Der Kreml - DER SPIEGEL
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Der Kreml Der Kreml

Moskaus Kreml ist das Symbol nahezu unbeschränkter Macht. "Über Moskau thront der Kreml", sagt ein russisches Sprichwort, "und über dem Kreml ist nur Gott". Früher herrschten hier Zaren und Sowjetfürsten wie Stalin, heute steuert Russlands Präsident von dort aus die Geschicke des Landes. Wladimir Putin, der sich am 4. März zum Präsidenten wählen lassen will, könnte der erste Herrscher sein, dem es gelingt, nach einer Auszeit von vier Jahren in den Kreml zurückzukehren. Hohe Mauern aus rotem Backstein umgeben Russlands Machtzentrum. Sie schirmen den Kreml vom geschäftigen Treiben der Moskauer ab, doch in der Hauptstadt heißt es auch, sie versperrten Russlands alten und neuen Zaren mitunter den Blick auf das Land.
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Innenhof: Der Senatspalast ist der offizielle Amtssitz des russischen Staatsoberhauptes. Einst hatte Revolutionär Lenin hier ein Büro, später residierte dort der Ministerrat der Sowjetunion. Heute befinden sich hier die Arbeitszimmer des russischen Präsidenten und seiner wichtigsten Mitarbeiter.

Foto: Russische Präsidialverwaltung Tours.Kremlin.ru
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Saal des Sicherheitsrates: Russlands Präsident kommt hier zu Sitzungen mit dem Ministerkabinett zusammen oder mit dem Sicherheitsrat. Dem Gremium gehören neben Präsident und Premierminister unter anderem die Minister für Verteidigung, Äußeres und Inneres sowie die Chefs der Geheimdienste an.

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Arbeitszimmer des Präsidenten: Wenn Russlands Präsident nicht auf Reisen ist oder auf einer seiner offiziellen Residenzen weilt, regiert er von hier aus das Land. Der Kreml selbst preist das Arbeitszimmer als "maximal bequem".

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Haupteingang: Auf der Kuppel des Senats flattert die russische Tricolore.. Sie ist rund 20 Kilogramm schwer. Weil auf Moskaus Winde selten Verlass ist, hat der Kreml eigens ein spezielles Gebläse installieren lassen, dass für das nötige Lüftchen sorgt.

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Repräsentantions-Zimmer: In den Nischen des Raumes stehen vier Standbilder. Sie zeigen Russlands große Reformer-Zaren: Peter den Großen, Katharina die Große, Nikolai I. und Alexander II. Sie symbolisieren die Kontinuität der russischen Staatsmacht - und mahnen zugleich die Notwendigkeit von Reformen an.

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Kleines Empfangszimmer: Der schmucke, aber kleine Raum wird nicht zu offiziellen Protokollzwecken genutzt.

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Wappen-Saal: Hier empfängt der Präsident ausländische Gesandte. Der Name des Saales rührt von den doppelköpfigen Zarenadlern, die mit goldenem Faden auf den roten Stoff der Wände gestickt wurden.

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Orden-Sammlung: Russlands Auszeichnungen und Orden werden hier aufbewahrt, genauso wie die Amtskette des Präsidenten, die er bei seiner Amtseinführung angelegt bekommt.

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Wappenausstellung: Hier werden die Wappen der Zaren aufbewahrt, der Sowjetunion und der Russischen Föderation.

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Katharinen-Saal: Der Katharinen-Saal ist der prachtvollste Raum des Senatsgebäudes. Hier finden wichtige Sitzungen statt, an denen der Präsident teilnimmt. Zwei weibliche Statuen schmücken den runden Saal: Sie verkörpern Russland und die Weisheit.

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Präsidentenbibliothek: Hier wird das Exemplar der Russischen Verfassung aufbewahrt, auf das der Präsident seinen Amtseid schwört. Der scheidende Staatschef Dmitrj Medwedew nutzte die Bibliothek auch für offizielle Termine, zum Beispiel gab hier Fernsehinterviews.

