Detroit Motorshow Die Neuheiten vom US-Autogipfel
Nachdem Toyota mit dem FJ Cruiser im Stil des alten Land Cruiser vor ein paar Jahren einen großen Erfolg hatte, liebäugeln die Japaner nun mit einem zweiten Anlauf in der Klasse darunter. Der wie der FC Cruiser verspielt und trotzdem traditionell gezeichnete FT-4X könnte deshalb schon bald in Serie gehen und Autos wie dem Jeep Wrangler Konkurrenz machen.
Dieses Auto weckt Erinnerungen an legendäre Erlebnisse auf der Leinwand. Zu Ehren Steve McQueens legt Ford seinen Mustang jetzt als Sondermodell "Bullit" auf - allerdings nur in Amerika. Dort gibt es das Coupé dann im Grün des Filmautos mit einem V8-Motor (475 PS) und ein paar liebevollen Details wie der weißen Billard-Kugel auf dem Schaltknüppel und dem Kino-Logo auf dem Heckdeckel.
Ganz so schlimm kann es um den Diesel in Amerika auch nach dem VW-Skandal nicht bestellt sein. Denn jetzt gibt es selbst den Ford F-150 zum ersten Mal mit einem Selbstzünder, und das meistverkaufte Auto in Amerika wird zum Öltanker. Der drei Liter große Turbodiesel leistet 250 PS und geht mit bis zu 600 Nm zu Werke. Der Verbrauch soll bei acht Litern liegen. Dumm nur, dass dem Marktführer gerade die Behörden durch die Parade fahren. Denn während der neue Pick-up in Detroit seine Premiere feiert, ermitteln sie wegen einer illegalen Abschalteinrichtung bei den Dieseln in den Baureihen darüber.
Nach Ford F-150 und Chevrolet Silverado gehört der RAM1500 zu den meistverkauften Modellen auf dem US-Markt. Um den gravierenden Rückstand wettzumachen, geht jetzt eine neue Generation an den Start. Bei aller Liebe zur Größe, haben die Amerikaner immerhin zwei Zentner Gewicht gespart und außerdem den ersten Hybridantrieb im Segment entwickelt. Allerdings darf man von dem nicht zu viel erwarten. Schließlich handelt es sich bei diesem Startgenerator streng genommen nur um einen bessere Anlasser, der aus einem ebenfalls neuen Bordnetz mit 48-Volt-Technologie gespeist wird.
Zumindest unter der Tarnfolie sieht sie aus wie immer: Nach fast 40 Jahren gibt es in diesem Sommer eine neue Mercedes G-Klasse und keiner kann den Unterschied sehen. Aber man kann ihn spüren, sagen die Entwickler und versprechen mehr Platz vor allem im Fond und deutlich mehr Fahrkomfort auf der Straße, dem die vordere Starrachse zum Opfer gefallen ist. Zugleich gibt es bessere Eigenschaften im Gelände und ein Cockpit fast wie in der E- oder S-Klasse. Ob man den Unterschied auch von außen erkennen kann, wird sich in Detroit zeigen. Dann lässt der Vierkant aus Graz die Hüllen fallen.
VW bereitet den Start seines wichtigsten US-Modells vor und zeigt in Detroit den neuen Jetta. Der wechselt jetzt zwar auf den Modularen Querbaukasten und zieht so technisch mit dem Golf gleich. Doch ob die ab Sommer zu kaufende Stufenhecklimousine wieder nach Deutschland kommt, ist angeblich noch nicht entschieden.
Die Markteinführung des Audi A7 steht noch bevor und auf einer Messe hat man ihn auch noch nicht gesehen. Deshalb darf sich der Audi A7 Sportback mit dem Label Weltpremiere schmücken, bevor er im Frühjahr als lässige und nicht ganz so luxuriöse Alternative zum neuen A8 auf die Straße rollt.
Honda hat in Detroit den neuen Insight vorgestellt. Der mittlerweile zu einer schmucken Limousine herangewachsene Hybrid war früher mal der einzige Konkurrent des Toyota Prius. Die Neuauflage lockt ab Sommer mit einem weniger schrägen Design, einem besseren Platzangebot und einem weiterentwickelten Antrieb. Der basiert auf einem 1,5 Liter großen Benziner und einer E-Maschine, die aus einem Lithium-Ionen-Akku gespeist wird und den Vortrieb die meiste Zeit alleine bewältigen soll.
BMW setzt weiter auf den Faktor X und stellt dem X1 jetzt noch ein SUV-Coupé zur Seite. Während der X1 eher konservativ gezeichnet ist, wird das neue Modell unter dem Kürzel X2 zum extrovertierten Schauläufer. Technisch mit dem X1 nahezu identisch, kommt der 4,36 Meter lange Fünfsitzer im Frühjahr mit Motoren von zunächst 190 bis 231 PS in den Handel und soll dann Autos wie dem Nissan Juke oder dem Range Rover Evoque die Schau stehlen. Kurz nach dem Verkaufsstart folgen weitere Motoren mit 140 oder 150 PS. Doch so sehr man unter der Haube auch spart - für weniger als 30.000 Euro wird es den X2 wohl nicht geben.
Für das Kräftemessen mit AMG und Co. reicht es nicht ganz, doch ein bisschen lässt auch der Ford Edge die Muskeln spielen. In Detroit zeigen die Amerikaner den Konkurrenten von Mercedes GLE und VW Touareg auch als sportliches ST-Modell. Dafür gibt es ein strammer abgestimmtes Fahrwerk, ein etwas aufgebretzeltes Design und vor allem einen stärkeren Motor - nämlich einen V6 mit 2,7 Litern Hubraum und 335 PS. Der Export nach Europa ist für den ST nicht vorgesehen.
