Was macht eigentlich... David Cameron?
Um von David Cameron etwas zu sehen, braucht es dieser Tage einen Paparazzo: Der Ex-Premier, der das folgenschwere Brexit-Referendum anzettelte, joggt, macht Urlaub auf Costa Rica, engagiert sich für benachteiligte Schüler. Nur zum Brexit sagte er lange kein Wort: bis zum vergangenen Mittwoch.
Jogger Cameron (hier bei einem Wettrennen in Chadlington, 2014) erklärte einem Reporter der BBC, er bereue den Ausgang des Brexit-Referendums. Dass er es angezettelt habe, bereue er jedoch nicht.
Stirnfalten, kurz nach der historischen Niederlage: Im Juni 2016 hatte sich Cameron beim Brexit-Referendum für einen Verbleib in der EU stark gemacht. Wenige Tage nach der Abstimmung musste der Verlierer nach Brüssel zum Rat der EU-Regierungschefs reisen.
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker tätschelt Cameron die Hand (am 28. Juni 2016): Kurz nach der Entscheidung der Briten für den EU-Austritt hatte der Premier seinen Rücktritt für Oktober 2016 angekündigt. Was künftig aus ihm wird? Er soll sich als britischer Außenminister sehen. Auch Nato-Generalsekretär traut sich Cameron laut dem "Guardian" zu.
Im November gab es einen der wenigen offiziellen Auftritte des konservativen Regierungschefs. In London gedachte er des Weltkriegsendes vor 100. Jahren.
Ende November tauchte der Ex-Regierungschef bei einem Führungskräftetreffen in Peking auf, er tourt als Redner für üppige Honorare um die Welt. Wie der "Guardian" berichtete, beträgt sein Honorar bei einer Redneragentur rund 120.000 Pfund pro Auftritt.