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Großer Kremlpalast: Der große Kremlpalast ist neben dem Senat eines von zwei Gebäuden des politischen Bereichs. Hier empfängt Russlands Staatsoberhaupt ausländische Gäste, hier wurde auch Wladimir Putin im Jahr 2000 in sein Amt eingeführt, nach seiner ersten Wahl zum Präsidenten. Die Zaren ließen den Großen Kremlpalast im 19. Jahrhundert errichten, nach der Oktoberrevolution 1917 zogen die Bolschewiki in den Kreml ein. In den neunziger Jahren dann kehrten die fünf doppelköpfigen Zarenadler an ihren angestammten Platz an der Fassade zurück. Das Staatswappen der Sowjetunion musste weichen.

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Andreas-Saal: Hier liegt der Thronsaal von Russlands alten und neuen Zaren. Die Romanows hielten hier einst Hof, Wladimir Putin und Dmitrij Medwedew wurden hier in das Präsidentenamt eingeführt. 1934 tagte im Andreas-Saal der 17. Parteitag der Kommunistischen Partei. Von den 1225 Teilnehmern mit Stimmrecht überlebten weniger als die Hälfte die nächsten fünf Jahre. Zwei Drittel der ins ZK gewählten Genossen wurde bis 1938 umgebracht.

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Alexander-Saal: Der prachtvolle Alexander-Saal ist Alexander Newski gewidmet, einer der Schlüsselfiguren von Russlands mittelalterlicher Geschichte. An der Wand erinnert ein Gemälde an Newskis vielleicht berühmtesten Sieg, die "Schlacht auf dem Eis": 1242 besiegte der Fürst auf dem zugefrorenen Peipus-See ein Heer deutscher und dänischer Ordensritter. Den Alexander-Saal schmücken Reliefs mit den Initialien "S.A.". Sie stehen für "Sanctus Alexander", Russlands orthodoxe Kirche verehrt Newski seit dem 16. Jahrhundert als Heiligen.

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Vorhalle zum Georgssaal: Der große Kremlpalast zählt rund 700 Zimmer, Räume und Säle. Wer die Vorhalle zum Georgs-Saal betritt, den begrüßt ein episches Schlachtengemälde. "Wer mit dem Schwert zu uns kommt, wird durch das Schwert umkommen", heißt das Werk - in Anlehnung an einen Ausspruch, der Fürst Alexander Newski zugeschrieben wird, der Schlachten gegen Schweden und Deutschordens-Ritter schlug.

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Georgssaal: Im prunkvollsten Saal des Kremls erinnern Marmortafeln an den Wänden an die Kriegshelden des Zarenreichs: an Michail Kutusow etwa, den General, der 1812/1813 zum Widersacher von Napoleon aufstieg. 1945 wurden hier die Bezwinger Nazi-Deutschlands geehrt, 1961 Jurij Gagarin, der erste Mensch im Weltraum. Heute bildet der Georgs-Saal die imposante Kulisse für internationale Konferenzen und Empfänge.

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"Rote Treppe" zum Facettenpalast: Die Front des Facettenpalastes zieren scharfkantige, quaderförmige Kalksteine. Sie wirken wie eine feine Facetten-Oberfläche. Der Palast gilt als ältestes weltliche Gebäude des Kreml und sogar von ganz Moskau. Er wirkt nicht zufällig südländisch: Der Palast wurde im 15. Jahrhundert von Architekten aus Italien errichtet. Über die Treppe gelangten ausländische Gesandte in den Kreml. In den dreißiger Jahren wurde die "Rote Treppe" zerstört, in den neunziger Jahren aber restauriert.

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Wladimir-Saal: Der im vergleich zum Georgs- und Andreas-Saal kleine Wladimir-Saal hat zwar eine quadratische Grundfläche, die Ecken aber sind abgerundet. Durch eine Glaskuppel im Dach fällt Tageslicht.

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Heilige Diele: Im Innern des Facettenpalastes liegt die Heilige Diele, ein Vorzimmer zum eigentlichen Festsaal, wo Iwan der Schreckliche seinen Sieg über die Tataren von Kasan, Peter der Große den Sieg über die Schweden feierten.

