Der Alchemist der Nazis Alles nur erfunden
Kurschildgen an der Schautafel: Heinz Kurschildgen während einer der zahlreichen Rechtfertigungen seiner angeblichen Erfindungen. Immer wieder stellte er seine Verfahren zur Herstellung von Gold, Silber, Platin, Radium oder Benzin vor Untersuchungsgremien vor - und stets wurden sie als Täuschung enttarnt.
"Denkmal" für Kurschildgen: Im Mai 1928 stellte der Apotheker von Kurschildgens Heimatstadt Hilden auf einer Litfaßsäule diese Büste als ironisches Denkmal an den Möchtegern-Alchemisten auf. Die hämische Widmung lautete: "Dem genialen Goldmäker, die dankbare Vaterstadt."
Heinrich Himmler: Mit seiner angeblichen Erfindung von Verfahren zur Herstellung von Gold und Benzin weckte Kurschildgen sogar das Interesse Heinrich Himmlers - hier auf einem Foto aus dem Jahr 1938.
Joseph Goebbels: Kurschildgen bemühte sich vielfach um Kontakte zu ranghohen Nationalsozialisten - nicht immer mit Erfolg. Am 27. Januar 1935 notierte Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels in seinem Tagebuch: "Himmler ist auf einen Gold- und Benzinmacher Kurschildgen hereingefallen. Wollte mich auch beschwindeln. Ich hab ihn gleich erkannt."
Während einer Verhandlungspause: Kurschildgen (in der Mitte rechts, zu Boden blickend) während einer Gerichtsverhandlung im Gerichtssaal in Düsseldorf. Immer wieder musste sich der vermeintliche "Goldmacher" vor Gericht für seine Lügengeschichten verantworten - und fand doch immer wieder neue Geschäftspartner.
Reinhard Heydrich: Als Kurschildgen nach seiner Haftunterbrechung 1938 auf Anordnung Himmlers erneut verhaftet wurde, damit er seine Verbindungen zu SA und SS nicht publik machte, ersuchte der Goldmacher Reinhard Heydrich, den Leiter des Reichssicherheitshauptamts, um Hilfe. Der erwirkte die endgültige Entlassung Kurschildgens. Das Foto zeigt Heydrich im Jahr 1941.
Verfolger vertritt Verfolgten: Nach dem Zweiten Weltkrieg kämpfte Kurschildgen vor Gericht darum, als Verfolgter des NS-Regimes anerkannt zu werden - und wählte als seinen Anwalt ausgerechnet den ehemaligen SS-Obergruppenführer Werner Best.
"Der Alchemist": Das Vorhaben der Alchemie, die "Transmutation" von minderwertigeren Substanzen in Gold zu erreichen, ist einer der alten Träume der Menschheit. Diese Darstellung der Arbeitsstätte eines Alchemisten von David Teniers stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Hohe Kunst der Alchemie: Die Tätigkeit der Alchemisten beschränkte sich keinesfalls auf die Herstellung von Gold. Dieser Holzschnitt aus dem 19. Jahrhundert zeigt den deutschen Alchemisten und Mediziner Leonhard Thurneysser sowie den Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg im Labor.
Böttger-Denkmal: Zu Ehren des deutschen Alchemisten Johann Friedrich Böttger, der von 1682 bis 1719 lebte und unter anderem das Porzellan erfand, wurde in Meißen dieses Denkmal errichtet. Das Foto stammt aus dem Jahr 1936.
Alchemie im Film: Die Aufnahme zeigt ein Szenenbild aus der UFA-Filmproduktion "Gold" von 1934. In dem Film versucht ein Alchemist, aus Blei Gold herzustellen.
Goldküche: Diese moderne Rekonstruktion eines mittelalterlichen Alchemie-Labors ist im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu sehen. Kurschildgens eigene Laborausstattung landete in der Lehrmittelsammlung für Kriminalisten in Düsseldorf.