Debatte um Olympia-Boykott - DER SPIEGEL
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Debatte um Olympia-Boykott Der chinesische Bumerang

Die Geschichte der Olympia-Boykotte ist lang - und die Chinesen sind dabei einsame Spitze. Kaum eine Nation hat bei den Spielen so oft durch demonstrative Abwesenheit geglänzt. Jetzt könnte sich der Spieß umdrehen.
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Fesseln für Reporter: Eine Pariserin trägt ein T-Shirt der Gruppe Reporter ohne Grenzen mit den Olympischen Ringen als Handschellen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass die Olympischen Spiele 2008 trotz der schwierigen Situation in China in Peking stattfinden werden.

Foto: BERTRAND GUAY/ AFP
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Flagge zeigen: Der Einzug der britischen Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1976 im kanadischen Montreal. Neuseeland hatte kurz zuvor den internationalen Sportbann gegen Südafrika gebrochen. Als Reaktion darauf boykottierten allein 21 afrikanische Staaten die Spiele, um ein Zeichen des Protests gegen die Apartheid zu setzen.

Foto: Getty Images
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Olympische Spiele 1976: Der Finne Lasse Viren gewann bei den Olympischen Spielen von 1976 in Kananda die Goldmedaille im 5000-Meter-Lauf. Auf dem im Juli 1976 aufgenommenen Foto durchquert der Leichtathlet gerade das Ziel. Eine Vielzahl afrikanischer Staaten weigerte sich zwischen 1968 und 1976, an den olympischen Spielen teilzunehmen, um ein Zeichen des Protestes gegen die Apartheid zu setzen. Weil Neuseeland den internationalen Sportbann gegen Südafrika gebrochen hatte, nahmen 1976 in Montréal allein 21 Staaten des Schwarzen Kontinents nicht teil.

Foto: Getty Images
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Unter sich: Der US-Präsident Ronald Reagan posiert mit der Turnerin und mehrfachen Medaillengewinnerin Mary Lou Retton bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. Da die USA die Olympischen Spiele vier Jahre zuvor in Moskau boykottiert hatten, blieben den Spielen in Los Angeles 16 Ostblockstaaten fern.

Foto: Getty Images
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Das Auge der Welt: Die erste deutsche Fernsehkamera während der Berichterstattung aus dem Berliner Olympiastadion im Sommer 1936. Berlin versuchte, sich während der Spiele von seiner besten Seite zu zeigen, denn die ganze Welt schaute zu. Nur die wenigsten blieben aus politischen Gründen dem Spektakel fern.

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Hitlergruß im Stadion: Die Zuschauer im vollbesetzten Berliner Olympiastadion begrüßen die Sportler im August 1936 mit dem Hitlergruß. Boykottaufrufe gegen die Spiele waren zum größten Teil ungehört verhallt.

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Sichtbarer Antisemitismus: Vor den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen 1935 wurden öffentliche Signale des Antisemitismus aus dem Straßenbild entfernt, etwa "Juden-unerwünscht"-Schilder an Restaurants und Hotels. Einige Schilder blieben hängen.

Foto: AP
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Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Australien: Der Athlet John Landy gibt bei den Eröffnungsfeierlichkeiten der Olympischen Spiele 1956 in Melbourne in Australien, stellvertretend für das Gastgeberland, den Olympischen Eid ab. Hinter dem Rednerpult stehen die Sportler der teilnehmenden Nationen mit ihren Landesfahnen. Während der Spiele kam es zum Eklat: Statt der taiwanischen Flagge war versehentlich die chinesische gehisst worden. Vor den Augen des jubelnden Publikums wurde daraufhin die rote Fahne wieder heruntergerissen und die taiwanische gehisst. China fühlte sich davon so düpiert, dass erst 1980 wieder eine chinesische Mannschaft zu Olympischen Spielen antrat.

Foto: Getty Images
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Jimmy Carter: Der gerade zum US-Präsidenten gewählte Jimmy Carter posiert stolz vor einer großen US-Fahne. Nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan zum Jahreswechsel 1979/80 setzte er der Sowjetunion ein Ultimatum. Sollten sie ihre Truppen nicht bis zum 20. Februar abgezogen haben, würden die Olympischen Sommerspiele 1980 boykottiert. Die USA waren schließlich nicht die einzigen, die nicht teilnahmen. Insgesamt blieben die Sportler aus 65 Nationen zu Hause.

Foto: Hulton Archive / Getty Images
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Eisgott: Der amerikanische Eisschnellläufer Eric Heiden war das Idol der Olympischen Winterspiele 1980 in Lake Placid. Der fünffache Olympiasieger sprach sich offen für einen Boykott der Sommerspiele 1980 in Moskau aus.

