Fernsehskandal in den Siebzigern Kandidat in Lebensgefahr
Der Moderator: Im "Das Millionenspiel"-Studio kommentiert der Showmaster Thilo Uhlenhorst alias Dieter Thomas Heck die Menschenjagd wie ein Sportereignis.
Spiel um sein Leben: Der Leverkusener Bernhard Lotz (Jörg Pleva) lässt sich freiwillig eine Woche lang von Auftragskillern, der sogenannten Köhler-Bande, jagen. Wenn er überlebt, gewinnt er eine Million D-Mark.
Hinter den Kulissen: Der Fernsehfilm "Das Millionenspiel" versetzte 1970 Fernsehdeutschland in Aufruhr. Mit Passanten-Interviews, Dieter Thomas Heck als Moderator und gefaketen Werbeeinblendungen zogen die Macher alle Register, um den Film als echte TV-Show zu verkaufen. Einige Zuschauer hielten das makabre Spektakel dann auch tatsächlich für real - und riefen an, um sich als Kandidat zu bewerben.
Die Kinder von "Das Millionenspiel": Der deutsche Fernsehfilm von 1970 nimmt thematisch einige spätere Werke vorweg. 1982 gab es ein Remake des Films durch den französischen Regisseur Yves Boisset. Sein Titel war "Kopfjagd - Der Preis der Angst". Weit bekannter ist heute allerdings ...
... "Menschenjagd": Der Roman, den Stephen King unter seinem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlichte, erschien 1982. Auch in dieser Zukunftsvision werden Menschen zur Unterhaltung der Massen in einer Fernsehshow gejagt und ermordet. Diese Zukunftsvision spielt allerdings erst im Jahr 2025. 1987 wurde das Buch verfilmt unter dem Titel ...
... "Running Man": In dem Science-Fiction-Film von 1987 spielt Arnold Schwarzenegger den Gejagten.
Der Banden-Boss: Bevor Dieter Hallervorden als Komiker durchstartete, spielte er in "Das Millionenspiel" Köhler, den kaltblütigen Chef der Verfolgerbande.
Blutiges Finale: Am Ende der Sendung "Das Millionenspiel" muss Kandidat Bernhard Lotz in der sogenannten Todesspirale noch einmal beweisen, was in ihm steckt. Lotz muss lebend durch die 28,4 Meter lange Röhre kommen. Doch sie hat drei Einschussöffnungen, an denen er vorbei muss, ohne von der Köhler-Bande niedergeschossen zu werden.
Von wegen live: Der Reporter Heribert Faßbender, rechts, in der Rolle des Außenreporters in "Das Millionenspiel" interviewt in einem Bahnhof die Köhler-Bande, Hensel (Theo Fink, von links), Köhler (Dieter Hallervorden) und Witte (Josef Fröhlich).
Die Informantin: Dieter Thomas Heck als Moderator Thilo Uhlenhorst im Studio spricht mit einer Hotelangestellten (auf der Videowand im Hintergrund). Sie hat den Killern von der Köhler-Bande den Aufenthaltsort von Lotz verraten.
Der Drehbuchautor: Wolfgang Menge schrieb das Skript für "Das Millionenspiel". Dabei orientierte er sich an der Kurzgeschichte "Der Preis der Gefahr" des amerikanischen Sci-Fi-Schriftstellers Robert Sheckley. Bekannt wurde Menge als Autor der Krimiserie "Stahlnetz" und Erfinder der bitterbösen Familienserie "Ein Herz und eine Seele" mit Heinz Schubert als Ekel-Alfred.
Der Mann hinter der Show: Tom Toelle führte Regie bei "Das Millionenspiel" (Foto von 1994).
Dieter Thomas Heck: Im Fernsehfilm "Das Millionenspiel" mimt Dieter Thomas Heck den Showmaster Thilo Uhlenhorst. Bekannt wurde er als Moderator von Sendungen wie der ZDF-"Hitparade", "Melodien für Millionen" und "Das große Los".
"Ein Herz und eine Seele": Aus der Feder von "Das Millionenspiel"-Drehbuchautor Wolfgang Menge stammt auch die Serie "Ein Herz und eine Seele" aus den siebziger Jahren mit Heinz Schubert (Mitte) als Ekel-Alfred.
Mockumentary: Auch für den Skandalfilm "Smog" (1973) schrieb Wolfgang Menge das Drehbuch. Die Pseudo-Doku spielt den "Plan zur Verhinderung smogähnlicher Erscheinungen bei austauscharmen Wetterlagen" durch.