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Festsaal des Facettenpalastes: Von der Heiligen Diele gelangt man in den Festsaal des Facetten-Palastes. Iwan dem Schrecklichen diente er als Thronsaal. So wie einst die Zaren empfängt auch das neue Russland hier Gäste, 1994 zum Beispiel Großbritanniens Königin Elizabeth II.

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Die Terem-Kirchen: Östlich des Terem-Palastes liegen fünf Hauskirchen der Zaren, von außen erkennbar an den elf schlanken Zwiebeltürmchen, die das Dach schmücken. 1862 heiratete hier Schriftsteller Leo Tolstoi seine deutschstämmige Frau Sofia.

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Zaren-Zimmer des Terem-Palastes: Wer die Räume des Terem-Palasts betritt, fühlt sich in ein russisches Märchen versetzt: In den Gemächern lebten ab dem 17. Jahrhundert Russlands Zaren. Im Sommer standen sie, so will es die Legende, schon "mit den ersten Sonnenstrahlen gegen vier, halb fünf Morgens auf, immer Winter niemals später als sieben". Von einem Fenster der Kammer wurde einst ein Korb herabgelassen - für die Untertanen des Zaren, die dort ihre Bittbriefe deponieren konnten.

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Rüst-Kammer: Hier ließen Russlands Zaren einst Schmuck und repräsentative Waffen herstellen. Heute beherbergt die Rüstkammer ein Museum, in dem die Zaren-Schätze ausgestellt werden, darunter historische Waffen und die "Mütze des Monomach". Den Vorläufer späterer Zarenkronen aus dem 14. Jahrhundert schmückt ein Rand aus Zobelpelz.

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Staatlicher Kremlpalast: Der klobige "Staatliche Kremlpalast" wurde 1961 als Kongressgebäude für die Kommunistische Partei erbaut. Parteichef Nikita Chruschtschow hatte in den fünfziger Jahren gigantische Bauten chinesischer Kommunisten besichtigt und wollte auch im Kreml einen ähnlich monumentalen Palast errichten. Um Platz für den 6000 Zuschauer fassenden Saal zu schaffen wurden alte Bauten aus der Zarenzeit niedergerissen. Zwischen den Parteikongressen trat hier Moskaus berühmtes Bolschoi-Theater hier auf. Heute dient der Palast als Bühne für Ballett, Theater und Rockkonzerte.

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Roter Platz: Zwischen den Mauern des Kreml und den Boutiquen des Kaufhauses GUM liegt der Rote Platz. Zaren wie Iwan der Schreckliche, aber auch Peter der Große ließen hier öffentlich Gegner hinrichten. Heute dient der Rote Platz dem Kreml Anfang Mai als Bühne für die Inszenierung militärischer Stärke: Zur Feier des Sieges über Hitlerdeutschland rollen Panzer und Langstreckenraketen über den Platz. Dessen Pflaster ist den tonnenschweren Fahrzeugen kaum gewachsen und muss im Jahresrhythmus in Stand gesetzt werden.

Foto: Alexander Zemlianichenko/ ASSOCIATED PRESS
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Lenin-Mausoleum: Zu Sowjetzeiten war die Ruhestätte des Revolutionärs Wladimir Uljanow, genannt Lenin, ein Pilgerort für unzählige Millionen Bürger. Auch 20 Jahre nach dem Zusammenbruch der von Lenin einst mitbegründeten Sowjetunion ruht sein einbalsamierter Körper noch immer im Mausoleum am Roten Platz, auch wenn immer mehr Russen fordern: Begrabt Lenin endlich!

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Erlöserturm: Der Erlöserturm bildet den berühmtesten Eingang des Kremls: Durch das Tor im Turm schritt 1812 Frankreichs Feldherr Napoleon Bonaparte, nachdem er Moskau erobert glaubte. Durch das Tor liefen 2008 auch Wladimir Putin und der damals gerade neu gewählte Präsident Dmitrij Medwedew, um sich auf dem Roten Platz von Anhängern feiern zu lassen. Hoch oben im Turm thront die berühmteste Kreml-Uhr. An Silvester lauscht ihr ganz Russland: Die Schläge der Kreml-Uhren läuten offiziell das neue Jahr ein.

Foto: Russische Präsidialverwaltung Tours.Kremlin.ru
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