Foto: Getty Images
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Mit erhobener Faust: Der Boxer Muhammad Ali während einer Konferenz in Las Vegas 1980. Trotz drohender Konsequenzen von Seiten des Olympischen Komitees setzte auch er sich für einen Boykott der Sommerspiele 1980 in Moskau ein.

Foto: Getty Images
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Willi Daume: Der damalige Präsident des Nationalen Olympischen Komitees wurde 1980 im Kanzleramt auf Linie gebracht. Er hatte sich dem Boykott der Olympischen Spiele in Moskau nicht anschließen wollen, da er die Gefahr eines dritten Weltkriegs sah. Auf Drängen des Kanzleramts blieben jedoch auch die deutschen Sportler zu Hause.

Foto: AP
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Willi Weyer: Der Präsident des deutschen Sportbunds von 1974 bis 1986 sprach sich 1980 gegen einen Boykott der Olympischen Spiele in Moskau aus. "Sport taugt nicht zum Knüppel der Politik." Doch letzten Endes musste auch er sich der Entscheidung des Bundestags beugen.

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Der Boykott ist offiziell: Larry Hough, Anita De Frantz und Fred Newhouse (v.l.), Mitglieder des US-Sportlerverbandes, verkünden nach einem Treffen mit Regierungsmitgliedern am 3. April 1980 in Washington D.C. den Boykott der Olympischen Spiele in Moskau. Ihr Kompromissversuch, nur die offiziellen Zeremonien zu boykottieren, aber an den Sportveranstaltungen teilzunehmen, wurde im Weißen Haus nicht akzeptiert. Die USA und 64 andere Staaten nahmen schließlich - wegen des Einmarschs der Sowjetunion in Afghanistan - nicht an den Spielen teil.

Foto: AP
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Fünf Ringe für Lenin: Das Moskauer Olympiastadion, das sogenannte Lenin-Stadion, von außen mit einer Statue von Lenin davor. 1980 fanden hier die Olympischen Spiele statt.

Foto: AP
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Botschaft an Margaret Thatcher: Auf dem bei den Olympischen Spielen in Moskau 1980 aufgenommenen Foto sind britische Sportfans zu sehen, die ein Transparent mit der Aufschrift 'Thatcher Eat Yout Heart Out' hochhalten. Die britische Regierung hatte nach der Invasion der Sowjet-Truppen in Afganistan zum Boykott gegen die in Moskau stattfindenden Spiele aufgerufen.

Foto: Getty Images
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Allein im Stadion: Sam der Adler, das Maskottchen der Olympischen Spiele 1984, durchläuft während der Eröffnungszeremonie das Stadion von Los Angeles. Aufgrund des Olympia-Boykotts der USA vier Jahre zuvor in Moskau blieben diesmal die Sportler aus 16 Ostblockstaaten zu Hause.

Foto: Getty Images
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Durch die Olympia-Brille: Sport-Fans bei den Olympischen Spielen im Juli 1984 in Los Angeles. Dass 16 Ostblockstaaten die Spiele boykottierten, scheint ihnen nichts auszumachen.

Foto: Getty Images
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Boykott bedingt Boykott: Nach dem Olympiaboykott von 1980, der durch den Einmarsch von Sowjet-Truppen in Afganistan ausgelöst wurde, boykottierten nun 16 Ostblockstaaten die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles. Die offizielle Begründung lautete: mangelnde Sicherheit für die eigenen Athleten. Zu sehen ist die Übergabe der Olympiafahne an das nächste die Spiele ausrichtende Land, Südkorea, bei der Abschlußfeier am 12. August 1984.

Foto: Getty Images
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Peking freut sich auf Olympia: Chinesische Sicherheitsbeamte bei der Feier zum Ein-Jahres-Countdown für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. China hat versprochen, die kommenden Spiele zu den spektakulärsten überhaupt zu machen.

Foto: dpa
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Ein Jahr bis Olympia: Die Feier zum Ein-Jahres-Countdown zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking.

Foto: dpa
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Geübtes Lächeln: Junge Chinesinnen, die bei den Olympischen Spielen 2008 als Hostessen arbeiten werden, üben ihre Körperhaltung, Lächeln und Umgangsformen, um perfekt auf die in- und ausländischen Gäste vorbereitet zu sein.

Foto: AP
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Boycott the opening ceremony: Sportlerinnen und Sportler sollten sich nicht für die Propaganda der chinesischen Regierung instrumentalisieren lassen und der Eröffnungsfeier demonstrativ fernbleiben.

Foto: Adrian Koss
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