Debatte um "Kriegsverräter" - DER SPIEGEL
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Debatte um "Kriegsverräter" "Es gab eben auch Charakterlumpen"

Sollen deutsche Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg für Geheimnisverrat verurteilt wurden, pauschal rehabilitiert werden? Die Linkspartei ist dafür, die Union dagegen. "Kriegsverräter" hatten keineswegs immer lautere Motive, argumentiert auch Rolf-Dieter Müller, Historiker an der Humboldt-Universität Berlin.
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Vorrückende Wehrmacht: Deutsche Soldaten greifen im Winter 1941/42 ein russisches Dorf an. Im Laufe des Krieges kam es zunehmend vor, dass militärische Pläne von gefangengenommenen und übergelaufenen Landsern an die Alliierten verraten wurden. Ob solche "Kriegsverräter" nun, mehr als ein halbes Jahrhundert später, pauschal rehabilitiert werden sollten oder nicht, ist Anfang Gegenstand eines politischen Streits im Bundestag.

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General Feuchtinger: Edgar Feuchtinger war einer der korruptesten Wehrmachtsgeneräle, der sich hemmungslos an jüdischem Eigentum bereicherte. Außerdem verriet der Offizier seiner brasilianischen Geliebten militärische Geheimnisse. Gegnern der pauschalen Rehabilitierung von sogenannten Kriegverrätern gilt er als Beispiel dafür, dass nicht jeder Verrat moralisch und legitim war. Das Bild entstand aus Anlass von Feuchtingers Auszeichnung mit dem Ritterkreuz am 15. August 1944.

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Militärhistoriker Müller: Der Berliner Historiker Rolf-Dieter Müller kritisiert die Forderungen nach einer pauschalen Rehabilitierung von sogenannten Kriegsverrätern. Es sei ein Irrtum anzunehmen, das "Kriegsverrat durchweg aus idealistischen Gründen begangen wurde", so Müller.

Foto: dpa
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