Death Valley erlebt einen "Super-Boom" - DER SPIEGEL
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Seltenes Naturphänomen Das Death Valley lebt

Das Death Valley gilt als einer der lebensfeindlichsten Orte der Welt. Zurzeit aber pilgern Besucher dorthin, um eine Explosion des Lebens zu genießen: Nach heftigen Regenfällen hat sich die Wüste in ein Blütenmeer verwandelt.
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Jan Gilbert will mit allen Sinnen erfassen, was sie da sieht: Üppige Wildblumenfelder sind das letzte, was man im Badwater Basin, einem der tiefsten (85,5 Meter unter null) und heißesten Orte der USA erwartet (regelmäßig Temperaturen bis über 50 Grad Celsius).

Foto: AP/dpa
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Eigentlich kennt man das so: Den Tiefpunkt des Beckens bildet eine Salzpfanne - und da blüht natürlich auch jetzt nichts. Es ist einer der lebensfeindlichsten Orte der USA.

Foto: Robyn Beck / AFP
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Doch schon an den Rändern der Salzpfanne recken sich Wildblumen durch den trockenen Boden. Die Samen der Pflanzen überdauern teils viele Jahre, bis es wieder regnet. Wie lang genau, weiß niemand: Beim letzten "Super-Bloom" im Jahr 2005 entdeckte man Blumen, die man im Death Valley noch nie gesehen hatte.

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Ungewohntes Bild: Es sind nicht gerade Rapsfelder, durch die dieser Camper fährt. Und doch hat man vor allem in solchen, weite Landschaften überblickenden Perspektiven den Eindruck dicht stehender Blumenfelder.

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Für die zurzeit ungewöhnlich vielen Besucher, die sich von der "Super-Blüte" locken ließen, ergeben sich daraus ungewohnte Szenen fruchtbarer Idyllen. Fotografen machen zurzeit Schnappschüsse, mit denen man religiöse Flugblätter bebildern könnte.

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Erst, wenn man nah herangeht, ahnt man, aus welchem Holz diese Pflanzen gemacht sind: Es sind drahtige, widerstandsfähige Blumen und Gräser, die sich hier zeitweilig ins Licht recken.

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Zum Beispiel Phacelia calthifolia: Fast mehr Kraut als Blume ist die schöne Pflanze als trockenheitsverträglich und zäh bekannt - nur winterliche Temperaturen schafft sie nicht. Deshalb findet man sie in Europa nur als sommerliche Aussaat. Imker lieben sie, weil sie in ihrer Blüte einen sehr hohen Nektarertrag bringt. Klar, wenn man nur wenig Zeit hat, muss man sich ins Zeug legen.

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Viele der Pflanzen bleiben klein und ducken sich dicht an den Boden: Nama demissum, die violetten Blüten im Bild, wachsen nicht höher als sechs Zentimeter.

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Phacelia calthifolia ist da eine Ausnahme und kleiner Riese: Die für die Mojave-Wüste typische Pflanze schafft Wuchshöhen bis zu 30 Zentimeter.

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Und Höhe ist ein wichtiges Stichwort: In wenigen Wochen wird die Blumenpracht wieder verschwinden, und das zuerst in den tiefsten Lagen. Nur an den Hängen und in den Höhenlagen der angrenzenden Berge, die Höhen bis über 3000 Meter erreichen, halten sich Blütenpflanzen bis in den Sommer.

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