DDR-Aufarbeitung Kassenwart bei der Mördertruppe
Schmotz und Schäuble: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) weilte am Abend des 30. Januar 2008 im Stendaler Hotel "Schwarzer Adler", wo er vor Parteifreunden eine Rede über die innere Sicherheit in Deutschland hielt. In Stendal wird am 17. Februar der Oberbürgermeister gewählt. Die CDU unterstützt den parteilosen Klaus Schmotz (l.). Außerdem im Bild: der Chef des CDU-Kreisverbandes Wolfgang Kühnel (M.)
Buchlesung mit Roman Grafe: Der Autor Roman Grafe (l.) stellte am 30. Januar 2008 bei einer Lesung im Rathaus der Stadt Stendal seine Bücher "Die Grenze durch Deutschland. Eine Chronik von 1945 bis 1990", erschienen 2002, und "Deutsche Gerechtigkeit. Prozess gegen DDR-Grenzschützen und ihre Befehlsgeber", erschienen 2004, vor. Außerdem referierte er bei der Veranstaltung Details über den beruflichen Werdegang des Stendaler Oberbürgermeisters Klaus Schmotz (parteilos) und löste damit eine heftige Debatte aus. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der sachsen-anhaltinische Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Gerhard Ruden (CDU).
Selbstschussanlage: Blick auf einen stark gesicherten Zaun an der deutsch-deutschen Grenze nahe Hof/Saale in Oberfranken, fotografiert 1984. Nach dem Abbau der berüchtigten Selbstschussanlagen machten zusätzliche Grenzzäune mit T-förmigen und mit Signaldrähten durchsetzten Abweisern, die teilweise noch mit Hundelaufzäunen gesichert wurden, eine Flucht in den Westen nahezu unmöglich.
Weil sie öffentlich nach einer DDR-Selbstschussanlage gesucht hatte, waren gegen die Gedenkstätte Marienborn an der ehemaligen innerdeutschen Grenze Ermittlungen eingeleitet wurden. Der Verdacht der Magdeburger Staatsanwaltschaft im Sommer 2007 lautete auf "Aufforderung zu einer Straftat". Die Kriminalpolizei Oschersleben hatte Anzeige erstattet, weil Selbstschussanlagen unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen.
Grenzübergang: Die Warteschlange vor dem Grenzübergang Marienborn am 6. April 1965. Die Fahrzeuge stauten sich auf der Autobahn Hannover-Berlin.
Grenztruppen der DDR: Eine Ausstellung in der Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn (Landkreis Börde)zeigte im Dezember 2007 Aufnäher, Banderolen und Medaillen der DDR-Grenztruppen. Die ehemalige Grenzübergangsstelle Marienborn war die größte und bedeutenste Kontrollstelle der deutsch-deutschen Grenze, bedingt durch den Transitverkehr nach Westberlin. Die direkt an der Autobahn 2 gelegene Gedenkstätte zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gilt als ein Symbol der deutschen Teilung.
Ursprünglich gehörten die Grenztruppen zur Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR, 1973 wurden sie dem Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR direkt unterstellt - und hießen von da ab "Grenztruppen der DDR".
Minenfeld: Im Verlauf der weiteren Jahre wurden die Sperranlagen "moderner" und teurer. Auch Minen, Drahtgitterzäune und Selbstschussanlagen mussten finanziert werden.
Grenzpolizeihelfer: Auch die "Freiwilligen Helfer" waren Teil einer Maschinerie, die "kleinen Rädchen", die einem sehr großen Schaden zufügen konnten, wenn man vom Recht auf Freizügigkeit Gebrauch machen wollte.
Buchcover "Deutsche Gerechtigkeit": Ein Gericht hatte zeitweise die Verbreitung von Roman Grafes 2004 erschienenem Buch "Deutsche Gerechtigkeit. Prozesse gegen DDR-Grenzschützer und ihre Befehlsgeber" untersagt. Ein ehemaliger Politoffizier der DDR-Grenztruppen hatte dagegen geklagt.
Buchcover "Die Grenze durch Deutschland": 2002 ist von Roman Grafe im Siedler-Verlag das Buch "Die Grenze durch Deutschland. Eine Chronik von 1945 bis 1990" erschienen.