Spanische Ultras Kampf gegen die eigenen Anhänger
Nach der Massenschlägerei zwischen rivalisierenden Fans in Madrid hat Spaniens Fußball Hooligans den Kampf angesagt. Die Vereine der spanischen Profi-Ligen, die zu den gewaltsamen Gruppen unter ihren Anhängern nicht auf Distanz gehen, können künftig mit einem Punkteabzug oder gar einem Zwangsabstieg bestraft werden.
Am Sonntag war es in der spanischen Hauptstadt vor dem Liga-Spiel zwischen Meister Atlético Madrid und Deportivo La Coruña vor dem Vicente-Calderón-Stadion zu einer Massenschlägerei zwischen Ultras beider Clubs gekommen. Beteiligt war unter anderem die Ultra-Gruppierung Frente Atlético.
Ein 43 Jahre alter Deportivo-Ultra erlitt dabei tödliche Verletzungen, er war nach der Schlägerei in den Fluss Manzanares geworfen worden. 13 weitere Personen wurden bei den Krawallen verletzt.
Kurz nachdem Atlético jene Gruppe aus dem Stadion verbannt hatte, verweigerte auch Deportivo La Coruña seinen Ultras vorerst den Zugang zum Stadion. "Ich bin sicher, dass es keine Riazor Blues mehr im Estadio Riazor geben wird", sagte Deportivo-Präsident Tino Fernandez.
Die Profi-Liga LFP kündigte an, eine Liste von Fangruppen zu erstellen, die als gewaltsam eingestuft werden. Die Vereine der 1. und 2. Liga, die mit Zusammenschlüssen aus dieser Liste zusammenarbeiten, sollen nach dem Übereinkommen mit Stadionsperren, Punktabzügen oder einem Zwangsabstieg bestraft werden.
Real Madrids Präsident Florentino Pérez hatte den Ultras in seinem Stadion schon vor einiger Zeit den Kampf angesagt. Sie reagierten auf ihre Weise und beschmierten das Grab seiner Frau.
Auch der frühere Barcelona-Präsident Joan Laporta versuchte sein Glück im Kampf gegen die gewaltbereiten Anhänger. Ohne Erfolg: Er wurde bedroht, und nach dem Ende seiner Amtszeit kamen die Ultras zurück.