DDR-Prognosedebakel - DER SPIEGEL
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DDR-Prognosedebakel Goldene Zukunft für Honecker und Trabant

Sie lagen so was von daneben: Westliche Politiker und Kommunismusforscher prognostizierten der SED-Parteiendiktatur noch in den achtziger Jahren eine stabile Zukunft. Zum 59. Beinahe-Geburtstag der DDR blickt Jens Hüttmann auf die bizarren Fehleinschätzungen der "Experten" zurück.
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Honecker und Krenz: Der DDR-Staats- und SED-Parteichef Erich Honecker mit dem FDJ-Vorsitzenden Egon Krenz. Krenz war 1989 für wenige Wochen Nachfolger Honeckers im Amt des SED-Generalsekretärs und Staatsratsvorsitzender der DDR.

Foto: DER SPIEGEL
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Beflaggter Plattenbau: Zur Parade am 40. Jahrestags der DDR sind Balkone von Wohnhäusern mit roten Fahnen und DDR-Flaggen geschmückt. Doch der Eindruck täuscht: Den Rückhalt in der Bevölkerung hatte die Partei- und Staatsführung zu diesem Zeitpunkt längst verloren.

Foto: DEFA-Stiftung
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Verhaftet um Mitternacht: In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1988 durchsuchte ein Kommando des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR die Räume der oppositionellen "Umweltbibliothek" (UB) in der Zionsgemeinde in Berlin-Prenzlauer Berg. Das Foto wurde nach der Stürmung der UB von der Stasi aufgenommen und zeigt die Mitglieder der UB, die gerade die oppositionelle Zeitschrift "Umweltblätter" druckten. Von links nach rechts: Bodo Wolff, Till Bötcher, Bert Schlegel, Wolfgang Rüddenklau und Tim Eisenlohr.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft/BStU
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Seite an Seite: Beim Besuch von DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker in der Bundesrepublik am 7. September 1987 wehten die Fahnen der BRD und der DDR nebeneinander im Wind. Lange war das undenkbar. Gleichzeitig ging man auf beiden Seiten davon aus, dass auch die Staaten noch lange nebeneinander bestehen würden.

Foto: AP
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Deutsch-deutsches Gipfeltreffen: Die deutsche Zweistaatlichkeit war über Jahre zur einzigen als realistisch beurteilten Annahme für zukünftige Entwicklungen geworden. Bereits die realpolitischen Entscheidungen der Adenauer-Regierung in den fünfziger Jahren standen einer staatlichen Einheit im Wege. Die Mehrheit der Bevölkerung und der Politik gaben bald Freiheit und Wohlstand gegenüber zweifelhaften Einheitsexperimenten den Vorzug. In den siebziger und achtziger Jahren galt dies für fast alle politischen Lager und sozialwissenschaftlichen Gruppen.

Die Aufnahme zeigt Bundeskanzler Helmut Kohl und den DDR-Staatsratsvorsitzenden und Generalsekretär des ZK der SED, Erich Honecker, bei dessen Besuch vor dem Bonner Kanzleramt am 7. September 1987.

Foto: DPA
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Franz-Josef Strauß und Erich Honecker: Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß betonte noch 1988, dass "eine realistische Politik nur eine Linie zulässt: das Mögliche tun und das Unmögliche lassen, die Grenze zwischen beiden anerkennen und großzügig auslegen". Mit einer Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten rechnete er nicht. Mit seinem Besuch am 14. Juli 1983 bei DDR-Staatschef Erich Honecker überraschte Strauß den Westen: Der Vorkämpfer einer harten Linie in der Ostpolitik hatte einen Milliardenkredit westlicher Privatbanken für das marode Honecker-Regime eingefädelt. Im Gegenzug wurden die Schikanen an der deutsch-deutschen Grenze gemindert, Minen und Selbstschussanlagen abgebaut.

Foto: DPA
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Neues Forum: Die Zulassung freier gesellschaftlicher Vereinigungen in der DDR galt westlichen Politikern und Wissenschaftlern als mögliche Strategie der SED-Diktatur, ihre Herrschaft zu stabilisieren. Demokratie an der Basis fand stand - der DDR-Staatsführung half das aber nicht mehr. Die Aufnahme zeigt das Gründungstreffen der DDR-Oppositionsgruppe "Neues Forum" für das Land Mecklenburg-Vorpommern am 3. März 1990 in Güstrow. Die ostdeutsche Kleinpartei ging aus der DDR-Bürgerrechtsbewegung hervor, ihren offiziellen Gründungsaufruf "Aufbruch 89 - Neues Forum" veröffentlichte sie am 10. September 1989.

Foto: dpa
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Grenzzone: Kaum ein westlicher Politiker oder Forscher glaubte in den achziger Jahren an einen Zusammenbruch der der kommunistischen Regime im Osten. Einzig der amerikanische Politologe und Präsidentschaftsberater Zbigniew Brzezinski prophezeite 1989 den "Untergang des kommunistischen Systems" - nahm davon allerdings die DDR und Bulgarien explizit aus, weil er dort die stabilsten kommunistischen Diktaturen vermutete. Das Foto zeigt ein deutschsprachiges Warnschild am Rande der verbotenen "Grenzzone" in der Volksrepublik Bulgarien, vermutlich an der griechischen Grenze.

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Protest gegen die Besatzer: Das allgemeine Unvermögen in Ost und West, sich eine abrupte Überwindung der SED-Herrschaft und der deutschen Teilung überhaupt vorstellen zu können, war letztlich die elementarste Voraussetzung für das Gelingen der friedlichen Revolution. Hätte die kleine DDR-Opposition 1989 offen die Überwindung der SED-Diktatur gefordert und wäre dabei vom Westen unterstützt worden, hätten die SED-Führung und wohl auch Moskau nicht gezögert, im Herbst 1989 ihre Machtmittel konsequent einzusetzen - und Deutschland wäre wahrscheinlich noch immer geteilt.

Wie eine solche Machtdemonstration aussehen konnte, hat Prag 1968 (Foto) gezeigt: Reformpolitiker innerhalb der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei hatten 1968 versucht, dem Land einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu schaffen. In der Nacht zum 21. August 1968 beendeten Truppen des Warschauer Pakts unter Führung der Sowjetunion den "Prager Frühling" mit Waffengewalt.

Foto: dpa
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Ostalgie: Was von der DDR übrig blieb. Ein Besucher des 14. Internationalen Trabantfahrer-Treffens auf dem Flugplatz in Zwickau bewundert mit einem ein Foto des einstigen SED-Generalsekretärs und Staatsratsvorsitzenden der DDR Erich Honecker unterm Arm die angereisten Trabis.

Foto: dpa
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