NSU-Prozess Deutschland und seine Dämonen
11. Juli 2018: Demonstranten halten bei einer Kundgebung vor dem Oberlandesgericht Schilder mit Abbildungen der NSU-Opfer.
Im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe wegen zehnfachen Mordes verurteilt worden. Das Oberlandesgericht München stellte die besondere Schwere der Schuld fest.
Zschäpe hatte fast 14 Jahre lang mit ihren Freunden Uwe Mundlos (r.) und Uwe Böhnhardt (M.) im Untergrund gelebt. In dieser Zeit begingen die beiden Männer zehn Morde, die Raubüberfälle und verübten die Bombenanschläge. Mundlos und Böhnhardt erschossen sich am 4. November 2011 nach einem gescheiterten Banküberfall in Eisenach.
Jahrelang lebten sie unbehelligt im Untergrund: Die rechtsextreme Zwickauer Terrorzelle um Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe ist für die Mordserie an ausländischen Kleinunternehmern, den Tod einer Polizistin und zahlreiche Banküberfälle verantwortlich.
Halit Yozgat war das neunte und letzte Todesopfer der Mordserie, die in den Jahren 2000 bis 2006 in deutschen Großstädten durch die rechtsextreme Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" verübt wurde.
In den ganzen fünf Jahren, die der Prozess dauerte, sprach Zschäpe nicht - bis im September 2016. Am 313. Verhandlungstag verlas Zschäpe eine Erklärung von Gericht, in der sie ihr "Fehlverhalten" bedauere.