Gespräche zwischen Vätern und Töchtern "Männer und Frauen sollten gleich behandelt werden"
Was denken Kinder über Feminismus? Wie stehen sie zu Gleichberechtigung? Die Fotografen Sham Hinchey und Marzia Messina trafen 22 Väter mit ihren acht- bis elfjährigen Töchtern und ließen sie über diese Themen sprechen, filmten sie dabei und fotografierten sie danach. Lesen Sie hier Ausschnitte aus den Unterhaltungen.
Sham und Penelope
Was bedeutet es, Feminist zu sein?
Penelope: "Ich denke, es bedeutet, auf der Seite von Frauen zu stehen und ihnen zu helfen, sich für ihre Rechte einzusetzen."
Sham: "Grundsätzlich wird gefordert..."
Penelope: "Die Freiheit für Frauen, dieselben Rechte wie Männer zu haben. Welches Geschlecht sie haben, spielt keine Rolle. Jeder ist in etwas anderem gut. Wir sind alle unterschiedlich."
Sham: "Ja, wir haben alle verschiedene Fähigkeiten, aber das bedeutet nicht, dass wir unterschiedlich viel wert sind, oder?"
Penelope: "Ja."
Sham: "Ich denke, dass wir als Feministen versuchen sollten, Gleichheit zu schaffen."
Penelope: "Zwischen Männern und Frauen. Ja, das finde ich auch - obwohl die meisten meiner Aussagen von dir geklaut sind!"
David und Stella
Hinter jedem großen Mann steht immer eine große Frau. Was haltet ihr von diesem Satz?
Stella: "Ich denke, dass Männer und Frauen gleich behandelt werden sollten. Sie können beide Baseball oder Fußball spielen, sie können beide Autos fahren, eine Kochshow machen."
David: "Gefällt dir dieser Ausdruck?"
Stella: "Nein, ich mag es nicht, es klingt sexistisch."
David: "Irgendwie schon, oder? Warum heißt es nicht so: 'Hinter jeder großen Frau steht ein großer Mann, der sie unterstützt'?
Cleo und Alan
Ihr seid im Kongress und schlagt ein neues Gesetz zur Anerkennung von Frauenrechten vor. Um was geht es in dem Artikel?
Cleo: "Wenn jemand eine Frau schlecht behandelt oder ihr gegenüber ungerecht war, sollte er eine höhere Strafe bekommen als jetzt und es sollte auch mehr Konsequenzen haben."
Alan: "Erkläre das mal genauer...."
Cleo: "Ich meine nicht, wenn es nur eine kleine Sache war, oder es nur ab und zu passiert, sondern wenn es etwas Größeres war, dann sollte das auch mehr Konsequenzen für die haben als jetzt."
Alan: "Also statt einer Ohrfeige sollten sie zum Beispiel ihren Job verlieren?"
Cleo: "Sie sollten zum Beispiel ins Gefängnis gehen oder so. Nicht für lange, nur so, dass sie merken, dass sie etwas falsch gemacht haben und sie schwören, es nicht wieder zu tun."
Manu und Nandini
Was denkt ihr, was bedeutet es, Feminist zu sein?
Manu: "Ich denke, es bedeutet, für die Rechte von Frauen und Mädchen einzutreten, an sie zu glauben und sie durchzusetzen, wo immer dies möglich ist."
Nandini: "Jemand der seine eigene Meinung hat. Warum hast du Malala Yousafzai im Brooklyn Museum unterstützt?"
Manu: "Sie stand für das ein, was sie für richtig hielt, und niemand sonst schloss sich ihr an. Aber sie fühlte, dass sie im Recht war und machte weiter. Ihr war egal, was andere dachten."
Christina und Chris
Welchen Rat gibst du deiner Tochter?
Chris: "Ich sage ihr immer, sie soll unabhängig sein und sich nie auf jemanden verlassen. Sie soll immer eine Wahl haben können und nicht gezwungen werden, etwas zu tun. Sie soll sich immer alle Möglichkeiten offenhalten."
Bailey, Alexa und Brian
Was denkt ihr, was bedeutet es, Feminist zu sein?
Bailey: "Ich denke, es bedeutet, sich für die eigenen Rechte einzusetzen und die Menschen nicht nach ihrem Aussehen zu beurteilen."
Alexa: "Etwas zu sein, das man sein will, und das zu tun, was man tun will."
Brian: "Ich glaube, dass Feminist zu sein bedeutet, zu fordern, dass Frauen gleich behandelt werden wie Männer."
Max und Amira
Manche sagen immer noch: "Der Platz einer Frau ist in der Küche." Was hältst du davon?
Max: "Weißt du, was das bedeutet?"
Amira: "Zu Hause sollte die Frau für das Essen sorgen. Sie soll das Geschirr spülen, die Wäsche und die Betten machen. Das ist einfach schrecklich - das ist so wie vor 70 Jahren!"
Max: "In der Vergangenheit galten Frauen als Eigentum."
Amira "Das ist wie im 17. oder 18. Jahrhundert!"
Max: "Also die Tatsache, dass wir im Jahr 2017 sind und Leute das immer noch sagen - das ist lächerlich."
Amira: "Das geht auf die Zeit zurück, als Frauen noch nicht einmal zur Schule gegangen sind."
Max: "Das reduziert auch die Fähigkeiten außerhalb der Küche. Das kann man heutzutage nicht mehr sagen."