DDR-Kreuzfahrt Traumschiff zum Abtauchen
Der Stolz des SED-Regimes: Das über die Toppen geflaggte DDR-Urlauberschiff "Fritz Heckert" am Passagierkai von Warnemünde. Das Schiff war der Stolz des SED-Regimes und sollte dem Westen beweisen, das auch in der DDR "der Wohlstand wächst". Doch schon wenige Wochen nach der Jungfernfahrt im Mai 1961 war klar, dass das in Wismar gebaute Schiff Konstruktionsfehler aufwies. Nach nur neun Jahren Betriebszeit wurde die "Fritz Heckert" 1970 wieder außer Dienst gestellt.
Sonnenbad: Passagiere der "Fritz Heckert" sonnen sich an Deck des Kreuzfahrtschiffs.
MS "Arkona" auf See: Das im Oktober vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) in Dienst gestellte Urlauberschiff "Arkona" auf seiner ersten Fahrt Richtung Leningrad am 19. November 1985. Das Kreuzfahrtschiff war ursprünglich von der Hamburger Staatsreederei HADAG unter dem Namen "ASTOR" betrieben worden und hatte als ZDF-"Traumschiff" Berühmtheit erlangt. Umgerechnet 165 Millionen D-Mark bezahlte die DDR-Führung für den luxuriösen Kreuzfahrtdampfer - zu einem Zeitpunkt, als die DDR-Betriebe zusehends verfielen.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1985-1119-300
Badespaß an Deck: Im Freibad auf dem Oberdeck der MS "Völkerfreundschaft" herrschte bei den sommerlichen Temperaturen in Konstanza (Rumänien) im März 1960 stets Hochbetrieb.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-71382-0002
Doppeldeutige Botschaft: "Springen verboten" heißt es am Schwimmbecken der "Fritz Heckert". Einige wenige Passagiere sprangen dennoch - über die Reling und in den Westen.
Der Tanzsalon: Im Stil der fünfziger Jahre mit viel Kunststoff eingerichtet. Bei starkem Seegang fiel das Tanzen schwer, denn über Stabilisatoren verfügte die "Fritz Heckert" nicht. Für einen Import der Teile aus dem Westen und ein Nachrüsten der Technik fehlte das Geld.
Fröhliches Faschingstreiben: Im dekorierten Verandacafé an Bord der "Völkerfreundschaft" feierten Mitte Februar 1967 nahezu 500 Touristen aus der DDR, Bulgarien und Polen während der Fahrt Fasching.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-F0511-0206-001
Empfangshalle: Auf dem Tresen steht ein Wimpel mit der Fahne der CSSR. Ab Mitte der sechziger Jahre vercharterte die DDR ihre beiden Urlauberschiffe "Fritz Heckert" und "Völkerfreundschaft" an polnische, ungarische und tschechoslowakische Reisebüros, bald auch an solche aus Schweden und Dänemark. Tschechen und Slowaken durften im Gegensatz zu den DDR-Reisenden auch in Venedig oder Istanbul an Land gehen, kamen aber zuweilen auch nicht an Bord zurück.
Sozialistische Gemütlichkeit: Einer der Clubräume an Bord der "Fritz Heckert".
Ladenzeile: Auch für die sozialistisch korrekten Kaufgelüste der Genossen auf Kreuzfahrt war an Bord der "Fritz Heckert" gesorgt.
Die Milch machts: Während sie in Richtung sozialistische Bruderstaaten schipperten, konnten die Urlauber an Bord der "Fritz Heckert" sich in der mit Blumen und einer Amerika-Karte geschmückten Milchbar ausruhen.
Baden auf hoher See: An Bord der "Fritz Heckert" sollte kein Komfort fehlen, schließlich wollte man den Kreuzfahrtschiffen des Westens in nichts nachstehen. So gab es unter Deck auch ein mondän eingerichtetes Schwimmbad für die Passagiere.
Neptunfest: Der Kulturoffizier der "Fritz Heckert", Käte Richter, spricht während einer Taufe am Schwimmbad auf dem Achterschiff mit Neptun. Die Mannschaft hat sich aus unbekannten Gründen verkleidet.
Das Bord-Blatt:: An runden Jahrestagen gab es Geschenke. So zum Beispiel zum 20. Jahrestag der DDR 1969 eine Seereise nach Leningrad für "verdiente Werktätige". Ein Jahr später wurde die "Fritz Heckert" aus dem Verkehr gezogen. Auch auf der letzten Reise des Urlauberschiffes waren ausgezeichnete Arbeiter an Bord - und eine Reisegruppe der Staatssicherheit, die diesmal ganz offiziell im Rahmen eines Betriebsausfluges das Schiff bestiegen hatte.
