Der Fall Elián Gonzalez Kubas Triumph
Dramatischer Schlusspunkt einer langen Auseinandersetzung: Am 22. April 2000 entrissen US-Behörden den kleinen Elián Gonzalez seiner Verwandtschaft in Miami und übergaben ihn seinem Vater.
"Wir sind Freunde deines Vaters, wir bringen dich zu deinem Vater", haben die Ermittler gesagt. So erinnert sich Gonzalez heute, 15 Jahre später.
Nach dem Zugriff der Sicherheitskräfte kam es in Miamis Viertel Little Havanna zu Ausschreitungen.
Hintergrund des Falles: Elián Gonzalez war einer von drei Überlebenden einer Gruppe von 14 Kubanern, die Ende 1999 nach Florida fliehen wollten - so wie es Tausende in dieser Zeit probierten. Seine Mutter starb, der Junge kam bei Verwandten in Miami unter, die ihn bei sich behalten wollten. Sein leiblicher Vater jedoch, der in Kuba geblieben war, wollte ihn zurückholen. Präsident Fidel Castro machte mächtig Stimmung - hier bei einem Protest für die Rückkehr des Jungen im Februar 2000 in Havanna.
Für seine Verwandten in Miami war Elián Gonzalez ein Opfer der kubanischen Diktatur, das gerettet werden muss. Sie ließen Bilder knipsen, die einen glücklichen Jungen im Land des Wohlstands zeigten.
US-Präsident Bill Clinton schlug sich schließlich auf die Seite des Vaters. Das harte Vorgehen der US-Regierung führte allerdings ebenso zu Protesten. Hier demonstriert ein Mann in Washington gegen die damalige Justizministerin Janet Reno.
Nach dem Polizeieinsatz dauerte es noch zwei Monate, bis Vater und Sohn nach Kuba zurückkehren konnten. Hier winken sie zum Abschied am Flughafen Dulles in Virginia.
Das zehnjährige Jubiläum der Rückkehr wurde 2010 mit einer Zeremonie in Havanna gefeiert. Hier ist Gonzalez (r.) mit Präsident Raul Castro zu sehen.
Elián Gonzalez im Dezember 2014: Er würde die USA gerne mal besuchen, sagte er nun im Gespräch mit dem US-Sender ABC.