DDR-Fotograf - DER SPIEGEL
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DDR-Fotograf "Ich habe mich ein bisschen selbst zensiert"

Bert Brecht war scheu, die Dietrich hatte Starallüren. Vierzig Jahre lang knipste Gerhard Kiesling für die "Neue Berliner Illustrierte" Stars, aber auch Alltag und Außergewöhnliches in der DDR: zum Beispiel Plattenbauten - oder nackte Bergarbeiter. Bis heute muss er sich dafür rechtfertigen. Von Christoph Gunkel
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Volkes Flimmerkiste: Der Fernsehkoffer "Junior" wird 1959 vorgestellt. Der "Junior" hatte einen 18 mal 13 Zentimeter großen Bildschirm mit automatischer Kontrastregelung und Störunterdrückung. Das Gehäuse wog etwa 10 kg.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Weltraumpioniere: Idealisierung des Sozialismus oder einfach ein gelungenes Foto? Kiesling sagt, er wollte "immer nur die Menschen fotografieren, wie sie waren." 1986 machte er dieses Foto von jungen Weltraumpionieren im Kosmonautenzentrum in der damaligen Karl-Marx-Stadt.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Wehrhafte DDR: Ein Soldat des NVA-Wachbataillons vor der Neuen Wache in Berlin wird 1975 von Kindern bestaunt.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Der Nackte aus dem Schacht: So freizügig war die DDR dann doch nicht - die Bildredaktion der "Neuen Berliner Illustrierten" retuschierte Kieslings Bergarbeiter im letzten Moment eine schwarze Turnhose über seine Männlichkeit.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Frühjahrsmode: Der VEB Berliner Mode präsentiert 1959 die Frühjahrsmode - mitten im Schnee.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Palast der Republik: Menschen bei einer Veranstaltung im Treppenhaus des Palastes der Republik.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Vera Oelschlegel: Eine der bekanntesten Schauspielerin der DDR war Vera Oelschlegel, hier von Gerhard Kiesling im Jahr 1959 porträtiert.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Walter Ulbricht: "So dunkel ist es doch gar nicht in meinem Korridor!" Eines von Kieslings Porträts wollte der SED-Generalsekretär partout nicht veröffentlicht sehen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Glücklicher tanken: Eine Tankwartin posiert 1957 für den Fotografen Kiesling an der Frauentankstelle des VEB Minol in Dresden.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Anna Seghers: "Eine Seele, aber schwierig zu fotografieren, weil sie so unruhig war", sagte Gerhard Kiesling über die berühmte Schriftstellerin, die jahrzehntelang den Schriftstellerverband der DDR leitete. Für ihre Arbeit erhielt sie u.A. den Büchner-Preis (1947).

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Erwin Strittmatter: Den deutschen Schriftsteller der seit Mitte der Fünfziger auf einem Hof im Ruppiner Land wohnte, porträtierte Kiesling besonders häufig und gerne.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Eva-Maria Hagen: Dies Foto der deutschen Sängerin und Schauspielerin Eva-Maria Hagen entstand im Jahr 1957. Jahrelang war Hagen mit dem Regime-kritischen Liedermacher Wolf Biermann zusammen und wurde, genau wie er, aus der DDR ausgebürgert.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Leuchtender Sozialismus: Wohl ein Foto, was man eher aus dem kapitalistischen Westen erwartet hätte - ein festlich beleuchteter Weihnachtsmarkt am Berliner Alexanderplatz.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Brechts "Die Mutter": Als Theaterfotograf machte sich Kiesling im Nachkriegsberlin einen Namen und wurde von der auflagenstarken Neuen Berliner Illustrierten angeheuert, für die er mehr als vier Jahrzehnte frei fotografierte. Beliebt waren in der DDR Inszenierungen von Bertolt Brecht - hier eine Szene aus dem Stück "Die Mutter". Der Meister selbst ließ sich nur äußerst ungern fotografieren.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Monument der Macht: Blick auf den beleuchteten Palast der Republik und den Fernsehturm in Berlin bei Nacht in den siebziger Jahren.

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Platte für Berlin: Besonders gerne wurde in den Zeitungs-Redaktionen alles gesehen, was den "Touch des Schönen und Funktionierenden" hatte. Hier die Errichtung von Plattenbauwohnung 1960 in Ost-Berlin.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Dynamo Dresden: Besonders häufig fotografierte Gerhard Kiesling die Volkseigenen Betriebe (VEB) der DDR - hier 1952 zwei Arbeiterinnen des VEB Elektromaschinenbau Dresden an einem Großdynamo.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Marlene Dietrich: "Sie hatte Starallüren, da ist kein Funke übergesprungen", sagt Kiesling über die berühmte Schauspielerin. Stolz war er trotzdem, dass sie sich von ihm porträtieren ließ.

Foto: Gerhard Kiesling
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Selbstporträt in luftiger Höhe: Festgegurtet an der Feuerleiter, die bis zur Spitze des Berliner Fernsehturms führt, macht Kiesling ein Selbstporträt mit dem Fish-Eye-Objektiv.

Foto: Gerhard Kiesling
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Rekord am Alexanderplatz: 1985 schoss Gerhard Kiesling sein vielleicht berühmtestes Foto. Ohne offizielle Genehmigung kletterte er bis zur Antennenspitze des Berliner Fernsehturms und fotografierte Berlin mit einem Fish-Eye-Objektiv, einem extremen Weitwinkel. "Bis heute hat das niemand mehr geschafft!"

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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DDR-Elchtest: Der neue P70, Vorgänger des legendären Trabant, wird 1955 in Zwickau vorgestellt und gleich einem ungewöhnlichen Belastungstest unterworfen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Schwarzer Mann: Manchmal gelangen Kiesling auch per Zufall originelle Aufnahmen. Eigentlich wollte er Thomas Mann fotografieren, doch da gleich zwei Blitzanlagen versagten, sieht man Thomas Manns Kopf nur als markanten Schattenriss. Noch heute freut sich Kiesling über ein weiteres witziges Detail auf dem Foto - einen kleinen, weißen Lichtreflex in der Bildmitte. "Das sind Johannes Bechers dicke Brillengläser, daran kann man ihn eindeutig erkennen."

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Friedensfahrt 1952: Auch hier versagte die Technik, der Verschluss klemmte - und sorgte für einen schönen Wisch-Effekt. Das Foto entstand in der Niederlausitz während der Friedensfahrt von Warschau nach Prag, einem internationalen Radrennen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Der Stahlarbeiter aus Riesa: Ein sozialistischer Held? Für Bilder wie dieses musste sich Gerhard Kiesling nach der Wende rechtfertigen. "Er tat mir ehrlich gesagt einfach nur Leid mit seiner verbrannten Haut", beteuert der Fotograf heute, "an einen sozialistischen Helden habe ich nicht gedacht."

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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Sauber in Ost-Berlin: Gerne wurden in der DDR Fotos veröffentlicht, die technische Errungenschaften anpriesen und präsentierten. Hier bestaunen Ost-Berliner eine Dämpfpuppe im Reinigungs- und Reparaturbetrieb Flinke Jette am Alexanderplatz. Der Betrieb wurde 1960 gegründet.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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