Darwinfinken Die Evolution der bunten Schnäbel
Groß-Grundfink: Wie alle Darwinfinken lebt er auf den Galapagos-Inseln. Als Charles Darwin die Tiere hier beobachtete, kam ihm der Legende nach die grundlegende Idee für die Evolutionstheorie. Eine besondere Rolle spielten dabei die Schnäbel.
Klein-Grundfink: Darwin fiel auf, dass sich die Vögel abhängig von ihrer Schnabelform auf unterschiedliche Nahrung spezialisiert haben. Einige fressen Insekten, andere Samen oder Nektar von Kaktuspflanzen. Wieder andere Finken ernähren sich vom Blut anderer Tiere.
Opuntien-Grundfink: Die unterschiedlichen Nahrungspräferenzen ermöglichen den 15 eng verwandten Finkenarten, auf kleinem Raum zusammenzuleben, ohne dass das Futter für eine von ihnen knapp wird.
Blutrünstige Spitzschnabel-Grundfinken: Diese Art ernährt sich vom Blut des Nazcatölpels. Um die Evolution der Vögel besser zu verstehen, haben Forscher die Gene von 120 Darwinfinken verglichen.
Kaktus-Grundfink: "Nun können wir sicher sagen, dass Kreuzungen zwischen den Galapagos-Finken eine wichtige Rolle bei ihrer Evolution spielten", erklärt Peter Grant, der die Vögel seit 40 Jahren erforscht.
Die Genanalyse zeigte etwa, dass sich der Waldsängerfink (Certhidea olivacea) mit dem gemeinsamen Vorfahren der Grund- und Baumfinken gekreuzt haben muss, der vor etwa einer Million Jahren lebte. Der gemeinsame Vorfahr aller Darwinfinken kam vor etwa zwei Millionen Jahren auf die Galapagos-Inseln.
Groß-Grundfink: Die Forscher entdeckten auch, dass sich bereits minimale Veränderungen eines Schnabel-Gens äußerlich bemerkbar machen. So sind sogar kleine genetische Abweichungen in Individuen der gleichen Art auf dem Schnabel erkennbar.
Das Gen ALX1, das die Schnabelform bestimmt, ist bei vielen Wirbeltierarten für die Form des Schädels und des Gesichts verantwortlich. Beim Menschen führen Mutationen, die das Gen abschalten, zu Gesichtsdeformationen.
"Ich wäre nicht überrascht, wenn sich herausstellt, dass Mutationen, die die Funktion des ALX1-Gens minimal verändern, auch zu der verblüffenden Vielfalt in menschlichen Gesichtern beitragen", erklärt Studienautor Leif Andersson. Veröffentlicht haben die Forscher ihre Ergebnisse im Fachmagazin "Nature" .