DDR-Design - DER SPIEGEL
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"Industrielle Formgestaltung" in der DDR Vergessene Ikonen

Längst ist es Kult: Design made in DDR. Schade nur, dass die besten Ideen nie in Serie gingen, weil die Mittel fehlten oder die Geschmackspolizei zuschlug. Doch West-Designer kupferten gern im Arbeiter- und Bauernstaat ab. einestages zeigt Ost-Design, das hätte sein können.
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Gelber Kleinwagen: Dieser Kleinwagen-Entwurf aus dem Jahre 1971/72 von K. C. Dietel ging ebensowenig in Serie wie der geplante Trabant-Nachfolger "P 610" - die Ressourcen für solche Großprojekte waren in der staatlich gelenkten Planwirtschaft der DDR nicht da. Aber auch die persönlichen Vorlieben von Funktionären konnten das sofortige Ende für einen mühsam erarbeiteten Entwurf bedeuten. So fegte SED-Wirtschaftslenker Günter Mittag 1962 kurzerhand den Vorschlag für einen neuen "Wartburg" vom Tisch: "Der sieht ja aus wie ein Nato-Jeep!"

Foto: Günther Höhne/K. C. Dietel
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Kultur im Heim: Titelseite der Zeitschrift "Kultur im Heim" Nr. 4/1964 mit dem Fernseher der Rundfunk-Phono-Fernseher-Bausteinserie. Ein 1962 erstmals auf der V. Deutschen Kunstausstellung in Dresden vorgestellter Enwturf des Ostberliner Formgestalters Jürgen Peters war im SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" als "hinter dem Leben zurück" verrissen worden. "Farblose Eintönigkeit und Verarmung der künstlerischen Formen" wurde dem am technischen Design von westdeutschen "Braun"-Geräten orientierten Entwurf attestiert.

Foto: Günther Höhne/Jürgen Peters
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Petras weißes Porzellan: Die schlichte Farbgebung von Hubert Petras weißem Porzellan für den Volkseigenen Betrieb Porzellanfabrik Wallendorf wurde als "unkünstlerische Lösung" und "formalistisch" beanstandet - die Vasen mit ihren schnörkellos-modernen Formen durften zwar weiter produziert werden, aber nur dekoriert mit kunterbunten Ornamenten, Städteansichten nach alten Stichen und ähnlichem Zierrat.

Foto: Günther Höhne
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LKW-Entwurf: Testfahrzeug des von Dietel/Rudolph gestalteten Zittauer Robur D 609 von 1978. Auch die Spur dieses formschönen und zweckmäßigen Lkw-Entwurfs von Karl Clauss Dietel und Lutz Rudolph verlief schließlich im Sande der Teststrecken.

Foto: Günther Höhne/Werksfoto VEB Robur Zittau
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Der IFA L 60: Funktionsmuster des Ludwigsfelder IFA L 60/1013 von Karl Clauss Dietel und Lutz Rudolph im Jahr aus dem Jahr 1971.

Foto: Günther Höhne/Werksfoto
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Plattenspieler: Der Entwurf des Plattenspielers P 2201 Olympia von Michael Stender, Chefdesigner bei Stern-Radio Berlin, entstand Mitte der achtziger Jahre und wurde 1989 sogar mit der staatlichen Auszeichnung "Gutes Design" bedacht - produziert wurde er nie, als die DDR zusammenbrach, wartete der Hersteller vom Sachsenwerk Dresden-Niedersedlitz immer noch auf die benötigten mikroelektronische Bauteile aus Frankfurt/Oder.

Foto: Günther Höhne
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Clip+Clap-Kugelleuchte: Mit der Lampe "Clip+Clap", einem originellen Steckbausatz aus Kunststofffolie, gewannen die Berliner Designstudenten Albrecht Ecke und Reinhard Panier 1985 den ersten Preis beim Designwettbewerb des Leuchtmittel-Kombinats NARVA. In der DDR wurde sie nie produziert - aber im Jahr 2000 entdeckte Ecke seinen Entwurf auf dem Frankfurter Messestand eines italienischen Lampenherstellers unter der Bezeichnug "SLAMP RG 60". Heute prangen auf den Versandkartons der erfolgreichen Kugelleuchte auch die Namen der einstigen DDR-Designer Ecke und Panier. Das Bild zeigt die "Clip+Clap" in der Ausführung als "SLAMP RG 60" in der Wohnung des Autors.

Foto: Günther Höhne
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?