Verbot von Magermodels Von "Size Zero" zu "Plus Size"
Model in Berlin: Magersucht ist ein weitverbreitetes Problem in der Branche
Ana Carolina Reston galt als Topmodel, hier ist sie während einer Modenschau im April 2005 zu sehen. Ein Jahr später starb sie an den Folgen ihrer Magersucht, sie wurde 21 Jahre alt.
Mit einer erschreckenden Fotokampagne machte die Französin Isabelle Caro im Jahr 2007 auf Anorexie aufmerksam, ein Jahr darauf veröffentlichte sie ihre Autobiografie. Caro war 28 Jahre alt, als sie an den Folgen ihrer Krankheit starb.
Die Modelagentur-Organisation Synam hat gegen das Verbot gekämpft und eine Benachteiligung von Frauen beklagt, die von Natur aus sehr dünn sind. Als Beispiel wurde die androgyne Figur des früheren Starmodels Inès de la Fressange genannt. Hier ist sie im Oktober 2013 in Paris zu sehen.
"Man hat mir in diesem Milieu auf die Finger gehauen, weil ich erzählt habe, was ich gesehen habe", sagte Ex-Model Géraldine Maillet der Zeitung "Libération". "Mädchen, die eine oder zwei Wochen vor den Modenschauen abends nichts mehr essen, die nur einen Apfel am Tag essen, sich mit Kaffee volllaufen lassen oder nur rauchen, um den Hunger zu bekämpfen."
Schlank ist schön - sehr schlank ist sehr schön: Dieses Motto wird seit Jahrzehnten in der Modebranche gelebt. Die Modenschau des Dessous-Herstellers Victoria's Secret gilt als eine der spektakulärsten. Und regelmäßig sind dort sehr schlanke Models zu sehen.
Dabei wäre es ein Anblick wie dieser, der in der Modebranche normaler werden sollte. Im Februar haben sich einige der bekanntesten Plus-Size-Models in Mailand versammelt (v.l.): Katy Hansz, Robyn Lawley, Candice Huffine, Jennie Runk, Tara Lynn, Lizzie Miller und Alessandra Garcia.
Candice Huffine gilt in der Modebranche als Plus-Size-Model - und zwar das erste, das es in den angesehenen Pirelli-Kalender geschafft hat. Die Tatsache, dass dies erwähnenswert ist, sagt schon viel über den Seltenheitswert aus.
Ashley Graham gilt ebenfalls als eines der erfolgreichen Übergrößenmodels: Sie war kürzlich mit einem Foto in der Bademodenausgabe der Zeitschrift "Sports Illustrated" zu sehen. Anfang April war sie bei einer Veranstaltung in New York zu Gast, dort entstand dieses Foto.
Tara Lynn hat es auf das Cover der spanischen "Elle" geschafft - ein Riesenerfolg für das Plus-Size-Model. Denn auf den Titelbildern der Magazine sind sonst meist sehr, sehr dünne Frauen zu sehen.
Als Robyn Lawley für die angesehene Marke Ralph Lauren engagiert wurde, gab es weltweit Berichte: Denn das Label ist eigentlich dafür bekannt, dünne Frauen zu engagieren. Und Lawley gilt in der Modebranche als Vertreterin für Übergrößen.
Dass Myla Dalbesio überhaupt als Plus-Size-Model bezeichnet wird, sorgte schon für heftige Kritik. In die Schlagzeilen schaffte es Dalbesio, als sie von Calvin Klein für eine Unterwäschekampagne gebucht wurde.