Als Einstimmung auf eine neue Formensprache steht in Detroit das Infiniti Q Inspiration Concept. Mit seinem schnörkellosen und markanten Design, einer kürzeren Haube und einer längeren Kabine soll es die Neuauflage des Q70 vorwegnehmen, der im kommenden Jahr erwartet wird.
Was für VW der Jetta, das ist für Kia der Forte - eine billige und leider auch ein wenig beliebige Stufenheck-Limousine, die nun in die nächste Generation geht. Das beste an dem Viertürer ist der Preis, der bei rund 17.000 Dollar beginnt. Ein Auto im Format des Passat zum Preis eines Polo - darauf braucht bei uns niemand zu hoffen. Denn ein Export des Forte ist nicht geplant.
Als ersten Vorgeschmack auf den neuen RX hat Lexus die Studie eines großen Geländewagens nach Detroit gebracht. Der Lexus LS-1 Limitless soll weder den Entwicklern, noch den Kunden Grenzen setzen. Auch deshalb ist der 5,02 Meter lange Wagen für die Aufnahme aller verfügbaren Antriebstechnologien von der Brennstoffzelle über den reinen E-Betrieb bis hin zum konventionellen Verbrenner vorbereitet.
Es hat lange gedauert, doch jetzt beginnt auch bei AMG die Hybridisierung. Als ersten Schritt auf dem Weg zum elektrischen Fahren übernimmt die Mercedes-Tochter den frisch eingeführten Reihensechszylinder aus der S-Klasse und wird im CLS sowie der zweitürigen Variante der E-Klasse eingebaut. Der Dreiliter-Motor kommt auf 435 PS und hat als erstes AMG-Triebwerk einen intelligenten Startergenerator, der aus einem 48-Volt-Netz gespeist wird und dem Benziner mit 22 PS und 250 Nm zur Seite steht. Die Sprintzeit für das Mercedes-AMG E 53 Coupé verkürzt sich so auf 4,5 Sekunden und mit dem AMG Drivers Package sind bei Vollgas bis zu 270 km/h drin.
Bei Mini gibt es jetzt ein Facelift, das zur Marke passt. Dazu zählen eine neue Frontschürze, neue Rückleuchten, zahlreiche neue Ausstattungs- und Personalisierungsoptionen sowie ein Update für einige der Motoren, die damit etwas durchzugstärker und zugleich sparsamer werden. Außerdem bietet Mini nun als Alternative zur Automatik und zur Handschaltung erstmals ein Doppelkupplungsgetriebe an.
Mit dem Xmotion bringt Nissan seine SUV-Familie wieder etwas weg vom Boulevard und näher an die Buckelpiste. Zumindest von außen ist der stattliche Sechssitzer so rustikal und schroff gezeichnet wie eine Mercedes G-Klasse oder ein Land Rover Defender. Im Innenraum der Studie dagegen sehen die Messegäste in Detroit ein besonders luftiges Ambiente mit federleichten Stühlen, großen Bildschirmen und traditioneller japanischer Handwerkskunst. Große Chancen auf eine Serienfertigung hat das Schaustück nicht.
Von wegen bigger is better: Auch Pick-up-Marktführer Ford backt kleine Brötchen und stellt dem Bestseller F-150 jetzt nach sieben Jahren Pause wieder einen Ranger zur Seite. Völlig neu entwickelt und noch immer deutlich über fünf Meter lang, könnte er mit seinem 2,3 Liter großen EcoBoost-Benziner, Zehngang-Automatik und einem Heer an Assistenzsystemen auch die Basis für die nächste Generation des EU-Modells liefern.
Was in Deutschland der Opel Astra, das ist in Amerika der Chevrolet Silverado - die ewige Nummer zwei im wichtigsten Segment des Marktes. Nur dass es hier nicht um die Kompaktklasse geht, sondern um Pick-ups. Die GM-Tochter rüstet den Silverado mit einer im Vergleich zum Vorgänger um fünf Zentner abgespeckten Karosserie aus, einer üppigen Multimedia-Ausstattung und vielen Assistenzsystemen. Auch die Motoren sind neu. Die beiden V8-Aggregate bieten bei 5,3 und 6,2 Litern Hubraum zumindest eine Zylinder-Abschaltung für bis zu sieben Töpfe und mit dem 3.0 Liter-Duramax gibt es zum ersten Mal auch einen Diesel.
In Amerika mischt Subaru auch im SUV-Segment mit. Auf der Motorshow in Detroit dreht sich deshalb alles um den neuen Ascent, der in diesen Tagen den Tribeca beerbt. Der Koloss von mehr als fünf Metern Länge fährt wie jeder Subaru mit einem Boxer-Motor, der diesmal aus zwei Litern Hubraum 260 PS leistet und natürlich alle vier Räder antreibt. Weil die Japaner den Wagen gerne als Praktiker positionieren wollen, schwärmen sie nicht nur von den drei Sitzreihen, sondern streichen stolz auch die insgesamt 19 Cupholder heraus, die den Ascent zu einem ziemlich einzigartigen Auto in seinem Segment machen sollen.
Der Hyundai Veloster geht in die zweite Runde. Während das eigenwillige Coupé mit seinen drei Türen bei uns nie so richtig angekommen ist, erfreut sich das imageträchtige Modell in den USA großer Beliebtheit. Deshalb bekommen die Amerikaner den sehr viel kräftiger und bulliger gezeichneten Sportler als N-Performance-Modell mit dann immerhin 275 PS.