DDR-Opposition "Wir sind Gejagte gewesen"
Bohley und Gysi: Nachdem die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley den damaligen PDS-Politiker Gregor Gysi als Stasi-Spitzel bezeichnet hatte, verklagte er sie. Die beiden fanden sich vor Gericht wieder. Bohley verlor den Prozess und musste sich im Juni 1995 in ihrer Berliner Wohnung mit einem Gerichtsvollzieher auseinandersetzen, der einen Pfändungsbeschluss vollstrecken wollte. Sie ließ sich dabei allerdings nicht davon abhalten, vor ihrer Wohnung ein eindeutiges Transparent anzubringen. Im Herbst 1989 war Gysi der Anwalt des von Bohley mit gegründeten oppositionellen Neuen Forums gewesen.
Bärbel Bohley: Inzwischen aus Kroatien zurückgekehrt, lebt die ehemalige DDR-Bürgerrechlerin heute wieder am Prenzlauer Berg in Berlin.
Im Hauptquartier des Feindes: Im September 1990 besetzte Bärbel Bohley zusammen mit 21 weiteren Bürgerrechtlern unter dem Motto "Die Akten gehören uns!" die ehemalige Stasi-Zentrale in Berlin. Diese Aktion führte schließlich mit zu der gesetzlich geregelten Einsicht in die Stasi-Unterlagen.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0905-019
Ungewisser Ausgang: Bärbel Bohley und Jens Reich, die Mitbegründer des "Neuen Forums", diskutierten bei einer Veranstaltung in einer Ostberliner Kirche am 26. Oktober 1989 über politischen Reformen. Dass die Mauer nur wenige Wochen später fallen würde, konnten die Oppositionellen zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Demonstration in Ost-Berlin: Ein Anhänger der gerade erst gegründeten DDR-Oppositionsgruppe "Neues Forum" demonstriert am 8. Oktober 1989 in Ost-Berlin für Demokratie und Bürgerrechte in der DDR. Etwa 5000 Menschen waren an diesem Tag zusammengekommen, um sich für ihre Rechte einzusetzen.
Ausgereist: Mit einem offiziellen Reisepass stellten sich am 6. Februar 1988 die DDR-Bürgerrechtler Bärbel Bohley und Werner Fischer der Presse in Bielefeld. Sie wollten von dort mit Bohleys Sohn weiter nach Großbritannien reisen.
Der Tag danach: Rolf Henrich, Jens Reich und Bärbel Bohley (v.l.) bei einer Tagung des Neuen Forums am 10. November 1989 in der Gethsemanekirche in Ost-Berlin. Am Tag zuvor hatte die DDR dem Druck nachgegeben und die Grenzen zum Westen öffnen müssen.
Neues Forum: Das Podium beim Gründungstreffen der DDR-Oppositionsgruppe "Neues Forum" für das Land Mecklenburg-Vorpommern am 3. März 1990 in Güstrow. Die ostdeutsche Kleinpartei ging aus der DDR-Bürgerrechtsbewegung hervor, ihren offiziellen Gründungsaufruf "Aufbruch 89 - Neues Forum" veröffentlichte sie am 10. September 1989.
Späte Rache: Bei einer Demonstration im Januar 1990 vor dem Gebäude der ehemaligen Stasizentrale in Berlin, zu der das Neue Forum aufgerufen hatte, stürmten Tausende von Hass und Rache erfüllte Bürger das bereits von einem Bürgerkomitee kontrollierte Gebäude und zerstörten die Einrichtung.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0116-014
Kanzler zu Besuch: Am 23. August 1995 besuchte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl die DDR-Oppositionelle Bärbel Bohley in ihrer Wohnung am Prenzlauer Berg in Berlin. Der Dienstwagen des Politikers erregte an diesem Tag großes Aufsehen in der Nachbarschaft.
Böser Blick: Der Spitzenkandidat der CDU bei den Berliner Wahlen, Frank Steffel (M.), am 9. August 2001 flankiert von Ex-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski und DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley. Schabowski und Bohley waren zu dieser Zeit Mitglieder des von Steffel gegründeten Gesprächskreises "Innere Einheit".
Illustre Runde: Zum 15. Jahrestag des Mauerfalls gab es am 9. November 2004 eine Diskussionsveranstaltung im Berliner Tränenpalast. Gäste der Veranstaltung waren unter anderem (v.l.n.r.) die CDU-Vorsitzende Angela Merkel, Altkanzler Helmut Kohl und die DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley.