Demjanjuk-Abschiebung "Die Welt soll erfahren, wie es in Sobibor gewesen ist"
SS-Gehilfen: Ein SS-Ausbilder mit "fremdvölkischen" Aufseher-Rekruten 1942 im polnischen Trawniki. Die Häftlinge in den Konzentrations- und Vernichtungslagern fürchteten sich im allgemeinen noch mehr vor den ausländischen Gehilfen als vor der SS.
Lächelnd in Sobibor: Drei unbekannte Männer, vermutlich Angehörige des Lagerpersonals, posieren vor einer Barracke mit dem Ortsschild Sobibor. Heute steht der Name dieser Ortschaft mit anderen wie Auschwitz, Treblinka oder Majdanek für unvorstelllbares Leid.
Grundriss des Grauens: Ein Lageplan des Vernichtungslagers Sobibor, in dem zwischen 1939 und 1944 von Deutschland besetzten Polen. In diesem Lager soll John Demjanjuk als Angehöriger der Wachmannschaft an mindestens 29.000 Morden beteiligt gewesen sein.
Holocaust-Überlebender Blatt: Er kam am 15. April 1927 in Izbica auf die Welt, einem jüdischen Schtetl im heutigen Ostpolen. Von dort wurde er mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder im April 1943 ins Vernichtungslager Sobibor deportiert. Er konnte während einer Häftlingsrevolte im Oktober 1943 entkommen und sich verstecken. 1958 emigrierte Blatt aus Polen nach Israel, 1959 in die USA. Er lebt im kalifornischen Santa Barbara. Sein Buch "Nur die Schatten bleiben. Der Aufstand im Vernichtungslager Sobibor" (Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin; 335 Seiten; 8,95 Euro) gilt als Standardwerk. 1965 sagte Blatt vor dem Landgericht Hagen gegen ehemalige SS-Männer aus. In einem möglichen Prozess gegen den mutmaßlichen Lageraufseher John Demjanjuk in München will Blatt als Nebenkläger auftreten.
Neue Ermittlungen: John Demjanjuk am 28. Februar 2005 in Cleveland. Die neuesten Ermittlungen gegen Demjanjuk konzentrieren sich auf dessen Tätigkeit im Vernichtungslager Sobibor, in dem schätzungsweise 250.000 Juden aus Polen, der Slowakei, den Niederlanden und Deutschland ermordet wurden.
Demjanjuks Visum: Als John Demjanjuk 1948 die Fragebögen der US-Einwanderungsbehörde ausfüllte, um mit seiner Frau Wera in den USA ein neues Leben zu beginnen, fälschte er seine Biografie und gab an, den Zweiten Weltkrieg in dem polnischen Ort Sobibor verbracht zu haben. 1952 konnten die Eheleute in die Vereinigten Staaten einreisen - hier das Visum Demjanjuks.
Mahnmal in Sobibor: Gedenktafeln am Eingang des ehemaligen Vernichtungslagers und der heutigen Gedenkstätte Sobibor erinnern an die rund 250.000 Menschen, die hier von den Nationalsozialisten ermordet wurden.
Eingang zur Hölle: Die Gleisanlagen am Eingang des ehemaligen KZ Sobibor, aufgenommen 1946. In nicht einmal anderthalb Jahren wurden hier zwischen Mai 1942 und Oktober 1943 bis zu einer Viertelmillion Menschen von den Nationalsozialisten umgebracht.