Sudan Demonstranten stürmen deutsche Botschaft
Aufgebrachte Demonstranten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum drangen auf das Gelände der deutschen Botschaft vor. Angesichts der gewalttätigen Proteste gegen den islamfeindlichen US-Film "Unschuld der Muslime" hatte die Bundesregierung am Freitag die Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Botschaften und Konsulaten in islamischen Ländern verschärft.
Augenzeugen zufolge warfen wütende Protestteilnehmer Steine auf die Vertretungen Deutschlands und Großbritanniens - die beiden Botschaften liegen direkt nebeneinander.
Aufgebrachte Demonstranten legten Feuer an der deutschen Botschaft. Nach Angaben des deutschen Außenministers Westerwelle wurden alle Botschaftsangehörigen in Sicherheit gebracht.
Einsatzkräfte feuerten mit Tränengas in die Menge. Laut einem Agenturbericht entfernten die wütenden Menschen die deutsche Fahne und hissten ein islamistisches Banner.
Die Demonstranten entfernten auch das Emblem der deutschen Vertretung.
Teilweise drang der Mob auf das Gelände der Botschaft vor, dort versuchte ein Sudanese eine kleine deutsche Flagge anzuzünden.
Tausende Menschen beteiligten sich an dem gewaltsamen Protest.
Der Zorn entlud sich nach den Freitagsgebeten, in ersten Berichten war von insgesamt 5000 Demonstranten die Rede.
Die sudanesische Regierung hatte den Film örtlichen Berichten zufolge am Donnerstag scharf verurteilt. Islamistische Gruppen hatten daraufhin zu gewaltsamen Protesten nach dem Freitagsgebet aufgerufen. Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind für Sonntag erneut Demonstrationen islamistischer Gruppen angekündigt.