Daniel Ellsberg Eine Vietnam-Legende
Der US-Präsident vor einem Gemälde seines Vorgängers George Washington: Vietnam-Veteran Daniel Ellsberg wirft Obama vor, die Bürgerrechte massiv zu missachten.
Daniel Ellsberg ist in den USA bekannt: als der Mann, der die "Pentagon Papers" lancierte und eine landesweite Entrüstung über das Weiße Haus lostrat. Auch heute bleibt er kritisch und greift Präsident Barack Obama an: "Obama täuscht die Öffentlichkeit."
1971 löste Ellsberg eine nationale Krise aus. Er hatte im Pentagon gearbeitet - und in dieser Zeit 7000 Seiten kopiert, die belegten, dass die US-Regierung wusste, dass der Vietnamkrieg nicht mehr zu gewinnen war. Die Dokumente gingen als "Pentagon Papers" in die Geschichte ein. Das Weiße Haus versuchte, die Veröffentlichung zu verhindern, und klagte bis zum Obersten US-Bundesgerichtshof. Die Klage wurde abgewiesen.
Ellsberg blieb Aktivist. Er wurde bei Friedensdemonstrationen verhaftet und auch verurteilt. In Washington blockierte er schon mal die Zufahrt zum Weißen Haus.
Er kritisierte die Politik von George W. Bush heftig - wegen der Verletzung von Bürgerrechten und der Verfassung und der Kriege im Nahen Osten.
"Obama setzt das Schlimmste der Bush-Regierung fort", sagte Ellsberg im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE über die Verfolgung von Whistleblowern. "Diese andauernde Verletzung der Bürgerrechte ist unverzeihlich." Obama habe sich "um 180 Grad gedreht".