Der Witte-Clan: Absturz in die Armut - DER SPIEGEL
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Der Witte-Clan Absturz in die Armut

Er stürzte vom millionenschweren Schausteller in den Bankrott und in die Kriminalität: Beim Versuch 167 Kilo Kokain von Peru nach Deutschland zu schmuggeln, wurde Norbert Witte gefasst. Sein Sohn Marcel sitzt seither in einem der härtesten Gefängnisse der Welt. Seine Familie geht daran zugrunde.
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Norbert Witte vor dem stillgelegten Riesenrad des ehemaligen Spreeparks. Hier lebt der 54-Jährige heute in zwei Wohnwagen, nachdem er ihn zum größten Rummelplatz der vereinigten Deutschlands machen wollte - und damit scheiterte. Peter Dörfler schildert seinen Absturz in dem eindringlichen Kinofilm "Achterbahn", der am 2. Juli anläuft.

Foto: Rohfilm
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Achterbahn des Lebens: Witte auf einem Rummel in Fahrt. Im zwölf Meter langen Stahlmast des Karussells "Fliegender Teppich" versteckte Witte 2003 exakt 167 Kilogramm reines Kokain. Er gibt vor, das Fahrgeschäft zur Reparatur nach Deutschland verschiffen zu müssen. Doch ein vermeintlicher Komplize entpuppt sich als V-Mann der Drogenfahndung und lässt den Schmuggel auffliegen.

Foto: Rohfilm
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Witte im verwaisten Spreepark, seinem jetzigen Zuhause, nachdem er vier Jahre Haft in der JVA Plötzensee absitzen musste - allerdings zum größten Teil im offenen Vollzug. Seinen Sohn Marcel traf es weitaus härter: Er wurde wegen des versuchten Drogenschmuggels im Oktober 2006 von der Vierten Strafkammer des Gerichtes in Lima zu 20 Jahren Haft verurteilt wird, sitzt seither dort in einem der härtesten Knäste der Welt.

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Pia und Sabrina Witte: Mutter und Tochter kämpfen - gemeinsam mit Norbert Witte - für Marcels Freilassung. Gemeinsam besuchen sie den 28-Jährigen in großen Abständen ...

Foto: Rohfilm
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... im Knast am Rande von Lima. Er wurde einst für 500 Häftlinge konstruiert, heute sind dort mehr als 3000 Gefangene eingepfercht. Exkremente und Essensreste fließen auf Rinnsälen durch das Gelände. Wenn man als Europäer dort überleben will, muss man sich für 1000 Dollar eine Zelle kaufen, im Monat kostet sie 250 Dollar Miete. Für den Dokumentarfilm "Achterbahn" flogen Pia und Sabrina Witte mit Regisseur Peter Dörfler erneut nach Lima.

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"Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt richtig geschlafen habe - aus Angst, nicht zu hören, wenn mein Junge anruft", sagt Pia Witte SPIEGEL ONLINE. Und wenn sie das Telefon hört, hat sie Angst davor, was sie erwartet. Ist Marcel verletzt? Lebt er überhaupt noch? - Die Schuld für den permanenten Psychoterror gibt sie ...

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... ihrem geschiedenen Mann Norbert. Er stammt aus einer vermögenden, deutschen Schausteller-Familie. Sein Großvater Otto war jener berühmte Jahrmarktkünstler, der sich den Titel "König von Albanien" ergaunerte.

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"Ich habe mich auf Banditen eingelassen, Marcels Leben ruiniert und unsere Familie zerstört", sagt Norbert Witte SPIEGEL ONLINE. Er schämt sich dafür, hofft und tut alles, was er kann, um sein Kind wieder nach Deutschland zu holen.

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