DDR-Warenwelt Westkindheit mit Ostprodukten
DDR-Disko-Inferno im Kinderzimmer: Die "drehbare Standleuchte" war Plaste pur - und zauberte faszinierende Lichtspiele an Wände und Zimmerdecke. Über Umwege auch im Westen.
Das einzige, wunderbare, unvergleichliche Ost-Sandmännchen. Noch heute steht es auf meiner Flurkommode, in der Variante mit grünblauem Filz-Cape und roten Puschen.
Handpuppen aus der DDR: Hier leider nicht abgebildet, aus meiner Kindheit allerdings nicht wegzudenken: Die Schnatterinchen-Puppe, deren quietschgelber Körper aus knarziger Kunstfaser vom Kopf zu rutschen pflegte.
Auch akustisch DDR-sozialisiert: Diese "Peter und der Wolf"-LP verhagelte mir so manchen Nachmittag, weil "irgendwie zu gruselig".
Liebevoll gestaltet: Urlaubsalbum von Frau P., einer DDR-Rentnerin, die ihre Reisen in den Westen und durchs eigene Land dokumentierte.
Großartige Einrichtung: Zwar musste man eine Weile Schlange stehen - aber ein Besuch in der Milchbar war Pflicht bei jedem DDR-Besuch.
Dinge, die bei meiner Mutter im Nähkasten zu finden waren: "Stopftwist für die Reise" aus der DDR.
Zigaretten-Marken in der DDR: Manchmal so locker gestopft, dass der Tabak aus der Hülle rieselte.
Altenburger Kalifornia-Likör: Zuckerdurst mit Bier gelöscht.
Die eigenen Bürger stets im Visier: Spionage-Kamera sowjetischer Produktion aus den Achtzigerjahren.
Übungsblatt zu Gesichts- und Körpermerkmalen: DDR-Sicherheitskräfte wurden akribisch darauf vorbereitet, exakte Personenbeschreibungen zu erstellen.
Die Form von Bärten ("aufgestellt"), Ohren ("darwinscher Knoten") oder Augen ("einseitig einwärts schielend") mussten dabei genauso differenziert geschildert werden wie Körperhaltung oder Rückenansicht.
Selbstironie und eine ganz eigene Form von Humor ließen viele Ostdeutsche den schwierigen Alltag überstehen. Hier ist eine pfiffige Hammer-und-Sichel-Grafik aus "Das Magazin" zu sehen, einer sehr beliebten Monatszeitschrift für Kultur und Lebensart.