"Das unsichtbare Visier" Der beste Mann der Stasi
Riesenhit: Nicht nur die Serie selbst, sondern auch die von Walter Kubiczek komponierte Titelmusik zu "Das unsichtbare Visier" kam beim Publikum ausgesprochen gut an. Sie wurde zur ersten Filmmusik, die in der DDR auf LP gepresst wurde.
Überläufer: Als "Das unsichtbare Visier" ab 1975 politischer werden sollte, stieg Armin Mueller-Stahl (rechts, hier mit Wilfried Ortmann) wieder aus und brach damit auch mit der DDR. Nachdem er 1976 den offenen Briefs gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns mit unterzeichnete, wurden ihm zweieinhalb Jahre lang keine Rollen mehr angeboten. Erst 1980 wurde schließlich sein Ausreiseantrag in den Westen genehmigt.
Straßenfeger: Auch, wenn die Tage der Staatssicherheit, für die Agent Bredebusch in "Das unsichtbare Visier" durch die Welt reiste, längst gezählt sind - die Krimireihe ist nach wie vor sehr beliebt. Erst im September 2009 veröffentlichte die ARD die Folgen eins bis acht auf DVD.
Stars bei der Arbeit: Armin Mueller-Stahl rechts neben dem jugoslawischen Gojko Mitic beim Autogrammeschreiben während der Sommerfilmtage in Rostock am 1. Juli 1970. Mueller-Stahl war ein beliebter Schauspielerin der DDR - nicht nur durch die Hauptrolle als Agent Bredebusch in "Das unsichtbare Visier".
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-J0701-0011-001
Agent im Ruhestand: Hauptdarsteller Armin Mueller-Stahl ist auch Jahrzehnte nach dem Ende der Agentenserie "Das unsichtbare Visier" noch immer einer der gefragtesten Deutschen Schauspieler. Hier besucht Mueller-Stahl den Empfang des Bundespräsidenten für Regisseur Steven Spielberg am 10. September 1998 in Berlin.
BRD-Bond: Während Armin Mueller-Stahl die Krimifans im Osten begeisterte, löste im Westen der Zolloberinspektor Kressin (gespielt von Sieghardt Rupp) die Fälle im "Tatort". Und auch diese Figur war von James Bond inspiriert, "Kressi" löste Morde am liebsten vom Cabrio aus - mit einer, zwei oder auch drei Frauen im Arm.
Oben ohne: Kurz bevor "Das unsichtbare Visier" 1974 Fernsehzuschauer in der DDR mit Agentenabenteuern an den Bildschirm fesselte, war in westlichen Kinos der James-Bond-Film "Leben und sterben lassen" mit Roger Moore in der Hauptrolle angelaufen.
Im Gegensatz zu ihren östlichen Kollegen hatten sich die britischen Produzenten allerdings mit Gloria Hendry für eine dunkelhäutige Darstellerin an der Seite ihres Agenten entschieden, die auch ohne Schuhcreme im Gesicht auftreten konnte.
Kindheitserinnerungen nachgespürt: Heike Knaak um 1974. Etwa zu dieser Zeit begannen ihre Onkel aus der DDR, ihr von dem "unsichtbaren Visier" vorzuschwärmen. Erst 35 Jahre später konnte Knaak die Agentenabenteuer, von denen ihr so viel berichtet worden war, selbst ansehen - als die ARD die Serie ausstrahlte.