Der Fall Peggy Eine Neunjährige verschwindet
Polizeifoto von Peggy: Im Alter von neun Jahren verschwand das Mädchen am 7. Mai 2001 im oberfränkischen Lichtenberg.
Großangelegte Suche: Hundertschaften durchkämmten im Mai und Juni 2001 die Umgebung von Lichtenberg, ohne einen Hinweis auf das Mädchen zu finden.
Sogar mit "Tornados" der Bundeswehr suchten die Ermittler nach der Neunjährigen.
So sahen Jacke und Schulranzen aus, die Peggy am Tag ihres Verschwindens trug.
Mit Fahndungsplakaten suchten Polizei und Angehörige nach Peggy. Wie ihr leiblicher Vater hatten viele ein Plakat in ihr Auto gehängt.
Im Oktober 2002 schienen Ermittler einen Tatverdächtigen gefunden zu haben. Ulvi K. gestand später, Peggy getötet zu haben. Hier ist K. im April 2004 bei einer Tatortbegehung mit Polizisten und Zivilbeamten zu sehen. Später widerrief K. sein Geständnis.
Das Landgericht Hof verurteilte Ulvi K. nach einem aufsehenerregenden Indizienprozess wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Ulvi K.s später widerrufenes Geständnis war das einzige Beweismittel.
Das Landgericht Bayreuth ordnete im April 2013 die Wiederaufnahme des Verfahrens an. Ein Belastungszeuge hatte seine Aussagen zurückgezogen, Zweifel an Ulvi K.s Geständnis waren gewachsen.
Die Suche nach Peggy blieb ohne Erfolg. Diese Grube in einem Hinterhof in Lichtenberg hoben Ermittler im April 2012 aus. Sie vermuteten im Erdreich Peggys Leiche, wurden aber nicht fündig.
Im April 2013 suchten Polizisten nahe der Kirche in Lichtenberg nach Peggys Leiche. Auch dieser Einsatz brachte keinen Erfolg.
Im Januar 2014 öffneten Ermittler das Grab einer 81-Jährigen auf dem Lichtenberger Friedhof. Es wurde vermutet, dass Peggys Leiche bei der Bestattung der Frau im Mai 2001 mit in das Grab gelegt worden sein könnte. Dieser Verdacht bestätigte sich nicht.
Mehr als zwei Jahre wurde es still im Fall Peggy. Nun hat ein Pilzsammler in einem Waldstück in Thüringen unweit von Lichtenberg menschliche Überreste gefunden.
Die Skelettteile werden nun untersucht. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth teilte mit, es handele sich höchstwahrscheinlich um die Überreste von Peggy. Gewissheit soll nun die rechtsmedizinische Untersuchung bringen.
Der Fundort der Leiche ist im Saale-Orla-Kreis, nur wenige Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg im Landkreis Hof entfernt.
Im Oktober 2016 gibt die Staatsanwaltschaft Bayreuth bekannt, dass an einem Gegenstand vom Fundort der Leiche die DNA des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt festgestellt wurde. Der Fund entpuppt sich später als Ermittlungspanne: Bei der Spurensicherung gab es eine Verunreinigung, Böhnhardt hatte nichts mit dem Tod von Peggy zu tun.
Am 12. September 2018 rückt die Soko Peggy zu einem neuen Einsatz aus. Im fränkischen Marktleuthen sowie in Lichtenberg durchsuchen die Ermittler mehrere Häuser und vernehmen unter anderem einen Mann. Zu einer Festnahme kommt es jedoch nicht.