Sozialismus unter Palmen: Die sowjetische Schwarzmeerküste - die "Riviera der Werktätigen" - war eines der häufigsten Reiseziele des DDR-Urlaubsdampfers "Fritz Heckert". Zeitweise wurde das Schiff im Schwarzen Meer stationiert und die Passagiere mit dem Flugzeug eingeflogen - so konnte man die Bosporuspassage umgehen. Dort hatten sich immer wieder DDR-Bürger zum Sprung über die Reling verleiten lassen -sie wollten in den Westen zu fliehen. Die Hin- und Rückreisen durch die Meerenge war deswegen nur linientreuen Partei- und Gewerkschaftsfunktionären oder Gästen aus dem "kapitalistischen Ausland" vorbehalten.
Solidarität mit Kuba: Während die Republik Kuba unter der verschärften Seeblockade der USA zu leiden hatte, lief am 27. Oktober 1962 das größte Urlauberschiff der DDR, die "Völkerfreundschaft", in Havanna ein. Anlässlich eines Solidaritätskonzertes für Kuba gaben die Urlauber und die Schiffsmannschaft ihrer engen Verbundenheit mit dem "tapferen Volke" durch eine Sammlung Ausdruck, die 3200 DM einbrachte. Im Verandaclubraum der "Völkerfreundschaft" lagen die Spendenlisten aus.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-A1128-0053-001
Schiff fürs Revers: Eine Anstecknadel des sozialistischen Kreuzfahrtschiffs "Fritz Heckert".
Befreiung der Arbeiterklasse auf See: Die "Fritz Heckert" war das erste Gasturbinenmotorschiff der Welt, aber die aus der Bundesrepublik importierten Gaserzeuger arbeiteten unzuverlässig und waren so laut, dass in den Kabinen neben dem Maschinenraum gesundheitsschädliche Lärmpegel gemessen wurden.
Auf See: Das Urlauberschiff "Fritz Heckert" auf dem Heimweg von Gagra in Georgien, einem Urlaubsort am Schwarzen Meer.
Gemütliche Schifffahrt: Viele der Urlauber auf der "Fritz Heckert" waren ältere Menschen - hier zu sehen im Speisesaal des Urlauberschiffs. Auch auf den anderen DDR-Kreuzfahrtschiffen wurden später bevorzugt Senioren über die Weltmeere geschippert. Nach vielen Fluchtversuchen von Bord war die Parteiführung vorsichtig geworden: Alte Menschen, so glaubte man, würden nicht mehr über die Reling springen.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-82877-0004
Letzte Feinarbeiten: Schiffbauer Albert Schadewaldt, Zimmermann Ernst Breckenfelder und Brenner Heinz Seelke (v.l.n.r.) richteten am 19. Februar 1960 eine Deckplatte des FDGB-Urlaubsschiffes "Fritz Heckert", welches im Sommer 1960 vom Stapel laufen sollte.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-70980-0001
Auslaufen der MS "Arkona": Mit Medaillengewinnern der olympischen Winter- und Sommerspiele, Trainern, Sportwissenschaftlern, Ärzten und ehrenamtlichen Übungsleitern an Bord legte das Urlauberschiff "Arkona" ein Jahr vor dem Ende der DDR am 13. Oktober 1988 in Rostock-Warnemünde ab. Der Kurs führte durch das Mittelmeer zum Hafen Limessol in Zypern. Zahlreiche Urlauber und Angehörige verfolgten das Ablegemanöver.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1988-1013-032
MS "Völkerfreundschaft": Als erstes Hochseeschiff machte am 15. Januar 1960 das FDGB-Urlauberschiff "Völkerfreundschaft" im neuen Rostocker Hochseehafen fest.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-70170-0003
Klar Schiff: Die MS "Völkerfreundschaft" am 23. Februar 1960 - bereit für den Empfang der 500 Passagiere zu ihrer ersten Reise ins Mittelmeer. Koch Armin Lemmer bunkert das Bier.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-71070-0002
Gute Tropfen an Bord: Der Lagerverwaltungsassistent Rudolf Lieske im Weinkeller der MS "Völkerfreundschaft".
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-71706-0015
Beim Bordfriseur: Während einer 27-tägigen Ferienreise kann schon mal ein Friseur vonnöten sein. Passagier der "Völkerfreundschaft" am 23. März 1960.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-71706-0040
Ausblick zurück: Hartmut Stirn, Vater des Autoren, am Heck des DDR-Urlauberschiffs "Fritz Heckert".