Jürgen W. Möllemann Alles auf eine Karte
Möllemann mit Fallschirm: Der damalige Landesvorsitzende der FDP Nordrhein-Westfalen, Jürgen W. Möllemann, nach der Landung per Fallschirm im Gelsenkirchener Parkstadion. Der leidenschaftliche Fallschirmspringer, der seine Absprünge häufig auch für Wahlkampfauftritte in Szene setzte, starb am 5. Juni 2003 durch einen bewußt herbeigeführten Fallschirmabsturz bei Marl-Loemühle. Die Aufnahme entstand am 8. April 2000.
EDGAR R. SCHOEPAL/ AP
Fallschirmsprung: Jürgen W. Möllemann bei einem Fallschirmsprung über Bremen am 27. Mai 1999 - natürlich mit gelb-blauem Schirm, versehen mit den Initialen "JWM".
Möllemann und Genscher: FDP-Politiker Jürgen W. Möllemann 1979 mit seinem politischen Ziehvater, dem damaligen FDP-Vorsitzenden Hans-Dietrich Genscher. Möllemann galt lang als dessen "Minenhund". Nach Möllemanns anti-israelischen Ausfällen 2002 wandte sich Genscher jedoch öffentlich von Möllemann ab.
"Mission 18 Prozent": Jürgen W. Möllemann präsentierte am 13. September 2000 im Düsseldorfer Landtag dieses Plakatmotiv für seine Kampagne, die FDP bei der Bundestagswahl 2002 auf 18 Prozent der Wählerstimmen zu bringen. Tatsächlich erreichte die Partei nur 7,4 Prozent, auch weil Möllemann in der Woche vor der Wahl mit einem anti-israelischen Flugblatt Empörung ausgelöst hatte.
Dicker Fisch gegen den Strom: Eine Karikatur des nordrhein-westfälischen FDP-Vorsitzenden Jürgen W. Möllemann von 1991 zeigt einen Schwarm kleiner, gleich aussehender Fische, die nach rechts treiben, während nur ein einziger dicker Fisch mit den Gesichtszügen Möllemanns grinsend gegen den Strom schwimmt. Möllemann selbst wollte die Karikatur als Aufruf zu einem unverkrampften Selbstbewusstsein der Liberalen verstanden wissen - und ließ sie am 4. Januar 2001 von der NRW-FDP selbt ins Netz stellen.
"Strategie 18": Jürgen W. Möllemann gestikuliert während seiner Rede auf dem 55. Landesparteitag der nordrhein-westfälischen FDP in Hagen am 13. April 2002. Das Ziel, bei der Bundestagswahl 2002 mindestens 18 Prozent zu erhalten, verfehlte die FDP trotzdem weit - mit 7,4 Prozent der Zweitstimmen konnte sich die Partei gegenüber der Wahl von 1998 lediglich um 1,2 Prozentpunkte verbessern.
Möllemann mit Arafat: Der FDP-Abgeordnete Jürgen W. Möllemann traf sich am 6. August 1979 mit dem damaligen Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafat in Beirut zu Gesprächen. Begegnungen mit damals vom Westen geächteten Politikern wie Arafat oder dem libyschen Revolutionsführer Gaddafi sorgten in Deutschland für Aufregung - für Möllemanns Geschäfte im Nahen Osten waren sie hilfreich.
Möllemanns Flugblatt: Das anti-israelische Flugblatt des nordrhein-westfälischen FDP-Landesvorsitzenden Jürgen W. Möllemann, das im Bundestagswahlkampf 2002 an alle Haushalte in Nordrhein-Westfalen verteilt wurde. Es löste bundesweite Empörung aus und gilt als einer der Gründe, warum die FDP in dieser Bundestagswahl so schlecht abschnitt. Möllemann trat nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse von seinem Amt als stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender zurück.
Aufschlagsstelle: Einsatzfahrzeuge der Polizei am 5. Juni 2003 auf dem Acker, der an den westfälischen Flughafen Marl-Loemühle grenzt und normalerweise Fallschrimspringern als offizieller Landeplatz dient. Sie schirmen den Leichnam Jürgen W. Möllemanns ab, der hier zuvor mit seinem Fallschirm abgestürzt war.
Trauer um Möllemann: Möllemann-Anhänger haben am 6. Juni 2003 am Flugplatz Marl-Lohmühle ein Schild aufgestellt, um ihre Trauer über den Tod des Politikers zum Ausdruck zu bringen. Von Lohmühle aus war Möllemann zu seinem letzten Flug gestartet.
Beerdigung Möllemanns: Der Sarg Jürgen W. Möllemanns wird am 13. Juni 2003 in Münster aus der Kappelle des Zentralfriedhofs getragen. Im engsten Familienkreis hatte dort die Trauerfeier für den FDP-Politiker stattgefunden, der sich am 5. Juni das Leben genommen hatte, indem er bei einem Fallschirmsprung den Schirm ausklinkte.
Möllemanns Grabstein: Eine rote Rose liegt auf dem Grabstein des am 5. Juni 2003 ums Leben gekommenen FDP-Politikers Jürgen W. Möllemann.
JWM letztmalig im Kreis Heinsberg: Im Januar 2003 war Jürgen W. Möllemann (JWM) einer Einladung der Jungen Liberalen des Kreises Heinsberg zum Neujahrsempfang des JuLi-Landesverbandes NRW ins Hotel am Park, Hückelhoven, gefolgt. Er sprach - bei Anwesenheit des Senders PHOENIX - über die politische Lage, auch mit Blick auf den Nahen Osten und die Rolle der USA.
JWM war zu diesem Zeitpunkt ein in der gesamten FDP geächteter Mann und er schien mir gesundheitlich stark angeschlagen zu sein. Die offizielle Parteispitze im FDP-Kreisverband Heinsberg (Kreisvorsitzender Karl Bauer und Landtagsabgeordneter Felix Becker) blieben dem Auftritt fern. Auch viele der jahrelang völlig unkritischen "Claquere" im FDP-Kreisverband (eine bis dato "Möllemann-Hochburg") wollten nun von JWM nichts mehr wissen.