Das besondere Geburtstagskonzert der FDJ Motorrad gegen Eintrittskarte
Star des Abends: Depeche-Mode-Sänger Dave Gahan während des einzigen Auftritts der Band in Ostdeutschland. Mit "Good evening, east Berlin!" begrüßte das Jugendidol seine Fans. Es folgten eineinhalb Stunden eines als unglaublich bezeichneten Konzerts.
einestages zeigt dieses Foto mit freundlicher Unterstützung von Dennis Burmeister, www.depechemode.de
Polit-Popper: Im März 1988 trat die britische New-Wave-Gruppe Depeche Mode zum ersten und letzen Mal in der DDR auf. Fans gaben Unsummen aus, nur um dabei zu sein. Da das Konzert von der FDJ-Führung zum Geburtstag der Jugendorganisation veranstaltet wurde, verbuchten die Funktionäre die Veranstaltung als Erfolg ihrer politischen Arbeit.
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Idol der Massen: Mit dem Depeche-Mode-Konzert wollte die FDJ am 7. März 1988 ihr Prestige bei der ostdeutschen Jugend aufbessern. Ein ungarischer Konzertveranstalter hatte den Deal eingefädelt. Die Show war ein voller Erfolg - aber ihre Glaubwürdigkeit konnten die DDR-Organe damit nicht aufbessern.
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Außerirdische in Ostberlin: Sänger Dave Gahan und Keyborder Alan Wilder von Depeche Mode ließen 6000 ostdeutsche Fans vergessen, dass sie in einem Land mit geschlossenen Grenzen lebten. Zeugen des Auftritts sagten hinterher, es sei ihnen vorgekommen als seien für 90 Minuten Außerirdische in der Halle gelandet.
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Geheimkonzert: Martin Gore und Alan Wilder beim Depeche-Mode-Auftritt am 7. März 1988 in Ostberlin. Eine offizielle Karte für die Feier kostete 15 Ostmark. Frierende Fans vor der Halle boten bis zu 1200 Ostmark für eines der braunen Tickets.
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Im Scheinwerferlicht: Alan Wilder auf der Bühne beim Depeche-Mode-Konzert in Ostberlin. Obwohl der Auftritt nicht angekündigt worden war, kamen Tausende Jugendliche in die Werner-Selenbinder-Halle.
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Für die Fans: Depeche-Mode-Keyborder Andrew Fletcher beugt sich von der Bühne zu seinen ostdeutschen Fans herunter. Die Band machte mit ihrem offiziell als Geburtstagsauftritt für die FDJ deklarierten Konzert insgesamt einen Verlust von 100.000 Westmark.
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Antworten für die Genossen: Die Musiker von Depeche Mode während ihrer Pressekonferenz anlässlich ihres Auftritts am 7. März 1988 in Ostberlin. Die britische Band um Sänger Dave Gahan war nicht nur für DDR-Teenager der Inbegriff von Coolness.
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Verzweiflungstat: Die Eintrittskarten für das FDJ-Geburtstagskonzert im März 1988 waren heiß begehrt. Es stand zwar nicht darauf, wer auftreten würde, aber es hatte schnell die Runde gemacht, dass Depeche Mode für die ostdeutsche Jugendorganisation spielen würde. Fans zahlten mehrere Monatsgehälter für den begehrten braunen Schein. Einer bastelte aus Verzweiflung diese gefälschte Eintrittskarte - und kam damit tatsächlich in die Halle.
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Music for the Masses: Depeche Mode auf einem Foto in den späten Achtzigern
Auftritt in Schwerin: Die DDR-Punkrockband "Feeling B" bei einem Auftritt in Schwerin 1987
"Gitarren statt Knarren": Das war der denkwürdige Moment, als Rock 'n' Roll auf Polit-Bürokratie traf: Udo Lindenberg überreicht dem damaligen SED-Generalsekretär Erich Honecker bei dessen Besuch 1987 in Wuppertal eine E-Gitarre. Laut Lindenberg war sie "nicht ganz billig". Aufschrift: "Gitarren statt Knarren".
It's only Rock'n Roll but I like it: Diese Definition des Rock 'n' Roll in einem DDR-Lexikon wurde unter Mitwirkung zahlreicher Fachwissenschaftler erstellt. "WD" steht für West-Deutschland. Quelle: "Kleines Lexikon A-Z", Verlag Enzyklopädie Leipzig, 1959.