Deutsche Emigranten in Palästina - DER SPIEGEL
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Deutsche Emigranten in Palästina Schwaben im gelobten Ländle

Sie modernisierten die Landwirtschaft und bauten die Eisenbahn. Die christlichen Templer aus Württemberg, die Ende des 19. Jahrhunderts nach Palästina auswanderten, haben dort viele Spuren hinterlassen. Kurt-Jürgen Voigt hat einen der letzten Zeitzeugen getroffen: einen Juden, der bei einer Templerin ein Stück deutsche Heimat fand.
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Ölmühle Struve: Araber in Haifa vor der Ölmühle Struve, um 1895. Die deutschen Siedler der christlichen Tempelgesellschaft brachten nicht nur ihre protestantische Arbeitsethik, sondern auch moderne Technik nach Palästina - etwa dampfgetriebene Öl- und Getreidemühlen, die auch von der lokalen Bevölkerung genutzt wurden.

Foto: IfA Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart
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Deutsche Kolonie Wilhelma: Bereits 1868 hatten sich schwäbische Anhänger der "Tempelgesellschaft", einer pietistischen Abspaltung der württembergischen Landeskirche, in Palästina niedergelassen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellten sie hier eine Minorität von knapp zweieinhalbtausend Palästinadeutschen. Die Siedlung Wilhelma wurde 1903 eingeweiht und heißt heute Bney-Atarot.

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Einwickelpapier für Jaffa-Orangen: Die Templer bauten die berühmten süßen und fast kernlosen Jaffa-Orangen an und machten sie als Erste unter diesem Namen zu einem begehrten Exportgut. Die Anbaugebiete ihrer Kolonien Wilhelma und Sarona lagen in der Nähe der Stadt Jaffa.

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Tempelkolonie Sarona: Einer der Stützpunkte der pietistischen Tempelgesellschaft in Palästina war die Siedlung Sarona, hier links im Vordergrund an dem Kirchtum zu erkennen. Im Hintergrund ist die Hafenstadt Jaffa zu sehen. Heute ist das gesamte Gebiet Teil von Tel Aviv.

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Alter Bahnhof in Jaffa: Nostalgisches Ambiente um den verwucherten alten Bahnhof von Jaffa. Das einstige Schmuckstück aus Glas und Schmiedeeisen wurde 1892 pompös und mit Musik und Reden eingeweiht und blieb lange ein Zentrum des modernen Eisenbahnverkehrs. Der durch die Templer vorangetriebene Anschluss an die Hedschasbahn in Dar'a im heutigen Syrien war wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Foto: Kurt-Jürgen Voigt
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Jagdgebiet: Der Berg Karmel mit seinen blühenden Wäldern in der Nähe von Haifa. Hier schossen deutsche Einwanderer ihre Rehe für den beliebten Sonntagsbraten - bis es keine Rehe mehr gab im Waldgebirge.

Foto: Kurt-Jürgen Voigt
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Vor dem Jaffa-Tor in Jerusalem: In der Metropole Palästinas siedelten sich im 19. Jahrhundert deutsche Einwanderer an; zunächst in der Altstadt, dann in der Rephaim-Ebene unweit des Jaffa-Tors. Ab 1878 war hier der Wohnsitz des Tempelvorstehers und der geistige wie kulturelle Mittelpunkt der Tempelgesellschaft.

Foto: IfA Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart
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Ankunft in Haifa: Diese jüdischen Flüchtlinge erreichen an Bord der "S.S. Frankonia" am 26. März 1945 den Hafen von Haifa im britischen Mandatsgebiet Palästina. Auch wenn die britische Regierung ihnen lange die Einreise untersagt hatte, war es für sie das "gelobte Land", aus dem später Israel werden sollte. Einer von ihnen schwenkt bereits die blau-weiße Flagge mit dem Davidstern.

Foto: Getty Images
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Landwirtschaft in der Wüste: Die ersten jüdischen Siedler im britischen Mandatsgebiet Palästina, das später Israel werden sollte, hatten es schwer, in dem staubigen Wüstenboden der Negev etwas zu pflanzen. Landwirtschaft bedeutete in diesen frühen Jahren in erster Linie viel Arbeit und wenig Ertrag. Nicht nur für diesen Pionier, der im Juli 1947 versucht, Gemüse nahe des Kibbuz Urim anzupflanzen.

Foto: Getty Images
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Haustyp "Jaffa": Im westlichen Karmel-Gebirge bei Haifa befindet sich das Schönfeld-Haus, das nach der ehemaligen Besitzerin Selma Schönfeld benannt ist. Sie floh 1934 von Deutschland nach Palästina - und brachte dieses Kupferhaus mit. Von den wohl 14 in Palästina errichteten Kupferhäusern stehen heute noch vier. Jüdische Emigranten hatten sie 1933/34 aus Deutschland nach Palästina mitgebracht.

Foto: Bas Princen/Suhrkamp Verlag
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?