouröse Revuetänzerin und Schauspielerin Paulette del Baye lernte der Lebemann über den "Duc de Montpensier" kennen - sie war dessen Mätresse.

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Fleischeslust: Kurz vor den Gründungsfeiern der Académie stürzte Curnonsky und brach sich ein Bein. Im Krankenhaus erreichten ihn zahlreiche Genesungswünsche, viele davon auf Menükarten geschrieben. Georges Villa zeichnete diese Menükarte 1937 und versah sie mit einer persönlichen Widmung an den "Prinzen". Villa, in jenen Tagen einer der bedeutendsten Künstler am Montmartre, war bekannt für seine humoristischen Illustrationen.

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Hommage an Curnonsky: "Cuisine et Vins de France" widmete Curnonsky zum 80. Geburtstag eine Sonderausgabe. "Der Prinz der Gastronomie" hatte die Zeitschrift 1947 mit Madame Decure, einer jungen Direktrice, gegründet.

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Gastronomischer Atlas: Das Cover des "Atlas de la Gastronomie Française" aus dem Jahr 1950, eine der zahlreichen Publikationen aus Curnonskys Feder.

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Einladungen: Auch die Tänzerin Odylette erlag dem Charme Curnonskys. Sie schickte ihm eine signierte Postkarte und lud ihn zu ihrer Revue ein. Als Theaterreporter hatte Curnonsky uneingeschränkten Zugang zur Bühne. Das garantierte ihm vor und nach der Aufführung intimsten Kontakt zu den Revue-Diven.

Foto: Collection Rolf Heyne
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?