"Das Boot" 1985 Der Straßenfeger
Als Wolfgang Petersens Serie "Das Boot" 1985 vom Stapel lief, entwickelte sich der Dreiteiler zu einem Straßenfeger: Knapp 24 Millionen Zuschauer schalteten ein.
Die Zuschauer fieberten mit der Crew mit, die auf Feindfahrt ging. Mit dem "Kaleun" (Jürgen Prochnow) genauso wie mit dem "LI" (Klaus Wennemann).
Allerdings kultivierte die Serie auch die Legende, wonach die deutschen Soldaten unschuldig in diesen Krieg zogen.
Namen hatten die wenigsten dieser Figuren, aber ihre Schicksale brannten sich ein, als seien sie Familienmitglieder.
"Das Boot" war aber kein Solitär im deutschen Fernsehen. Viele andere Serien trauten sich ein neues, komplexes Erzählen zu.
"Berlin, Alexanderplatz" von Rainer Werner Fassbinder: Die 930-minütige Verfilmung des Alfred-Döblin-Romans mit Günter Lamprecht in der Hauptrolle sorgte 1980 für Aufsehen.
"Kir Royal" von Helmut Dietl: Baby Schimmerlos (Franz Xaver Kroetz), ein Parvenue und Klatschreporter in München, wird zum Symbol für die konsumgeilen, oberflächlichen Achtziger.
"Heimat - Eine deutsche Chronik" von Edgar Reitz: Zum Teil in Schwarz-Weiß und im Hunsrücker Platt gedreht, in seiner bedächtig-distanzierten Inszenierung gewissermaßen das Gegenstück zu Petersens "Boot".
Selbst in einer Vorabendserie wie "Der Fahnder" lotete Regisseur und Drehbuchautor Dominik Graf die Grenzen seriellen Erzählens aus.