DDR-Jugendmode "fünfmal waschbar, farbenfroh und preisgünstig"
Bedrucktes Papier: Vliesettkleider konnten bis zu fünfmal gewaschen werden und kamen in vielen fröhlich-bunten Farben in die Geschäfte. Die Länge konnte zudem einfach mit einer Schere geändert werden - ganz ohne Umnähen.
Vlieskleider der Marke Rawe, Nordhorn, um 1967, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Junge Näherinnen: "Jugend näht für Jugend" - unter diesem Motto wollen die jungen Bekleidungsfacharbeiterinnen des VEB Jugendmode Rostock 1979 eine Vielzahl modischer Modelle fertigen. Diese Disko-Jeans-Variante, die auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1979 eine Goldmedaille erhielt, gehört dazu.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-U0515-0014
Sommerliches Papiertop: Die Papierkleider wurden insbesondere als praktische Urlaubsbekleidung beworben. Sie nahmen wenig Platz im Koffer weg, waren bügelfrei und Risse konnten einfach mit einem Klebestreifen geflickt werden.
Vliestop der Marke Rawe, Nordhorn, um 1967, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Modenschau in der Kunsthochschule Berlin: Um das Bedürfnis der Jugend nach modischen Kleidern zu befriedigen, berief in den sechziger Jahren der Minister für Handel und Versorgung eine "Arbeitsgruppe für Jugendmode" ein. Sie sollte "ein gezieltes Bekleidungsprogramm für Jugendliche" entwickeln. Auch in der Kunsthochschule Berlin wurde Mode gemacht - wie diese Modenschau von 1985 zeigt.
Modern und preisgünstig: Obwohl in der DDR stets die Kurzlebigkeit westlicher Mode kritisiert wurde, brachten die Genossen Ende der Sechziger Kleider aus der neuen Stoffart Vliesett auf den Markt. Hergestellt nach der Papiertechnologie wurden als Papierkleider bekannt.
Vlieskleid der Marke Rawe, Nordhorn, um 1967, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Staatliche Mode: Wie auch ihre Altersgenossen im Westen wollten sich DDR-Jugendliche modisch kleiden. Aus Ermangelung an Einkaufsmöglichkeiten nähten sich daher viele ihre Kleidung selbst oder ließen sie sich aus dem Westen schicken. Um diesen Schaden an der Staatswirtschaft Einhalt zu gebieten, wurde schließlich ein Beschluss gefasst, in der DDR eigene Jugendmode herzustellen, wie hier in der Leipziger Brigade "Vorwärts" im VEB Jugendmode Rosswein.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-G1101-0018-001
Sonnige Jugend: "Freizeitrevue 74" nannte sich ein Programm des Magdeburger Arbeitervarietes beim VEB Armaturenwerk "Karl Marx" während der 15. Arbeiterfestspiele im Juni 1974 in Erfurt. Musikalisch stellte das Tanzstudio des Arbeitervarietes Jugendmode 74 vor. Das Modeschaffen sollte nach den Worten des obersten DDR-Modeinstituts auf diese Weise dazu beitragen, "sozialistische Persönlichkeiten" zu formen und "Jugendliche zu einer hohen Leistungsbereitschaft für die Gesellschaft zu stimulieren".
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-N0609-0115
Clubs machen Kleider: Mitglieder des Jugendmodeklubs des VEB Textilwerke Palla in Glauchau präsentieren ihre "Jugendmode mit Pfiff". In ihrer Freizeit entwerfen die aus den unterschiedlichsten Berufen stammenden jungen Arbeiterinnen modische Bekleidung für junge Leute.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R0430-0003
Papierkleider vor dem Brandenburger Tor: Auch heute noch entwerfen die Studenten der Kunsthochschule in Weißensee Kleider aus Papier. Passend zur Cleaning Management Services Messe im September 2007 in Berlin präsentierten sie ihre Modelle aus Hygienepapier in der Hauptstadt.